'Zeit' ist keine Wirklichkeit
| Von glaukothyr @ 21:02 | [ 013 Teilchenbeschleuniger ] |
Ohne Albert Einstein bemühen zu müssen, wird hier an einem simplen Beispiel klar, dass Zeit kein eindeutiger Begriff für eine nachweisliche Wirklichkeit ist und sein kann, sondern bloss eine Benennung einer Gesamtheit durch viele Faktoren bedingter Vorstellungen vom scheinbar und angeblich selben endlos Veränderlichen.
Sie ist vielleicht ein dem Menschen mit zuerst Vorstellungen von Anfang und Ursächlichkeit, dann von Schuld (Tribut), Belohnung und Strafe ("lebenslänglich"), dann durch das Rechnen mit Zinsen, dann mit den Abonnementen für alles Mögliche unmerklich und plausibel auferlegter - und einstweilen noch gutmütig hingenommener - Zwang.
Dieser Zwang besteht letztlich im auferlegten und eingeimpften Glauben an das durch automatische Wiederholung scheinbar unendlich Fortgesetzte und Fortsetzbare, das, einem Uhrwerk gleich, sich selber genügt und genügen soll, solange es nur läuft, gleichgültig welche und wessen Zeit(en) es anzeigt, bzw. gleichgültig, wer die Zeiger richtet. So ist "Zeit" im Grunde nichts als eine Anzeige, eine gigantische Show, aufrechterhalten mit einem gigantischen und nie objektiv berechneten Verschleiss an Ressourcen. (Dieser Verschleiss könnte nur berechnet werden, wenn ein Vergleich zu einem nachweislich existierenden System ohne Zeitrechnung mit äquivalentem Angebot an Existenzgrundlagen bekannt wäre).
Mit einem etwas kühnen gedanklichen Sprung gelangt man zur Hypothese:
'TIME IS THE URGE THAT THE SHOW MUST GO ON AND WHICH MAKES IT TO BE - OR AT LEAST MAKES IT LOOK LIKE - 'MONEY'.
Die das Individuum umgebende Gesellschaft wirkt mit ihrem Applaus für verschiedenste Formen von Zeitkonformität bzw. für Performing in der Zeitshow als Tarnung dieser malware.
Das Kollektiv nimmt Zeit nicht als Zwang, sondern als organisatorische Errungenschaft wahr (eine dem Stockholmsyndrom vergleichbare, kollektive wie individuelle Reaktion auf anders nicht erträgliche Abhängigkeits und Untertanenverhältnisse) und ist bis in die kleinste Nebensächlichkeit seines Funktionierens nicht nur total abhängig davon, sondern mit dem Zeitkult über die Finanzsysteme auf Gedeih und Verderben unlöslich verstrickt, sosehr, dass sogar die Wissenschaft - jedenfalls die finanzierte - sich ganz schön viel darauf einbildet, Wissenswertes und Notwendiges über die "Zeit" auszusagen (Wissenschaft ist, sobald institutionalisiert, Rechtfertigung der Kulte, denen eine sie finanzierende Zivilisation frönt).
Ein System ohne Zeitkult? - phantastischer Blödsinn!
Die Idee, schon nur anzudenken, wie ein System zur Versorgung der ganzen Weltbevölkerung mit dem für ein menschengerechtes Dasein (wie immer eine solche "Art- bzw. Gattungsgerechtigkeit" beschrieben oder gar verbindlich festgelegt sein mag) ohne Zeitgerüst für das Organisatorische und ohne Zeitrelation für die angemessene und absichtsgemäss wirksame Zuteilung von Rationen zu bewerkstelligen wäre, gilt auch heute noch, 33 Jahre nach Erscheinen Alvin Tofflers "Grenzen der Krise", worin er wichtige Elemente des globalen Wirtschaftsinfarkts beschrieben hat, spontan von der Mehrheit angesehener Experten als phantastischer Blödsinn abgetan. Das allein zeigt schon, wie sehr die Vorstellungen davon, was Weltwirtschaft sei, könne und soll, immer noch an den Wertsystemen des Industriezeitalters verhaftet und in den dadurch erzeugten Denkgewohnheiten befangen sind.



