Kalauer zur nationalen Lage
| Von glaukothyr @ 13:30 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
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| Von glaukothyr @ 16:46 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
Der Versuch, "Natur" und "Wissen mit einander in eine dauerhafte, geregelte Bezie-
hung zu bringen, ist eine intellektuelle Verzweiflungstat.
Wissen ist selber von allem, was es zu erkennen, zu deuten und zu beherrschen trachtet, bedingt und Teil davon. Es hat daher die Tendenz zur ipsoreferentiellen Aussage, ist also bestenfalls eine Aussage der Beziehung seiner Entstehung dazu, wodurch es bedingt ist.
Natur, Wirklichkeit ganz generell, kann nie als das, was und wie es ist und wirkt, Wissbares oder gar Gewusstes sein. Wissen kann nur Bilder und Modelle, die durch verschiedenartigstes Denken von Erfahrenem und Beobachtetem bisher gemacht worden sind, zusammenfassen, miteinander vergleichen, deuten, bevorzugen oder verschmähen und ist, wie eben erwähnt, immer nur Wissen um Wissen über etwas, worüber welche, aus was für Bewegründen auch immer, etwas zu sagen haben wollten und wollen.
Selbst die technisch ausgeklügelste und aufwändigste Methode kann dieser Bedingtheit des Denkens nicht entkommen.
Dafür, ob es andere Möglichkeiten gibt, die Schranken dieser Bedingtheit zu überwinden, interessiert sich die etablierte (d.h. die mit bestimmten Absichten finanzierte) Wissenschaft nicht. Sie erachtet es als unter ihrer Würde. Diesen Hochmuth könnte sie sich ersparen, denn sie taugt von vornherein nicht dazu.
| Von glaukothyr @ 13:05 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
Politischer Entscheid oder Verwaltungsakt ?
Die Diskussion um Wesen und Bestimmung von Demokratie wird wieder lebhafter und leidenschaftlicher als auch schon.
Das ist willkommen, für Erhalt und Entwicklung von realistichem Sinn für gegenwarts- und zukunfstaugliche Demokratie sogar unerlässlich.
Oft ist die Rede von "der" oder vereinnahmend "unserer" Demokratie.
Diese Redensweise birgt in sich die gefährlich undemokratische Botschaft, es gebe Demokratie nur in der einen und einzigen Form wie von den jeweiligen Verfechtern als die ihrige gefordert. Mit solcher Redensart wird andern die Mitsprache darüber, was Demokratie sei und vermöge und was nicht, verweigert.
Eine wesentliche Ursache für die Schwierigkeit allen Demokratie- verständnisses
Die Verwirrung wird durch die zwar nicht falsche aber in ihrer plausiblen Art missdeuteten Übersetzung des Wortes Demokratie in "Volksherrschaft".
"Dêmos" ist eben nicht einfach und nur "das Volk" und bedeutete dem vorchristlichen Griechen etwas völlig Anderes als die heutigen Lebensbedingungen zulassen. Für damalige Angehörige des "Dêmos" war es undenkbar, einer Erwerbsarbeit nachzugehen und selbstverständlich, die Schwerarbeiten von Sklaven ausführen zu lassen.
Und "Kratos" bezeichnet ausgerechnet diejenige Art der Herrschaft, die vom Volk ausgeübt, in Hexenverfolgungen, Lynchjustiz und Bürgerkriege führen würde. Schon das deutet darauf hin, dass "Dêmokrateia" von einer völlig anderen Vorstellung von "Dêmos" ausgegangen sein muss, als dem heute noch gebräuchlichen Begriff "Volk" entspricht.
Der Gebrauch des Wortes "Volksherrschaft"
Das Wort "Volksherrschaft" wird im politischen Alltag sowohl von "Volksvertretern" als auch von der sog. "politischen Basis" (="Volk") unvermeidlich in zahllosen, häufig emotional und gar sentimental überfrachteten Sinnvarianten verwendet, die mit dem nüchternen aber hochkomplexen staatsrechtlichen und politologischen Begriff der Volksherrschaft (i.S.v. "Souverän") bestenfalls vokabularische Übereinstmmungen aufweisen, mit ihm aber unvereinbar sind.
Ein Politiker oder ein Volkstribun kann natürlich, um an leicht das Volk zu gelangen, das er sich für seine Zwecke wünscht, die Volksherrschaft seinen Anhängern völlig losgelöst von der diese bedingenden und ziemlich komplexen Souveränität erklären, und dann noch nachschieben, "Souveränität" bedeute einfach und "im Prinzip", dass uns Andere nicht dreinreden dürfen und können sollen, bleiben aber die Antwort schuldig, ob und wie das in den unzäligen Einzelfällen der Wirklichkeit zu bewerkstelligen sei, genau aus dem Grund, weil das dann erheblich komplizierter ist, als ihre eingängige Erklärung der "Volksherrschaft". Die unvermeidliche Folge ist dann einfach, dass da etwas erklärt und verheissen wird, das es so, wie erklärt und versprochen, nicht gibt und wegen einer gelwaltigen Menge von Bedingtheiten und Umständen nicht geben kann.
Die verkannten Voraussetzungen für die "Macht des Volkes"
Viele populäre Auffassungen von "VOLKSHERRSCHAFT" verkennen regelmässig unerlässliche Voraussetzungen und Bedingungen dessen, was sie ist und sein kann. Zu diesen gehören prominent aber nicht nur: die ressourciellen Bedingungen (z.B. Grund und Boden, Wirtschaft, Militär) und ein Grundkonsens über die Anerkennung eines Souveräns (Verfassung), die Gewaltenteilung bzw. -differenzierung, die Rechtsstaatlichkeit, das Legalitätsprinzip, die Rechtsgleichheit, das Willkürverbot.
Diese Begriffe sind weit weniger populär und einleuchtend wie der verheissungsvolle und demagogisch missbrauchbare der "VOLKSHERRSCHAFT".
Sie stehen für den an die VOLKSHERRSCHAFT erteilten und sie stützenden und bändigenden Auftrag. Volksherrschaft meint nicht Volkswillkür.
Damit haben die romantisch begeisterten Demokraten grosse Mühe. Sie schwärmen für eine "DEMOCRACY LIGHT" bzw. eine "FLAT DEMOCRACY".
Beispiele für "Flat Democracy"
Die Weltfremdheit gewisser romantisierender Vorstellungen von "VOLKSHERRSCHAFT" kommt z.B. darin zum Ausdruck, dass die zutreffende Feststellung der Rechtspflege, eine Entscheidung, die nun einmal gestützt auf - n.b. demokratisch geschaffene - Gesetze und nach entsprechenden rechtsstaatlichen Verfahren zu fällen ist, sei Verwaltungsakt und kein Akt politischer Willensbildung, als Beschneidung der Volksrechte empfunden statt als "regel-rechter" Vollzug des Volkswillens erkannt und anerkannt wird. Es tritt hier, wie in manchen anderen Belangen aktueller Politik, schlecht gemeisterte Emotionalität an Stelle gehörigen Rechtsempfindens.
So weit die Volksinitiative "für demokratische Einbürgerung" darauf abziehlt, dem Betroffenen die rechtsstaatlich geschuldete Begründung für eine Nichtgewährung der Einbürgerung zu verweigern, verstösst sie fundamental gegen das verfassungsrechtliche Willkürverbot und ist mit ihrem totalitären Postulat, das VOLK zur obersten und letzen Allmachtsinstanz zu erheben, in kaum zu überbietendem Masse undemokratisch.
Die sog. "Volkswahl des Bundesrates"
Eine ähnliche Überlegung ist bezüglich der Idee einer Wahl der Besetzung der Exekutive durch das Volk anzustellen. Die personelle Besetzung einer ausführenden Instanz ist kein politischer, sondern ein Personalentscheid. Dass diese Besetzung eine momentane verteilung der Gunst der Bevölkerung auf die Parteien berücksichtige, ist keine politische Notwendigkeit, sondern hat eher Sensations- und Unterhaltungswert. Die Executive führt ja nicht das Volk (und soll in einer Demokratie gerade das nicht tun), sondern ihre Departemente und Ämter. Und eine Executive, die meint, das Volk führen zu müssen, hat nicht verstanden, dass sie von einer Demokratie beauftragt ist und dass eine Demokratie bei allen Ähnlichkeiten ihres rein organisatorischen und technischen Apparates von ihrer Motivation, Zielsetzung und Navigation in den Wettern der globalen Entwicklungen völlig anderes ist als eine wirtschaftliche Unternehmung.
Die optimale Besetzung der Exekutive erfordert eine Qualifikation zur Amtsführung, die über dem Durchschnitt der Qualifikation derjenigen liegt, die sich von der Besetzung der Exekutive durch Volksentscheid "mehr Demokratie" und mehr Macht für das Volk versprechen. Die Beziehung derjenigen, die begeistert für die oder den in "ihrer" Executive jubeln, werben und stimmen, ist derjenigen von Fans zu ihrem Favoriten in Sport oder Unterhaltung vergleichbar. Sie ist von Launen und Emotionen bestimmt und ohne jede Vorstellung davon, was die Führung des zu besetzenden Amtes erfordert.
Niemand käme auf die Idee, direkt das Volk der Aktionäre und der Belegschaft zur Ernennung der CEO's einer Unternehmung aufzurufen. Die Aktionäre ernennen überdies nicht die Geschäftsleitung, sondern die Aufsicht über diese - und erteilen dieser Aufsicht Décharge oder nicht.
Die Bundesräte sind eine Art CEO's (Chief Executve Officers = Chef Exekutivbeamte) mit politisch erteiltem Ausführungsauftrag und verantwortlich für die Effizienz der Ausführung. Diese Verantwortung für die Effizienz bedingt wiederum die Führung der Departemente gemäss politisch vorgegebener Zielsetzung und auch nach betriebswirtschaftlich bewährten Grundsätzen. Das Palament ist die bestgeeignete Instanz, die Besetzung dieser Stellen vorzunehmen und auch gewisse Kontrollfunktionen über sie auszuüben (Gewaltenteilung). Das Volk ist dazu bestenfalls idealisiert aber leider nicht wirklich und praktisch im Stande.
Es ist kein Personalchef. Es hat Besseres und Wichtigeres zu tun. Seine Macht würde durch die Befugnis bzw. die Belastung damit, seine Exekutive zu ernennen, nicht zu-, sondern empfindlich abnehmen. Das begeisterte Volk wählt Hoffnungen und projiziert diese auf für solche Projektionen geeignete "charismatische" Figuren, die es dann in das gelobte Land seiner Hoffnungen und Träume führen sollen - und das genau ist das Ende von Demokratie.
| Von glaukothyr @ 05:29 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
Als 'Ökodiktatur' wird von den 'Freiwilligen' die Gesamtheit erwägens-
werter Massnahmen und Regelungen zur Bewältigung der sich in
Gang setzenden Klima-, Flora- und Faunakrise bezeichnet. (Mit den
'Freiwilligen' sind diejenigen gemeint, die die bereits zur Einsicht in
die Dringlichkeiten und Notwendigkeiten Gelangten warten lassen
wollen, ob sie irgendwann vielleicht und 'ohne jeden Druck von
aussen' ebenfalls zur Einsicht gelangen, sich nicht länger um die
Leistung ihres Beitrags zur Bewältigung der Dringlichkeit und Not-
wendigkeit drücken zu können.)
In ihrer Widerspenstigkeit gegen das Notwendige meinen sie, zu
den Verlierern zu gehören, wenn und so weit sie sich hinsichtlich
der bisher genossenen Voraussetzungen und für sich errungenen
Vorteile auf einen Wirtschaftswettbewerb mit situations-, sach-,
sozial- und zivilisationsgerechten Kriterien für die Lauterkeit und
Fairness dieses Wettbewerbs einstellen müssen.
Sie wollen 'freiwillig' nicht einsehen, dass die Epoche, in der sie er-
starkt sind, nicht anders als alle vorangegangenen für die damals Er-
starkten schon, vorüber- und zu Ende geht.
Sie verkrampfen sich in der Haltung, am 'Drücker' sein und bleiben
zu müssen, um 'sicher' zu sein. Diese 'Sicherheit' bedeutet für sie,
auf vertrockneten Lorbeeren auszuruhen und sich nur gegen Vor-
schussleistungen derjenigen und all dessen anstrengen zu müssen,
die und das sie unter ihre Kontrolle und in ihre Abhängigkeit gebracht
und entsprechenden Zwängen unterjocht haben.
Sie sind blind dafür, dass sie sich selber und alles von ihnen Abhän-
gige, Kontrollierte, Motivierte und Angetriebene in eine Ökotyrannei
verstrickt haben, die der grossen Mehrheit der nicht Privilegierten
schmerzlich verschlechterte und zunehmend prekäre, kränkende,
erniedrigende, aussichtslose und tödliche Lebensbedingungen be-
schert. Sie verdrängen, dass sie aus dieser systemischen Tyrannis
selber und im 'freien' Alleingang keinen Ausweg finden, der nicht
auch für sie beschwerlicher und schwieriger wird, je länger sie zau-
dern und zögern.
Die nach Jahren, Jahrzehnten immer noch vorgebrachten Argumen-
te, Zwang sei der nur zweit- oder gar drittbeste Weg und es sei vor
ihm der 'Freiwilligkeit', der sich von selbst einstellenden Einsicht und
dem darauf gründenden guten Willen der Vorzug zu geben, wird
scheinheilig, wenn sich die Freiwilligen während Jahren und Jahrzehn-
ten um wirksame Beiträge an die Bewältigung einer globale Schick-
sale bestimmenden Aufgabe drücken, deren Dringlichkeit bagatelli-
sieren und zuwarten wollen, bis sich für die sich Zierenden und
Drückenden ein Ausweg auf Kosten Anderer anbietet.
Sie reden von 'ganzheitlichen' Ansätzen und nehmen sich von der
Mitverantwortung für das Ganze aus.
Der Freiwilligkeit ist der Vortritt zu lassen, wenn und so lang sie
wahrhaftig ist und bleibt, was bedeutet, dass sie den ihr gewährten
Vortritt tätig ausübt und nicht als Vorwand zur Rechtfertigung dafür
missbraucht, dass Alles möglichst lang auf Kosten Anderer beim
Alten bleibt.
Wer sich Freiwilligkeit ausbedingt, anerkennt damit die Notwendigkeit
der verhandelten Ziele und verspricht, innert nötiger Frist das Wirk-
same zur Erreichung dieser Ziele aus eigenem Antrieb und eigener
Kraft (und eigene Kosten) zu tun.
Erweist sich der sich als Freiwilliger Erklärende als unwillig oder unfä-
hig, das Nötige rechtzeitig und wirksam zu tun oder zu leisten, so er-
weist sich dadurch gleichzeitig auch sein Versprechen als wertlos und
ist damit die letzte Frist zur freiwilligen Tat unwiederherstellbar
verwirkt.
Dass sich die Not inzwischen verschlimmert und der Zwang, ihr zu
wehren verschärft haben, ist Folge der Säumigkeit der Freiwilligen.
Die Not duldet keinen weiteren Aufschub mehr.
| Von glaukothyr @ 17:21 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
Einen Gottesstaat errichten zu wollen, ist etwa so klug, aussichtsreich und ehrlich, wie eine Unterwasserweltraumstation konstruieren und ausrüsten zu wollen: Man masst sich an, das Begrenzte zum Gefäss für Allgegenwärtiges und Unerschöpfliches, Starres und damit Endliches zur Manifestation von Schöpfung und Wandel, Rechthaberei zum Ausdruck göttlicher Weisheit, Dogma an Stelle kosmischer Optionalität, Bespitzelung und Gewaltanwendung zur Grundlage der Ordnung, Angst und Schrecken an Stelle der Begegnung von menschlichem mit göttlichem Geist zu setzen.
Es ist nicht nur nicht möglich, sondern auch überhaupt nicht notwendig, einen Gottesstaat zum Heil des Menschen und der wie immer aufgefassten Menschheit zu errichten.
Viel grösser als alles in blutigen Kämpfen Errungene und mit grossem, als Tribute von Geknechteten und Erniedrigten erpresstem Aufwand Errichtete wird, unscheinbar und sanft webend, das friedliche Nebeneinander vieler, unterschiedlichster Religionen, Glaubensinhalte und Kooperationsformen zu einer Staatlichkeit tragenden und erst ermöglichenden Kultur. Aus dem unablässigen Bemühen um Friedlichkeit wird langsam und fast unmerklich auf Dauer Freundlichkeit und damit ist noch lange nicht das weitest Mögliche erfüllt.
Diese Leistung ist eine elementar humane Leistung der Bevölkerung, ist das Werk vieler, unregelmässig und innovativ minteinander verbundener und sich verbindender Menschen - eine Leistung, die kein Führer, kein Machthaber, kein Politiker für sich beanspruchen kann, denn sie ist wohl unscheinbar aber deswegen keinesfalls unwirksam (sondern wirkt und webt).
Darum ist diese glanzlose und stille Friedlichkeit den Machthungrigen, Gross- und Wichtigtuern ein Dorn in Aug' und Fleisch und sie ruhen nicht und scheuen keinen Aufwand, diesen Frieden zu stören. Denn Unfriede macht die Ideen-, Ziel- und Rastlosen für Blendwerk und Hass empfänglich. Das grossartig Scheinende ist ihr schwacher Trost, nach dem sie süchtig.
| Von glaukothyr @ 13:34 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
Sehr geehrter Herr Doktor X,
ich erkläre Ihnen hiermit die Beendigung des unklaren Verhältnisses zwischen Ihnen und mir betreffend die Behandlung meines Brustkrebses.
Tatsächlich fällt mir kein treffendes Wort zur Definition dieses Verhältnisses ein, jedenfalls keines, das etwas über die allgemeine Erwartung eines kranken - jedenfalls nach ausgesuchten, empirischen, theoretischen, gesundheitsökonomischen und gesellschaftspolitischen und weiteren, für die Öffentlichkeit und den Patienten nicht durchschaubaren Kriterien für 'krank erklärten' - Menschen an einen heilenden Arzt aussagt.
Die Interaktion zwischen uns beiden ist auf eine nach bei Ihnen programmierter 'sozialer Kompetenz' ablaufende Scheinkommunikation eingeschränkt. Sie hören nicht, was ich Ihnen sage, gehen auf meine Fragen, wenn überhaupt, nur zögernd oder gar widerstrebend ein und nehmen nicht wichtig, was ich Ihnen über mein Wohlbefinden bei und nach den Behandlungen mitteile.
Meinen gleichzeitigen Problemen mit meiner Parkinsonkrankheit und den Komplikationen, die das von Ihnen Angeordnete für meinen Umgang mit meiner Gesundheit als persönliches Wohlbefinden und nicht bloss als Zweckmässigkeit für eine Krebstherapie verursacht oder verursachen könnte, schenken sie bestenfalls beiläufige und rein verbale Aufmerksamkeit.
Das reicht vielleicht für das Inganghalten eines Gesundheitsbetriebs, eines öffentlichen Gesundheitswesens und dessen Verwaltung und für die statistische Erfassung klinischer Erfolge und betrieblicher Ergebnisse. Was Sie leisten, genügt vielleicht, um Ihnen attestieren zu können, bei der Ausfüllung Ihres Postens keine Pflichtverletzung und keinen Kunstfehler begangen zu haben, hat aber mit heilender und lindernder Behandlung rein gar Nichts zu tun. Als Arzt im landläufiger Erwartung entgegenkommenden Sinne bleiben Sie untätig.
Man hört viel die Redewendung, der Patient sei zur Nummer bzw. zum unter einem Code registrierten Fall degradiert. Man müsste vielleicht mehr darüber zu reden beginnen, dass der kranke Mensch im von Politikern, Ökonomen, Zulieferern und medizinische Experten als 'hocheffizientes' angestrebten Gesundheitswesen keinem Arzt mehr begegnet, sondern unzähligen programmierten Modulen eines Systems, dem, einmal zu dessen Verfahrensobjekt mit hochgradig schwer bestimmbarem Endergebnis geworden, nicht mehr zu entrinnen ist.
Meine Krankheit ist gegenwärtiger Teil sowohl meines Körpers als auch der Inhalte meines Bewusstseins. Wie ich mich dazu einstelle, ist Teil meines Lebens und meiner Zukunft. Sie gehört in jeder erdenklichen Hinsicht ausschliesslich mir und ich allein bin die letzte Instanz, die entscheidet und die Verantwortung dafür übernimmt, was mit und hinsichtlich dieser Krankheit, auch in Verbindung mit meinem Körper und meiner Persönlichkeit, zu geschehen habe.
Die Tatsache, dass da einerseits eine von sich selbst sehr überzeugte medizinische Fachwelt sich meines Falls kompetent annimmt und geschäftstüchtig bemächtigt, andererseits eine obligatorische Krankenkasse für irgendwelche von irgendwem für gut befundene Behandlungen Unsummen Geldes bezahlt (nicht etwa weil da einem Menschen in seinem Leiden beizustehen wäre, sondern weil dieser unter Zwang dafür Prämien entrichtet und ihm dafür aus politischen Gründen zu seinen Prämienzahlungen unverhältnismässige Ansprüche zuerkannt werden, damit sich eine bevorzugte Gesundheitsindustrie entwickeln könne) kann an dieser fundamentalen existentiellen Verantwortung des einzelnen Menschen für sein höchstpersönliches Dasein rein gar nichts ändern.
Ich habe an meinem Brustkrebs nie 'gelitten' sondern er ist vom Gesundheitssystem bei einer Routineüberprüfung entdeckt und diagnostiziert worden. Danach ging alles sehr rasch, fast handstreichartig, wie von medizinischer Seite für gut erachtet und nach den Bedürfnissen des Medizinbetriebs geplant. Ich wurde und werde zwar schrittweise über das von Ihnen bereits Eingeleitete und Angeordnete 'auf dem Laufenden gehalten', was aber immer erst dann geschah und geschieht, wenn ich gleichzeitig oder unmittelbar darauf folgend unvorbereitet vor neue vollendene Tatsachen bzw. von Ihnen verordnete therapeutische Schritte gestellt bin.
Nie wurde mir gehörig Gelegenheit und Zeit gegeben, mir eine eigene Meinung zu bilden und einen entsprechenden Standpunkt einzunehmen.
Nebst den Beschwerden meiner Parkinsonkrankheit muss jetzt jetzt auch noch die Folgen Ihrer krebstherapeutischen Massnahmen ertragen. Die Symptome wie Übelkeit, Schwächezustände, Müdigkeit und Schlaflosigkeit treten regelmässig nach Ihren Behandlungen ein. Ob die Therapie 'greift', wie Sie es sagen, kann ich nicht beurteilen. Mir tut sie nicht gut, wie ich nicht nur sage, sondern am eigenen Leibe erfahre; ich habe grosse Mühe, 'brav' zu sein und zu glauben, dass sie etwas nützt.
Es gehört zur gutbürgerlichen Wohlanständigkeit, einer ärztlichen Diagnose und darauf ärztlich verordneten Behandlungen zu vertrauen und ich bemühe mich redlich, den Anstand zu wahren. Es fällt je länger desto weniger leicht.
Gleichzeitig nämlich bin ich mir bewusst, wie sehr ich von unüberprüfbarem Wissen und dessen Anwendung durch Menschen mit all den Schwächen, nicht zuletzt charakterlichen, die auch Hochschulbildung nicht auszugleichen vermag, abhängig bin. Das Fehlen offener Kommunikation genau über diese Abhängigkeit und Unterlegenheit (aus Unwissenheit und mangels Beziehungen zu einflussreichen Stellen) gegenüber einem übermächtigen System kränkt und erniedrigt.
Diese Kränkung und Erniedrigung, die in Kauf zu nehmen ist, um der Segnung eines zeitgenössischen Gesundheitswesens teilhaftig zu werden ist quasi die Trägerfrequenz für Alles, was kompetent eingerichtetes und geschäftstüchtig inszeniertes und arrangiertes Therapieren in Gang setzt. Es gibt begründete Zweifel, dass das in irgend einer Weise wirklich heilsam sein kann.
Eine Chance auf Erfolg kann nur bestehen, wo die beschriebene Kränkung und Erniedrigung auf das systemimmanent Unvermeidliche so reduziert ist, dass der Vorgang der vom Patienten mitzutragenden und mitzugestaltenden Heilung oder wenigstens Stabilisierung und Bewältigung der Krankheit die sachlich bezweckenden Einrichtungen des Gesundheitswesens mit seinen theoretischen, methodischen, logistischen, politischen, finanziellen, rechtlichen und administrativen Zwängen, Erschwernissen, Unberechenbarkeiten bzw. 'Wild Cards' und die Rechthabereien, Beflissenheiten, Geschäftigkeiten, Machtansprüche und Geschäfte, die die Gesundheitsideale erzeugen und zur Vermarktung und Verwertung bringen, auf Dauer überragend zu überspannen vermag.
Dieses Überbrücken und Überschreiten der Wichtigtuerei des letztlich Profanen gegenüber dem wesentlich Lebendigen ist vermutlich ein elementares Erfordernis für eine Erschaffung der Voraussetzung für einen lebensfähigen und -freudigen Heilungsprozess.
Kein Gesundheitswesen auf der Welt lässt der Lebensfreude und der Lebensfähigkeit dort, wo es drauf ankommt, diesen Raum. Alles riecht nach Technik, Chemie, Geld, Kompetenz und Macht.
| Von glaukothyr @ 16:39 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
Ein Volk, das über dem Parlament, über den Kammern, über der Regierung, über der Justiz, über der Verfassung steht, ein solches Volk gibt es regelmässig in den politorgiastischen Träumen von Staatsmännern und -frauen, die sich entweder des Applauses einer Mehrheit der von ihnen angesprochenen Menge sicher fühlen oder die dieser mit kalkulierten Aussichten auf 'Erfolg' schmeicheln.
Die Sicht in entgegengesetzter Richtung verschmäht das Volk als von gegnerischen und schon deshalb schlechten Kräften verhetzten, irregeführten und verführten Pöbel.
Für beide Beurteilungen gibt es nicht nur geschichtliche Belege sondern auch biblische und mythische.
Das Volk, das den Politikern je nach Anklang, den sie momentan bei diesem finden
oder zu haben meinen, entweder 'am Herzen' liegt oder ihnen widerwärtig erscheint, wird am einfachsten und wirkungsvollsten über Gefühle angesprochen. Das macht es einerseits sympatisch, andererseits unberechenbar.
Um diese Art Politik zu betreiben, muss man dazu veranlagt sein, mit Gefühlen zu
spielen und zu agitieren. Echten Sinn für wahre Demokratie erfordert das nicht.
Es gibt daher für viele eigenständig denkende und urteilende und individuell fühlende Menschen gute Gründe, sich nicht dem Volk zugehörig fühlen und erklären und unterwerfen zu wollen, das über allen seinen von ihm selbst zur Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit vereinbarten und eingerichteten Institutionen und über allen Verfassungen und gemeinsamen Bestrebungen der Völker stehen will, um damit seine hemmungslose Willkür zu rechtfertigen.
Wer zu einem solchen Volk redet und ihm schmeichelt, redet nicht zum wirklichen
Volk, sondern zu seiner persönlichen Wunschwählerschaft und Gefolgschaft und ist im Kern seiner Seele kein Demokrat sondern ein Feudalherrscher, Vasallenhalter und Hörigenführer.
| Von glaukothyr @ 12:24 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
Risiken zentralisierter Entscheidungsbefugnis
Dass Managment von grossen, global agierenden und manipulierenden Unterneh- mungen extrem riskant und in Phasen akut beschleunigter Dynamik zu überpro- portionalen Anteilen Intuitions- und Glück- sache geworden ist, kann nicht den Führungskräften an ihren jeweiligen - zeitlich zufälligen - Positionen allein zur Last gelegt werden.
Das sind Eigenarten und Risiken des globalen Spiels und Pokers um Ressourcen für den Kult des Werbens um künftige Weltherrschaft.
Die bedingte und beschränkte Fähigkeit, Verantwortung für Folgen zu tragen
Wohl generieren und bestimmen die Führenden durch ihre auf ihren letztlich persönlichen Führungserfolg ('gesunder' Ehrgeiz, Lebensziel, "Lebenswerk") eingeengten Konzepte, Strategieen, Marschpläne und durch den allein diesen verpflichtet unzimperlichen Gebrauch ihrer vernetzen Macht grossen Teils diese sich an vielen Rändern zuneh- mend deutlich als verderblich offenbarende Dynamik, aber sie unter- liegen dabei Zwängen, die viele von ihnen so nicht gewollt und nicht in ihre Karriere eingeplant haben.
Nachträgliche Gerechtigkeitsrituale bewirken ausser Illusionen rein gar nichts
Diese Zwänge, unter denen global vorallem die Erwerbsschwachen am stärksten leiden, können nicht dadurch bewältigt oder beseitigt werden, dass die glücklosen Führungskräfte als Sündenböcke einem oberflächlichen, von Medien und Politikern angeregten öffentlichen Gerechtigkeitsappetit vorgeführt werden und gleichzeitig den gegen- wärtig offenbar 'erfolgreichen' angeblich nach den Gesetzen des Mark- tes angemessene, angesichts alles Alltäglichen aber abgöttisch anmutende, kollek- tive 'Dankbarkeit' für ihre - nach selbstherrlich bestimmtem Mass - 'aussergewöhn- lichen' Fähigkeiten und Leistungen erwiesen wird.
Nicht die Justiz, sondern Kultur und Politik sind in erster Linie gefordert - und sind entsprechend die eigentlichen Fahrlässigen, Säumigen und Versager
Kultur und Politik sind gefordert, die Grausamkeiten des kalten Pokers um's Überleben kollektiver Systeme und Kulte angemessen zu lindern.
Für Kultur ist jeder Einzelne zuständig. Ohne sein persönliches Engagement für sein Gewissen geschieht zwar viel von Staat, Mäzenen und Sponsoren finanziert Intellektuelles, die Sinne anregendes und bevorzugten Empfindungen Gefälliges, das bestenfalls den Wechsel von "IN" und "out" beschleunigt oder wenigstens in Gang hält, aber es erschliesst keine Perspektiven und Potentiale, die über den Rand der Zwänge der endlos fortgesetzten Effizienzsteigerung hinaus sehen, den- ken oder schon nur wenigstens ein bisschen fantasieren und träumen lassen.
| Von glaukothyr @ 15:47 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
| Von glaukothyr @ 23:48 | [ 011 Sparringpartner gesucht ] |
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