2009-05-25

Der Einzelne und seine Ohnmacht

Von glaukothyr @ 12:22 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Post Scriptum zu einem Brief an eine Versicherungsagentur betreffend das systemische Symptom automatisierter Korrespondenz mit der Kundschaft, wie sie auch von Behörden und von privaten Dienstleistern mehr oder weniger sinnvoll und kundenorientiert gehandhabt wird.

P.S. (Zu Handen der Automatismusverantwortlichen)
Das Symptom automatisch, nach zu simpler Kriterienauswahl gerastert automatischer Informations- bzw. Korrespondenzauslösung ist ein allgemeines.
Es tritt auffällig häufig in Verhältnissen zwischen administrativ und ressourciell überlegenen, kollektivierend organisatorischen Systemen einerseits und dieser Kollektivierung wehrlos ausgesetzten und in Abhängigkeit gebrachten Individuen andererseits auf.

Der Nutzen dieser 'Informations'-automatismen ist im Verhältnis zum von diesen verursachten Verschleiss an materiellen wie immateriellen Ressourcen sehr oft - wenn nicht gar fast regelmässig - minim bis kontraproduktiv.
Die Fortsetzung solcher Verfahren im bisherigen Stil scheint wenig geeignet, Vertrauen in die Tauglichkeit der sie anwendenden Systeme zu schaffen.

Sie verstärkt den Eindruck auf Seiten der Vertrauensgeber, dass die Systeme auf Verdichtung der Abhängigkeit des Einzelnen von ihren Automatismen beruhen bzw. dieser Abhängigkeit für ihre 'ökonomische Selbstbehauptung' geradezu als Roh- und Treibstoff bedürfen. Das wiederum lässt eher erwarten, dass die Fortführung bisheriger Scheinrationalisierungen und zu simpel beurteilter Effizienzsteigerung weniger aus der währenden Krise hinaus denn noch tiefer in die Dekadenz kollektivierender Nutzenmaximierungskulte, auf Kosten individueller Autonomie, hineinführen.

 

 

 


2009-05-17

Vorsorge? Wozu oder wogegen denn?

Von glaukothyr @ 12:42 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Wer zuviel der Vorsorge frönt oder sie gar zum Kult erhebt, sei's zum kollektiven oder privaten, hat schliesslich das unvermeidliche Nachsehen.
Er verausgabt seine Zukunft und wird irgendwann davon überrascht und enttäuscht, dass er samt seinem Vorgesorgten keine Zukunft mehr hat.
Das nimmt er dann zum Anlass, nach Schuldigen jedwelcher Art Ausschau zu halten, um sie zu jagen, zu plagen und auszurotten.
 
Der uneinsichtig von den Wirkungen seines Vorsorgekultes Enttäuschte macht sich die Ausrottung Schuldiger und der Schuld - die er für 'das Böse' hält -  'seinem Ebenbilde gleich', zur 'neuen' Zukunft bzw. zur scheinbaren Kompensation effektiv vertaner Zukunft.
 
Man kann aber nicht 'Böses' ausrotten, ohne Leben und Lebensvoraussetzungen zu zerstören oder gar unwiderbringlich zu vernichten.
 
Konsequenz aus der Ausrottung des 'Bösen' : Noch weniger Zukunft - und entsprechend immer weniger Anlass für 'Vorsorge' jedwelcher Art überhaupt. Es fehlt aber nicht nur an Anlass, sondern in peinlichem Grade auch an Kräften und Ressourcen dazu. Diese werden von hastigen, aus auf zwangsläufig als das nächstdringend Scheinende verkürzter Sicht beeinflusste Reaktionen auf gründlich und unerkannt seit langem schon Missratenes verzehrt.
 
Sind die Gejagten und Geplagten wehrlos und werden tatsächlich so sehr dezimiert, dass es wegen Mangels an Prügelknaben für die Jäger noch prekärer und zeitlich aussichtsloser wird, da diejenigen, die lange an den Nutzen, den Wert und gar die Unentbehrlichkeit des von den Jägern mit ihrer Jagd auf das Schädliche 'Geleistete' geglaubt - und deshalb auch einiges dafür erduldet - haben, ernüchtert und verspätet erkennen, wie sehr die Jäger vor allem für sich selbst gesorgt, ihre Beschäftigung gerechtfertigt und zum achtenswert scheinenden Beruf gemacht haben, dagegen vom Allgemeinwohl, das es nicht gibt (vor allem nicht auf Kosten Wehrloser, Gejagter und Geplagter), das sie aber zu wahren und in dieser Art wahren zu müssen vorgaben, keine Ahnung hatten.

Sind aber die Gejagten stark genug, sich zu wehren, werden sie irgend wann einmal selber zu Jägern auf die sie Jagenden und Plagenden. - Worauf das dann hinausläuft, bedarf keiner weiteren Erörterung. Die Medien berichten ausführlich und gründlich falsch darüber.

 

2009-05-10

Muttertag

Von glaukothyr @ 13:55 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Eine unbestimmte und doch beachtliche Zahl von Müttern ist fest entschlossen, alles zu tun und zu unternehmen, damit die Welt für ihre Kinder eine bessere werde - und beginnen damit bei ihren Kindern, statt bei sich selbst. So lehren sie unbedacht ihre Kinder, mit dem 'gut' Gemeinten und nicht zu Ende Gedachten bei den Andern zu beginnen und es andern aufzuzwingen statt es selbst zu riskieren und zu tun.

Sie halten ihre Sehnsucht für die Welt und sich selbst als dieser enthoben. Sie meinen, zu wissen, was unter keinen Umständen zuzulassen sei - und das ist alles, was ihrem Traum und Bild von der 'besseren' Welt widerspricht, ohne zu fragen, welchen Anteil sie selber daran haben, dass die Welt nicht so ist wie sie meinen, dass sie sein müsste.

Sie opfern die Freiheit und die Lebensfreude ihrer Kinder auf den Altaren ihrer erträumten und ersehnten Götter.