2008-12-29

Nef - und kein Ende der Journaille

Von glaukothyr @ 20:56 [ CH-Bananenplantagen ]
Für gewisse Interessengruppen muss es offenbar aus - von diesen selbstverständlich nicht frei offenlegbaren Gründen - ganz besonders unverzichtbar sein, durch für einfältige Gemüter "sensationelle" Neuigkeiten aus dem angeblichen Dunkel unter Nef's Bettdecke von Schattenbereichen abzulenken, deren Aufklärung auf sie selber ein unvorteilhaftes Licht werfen könnte.

Der Versuch, sich den kritischen Stimmen gegenüber Medienkreisen, die die Angelegenheit Nef um jeden Preis journalistisch - und politisch - weiter ausweiden wollen, anzuschliessen, ist von der Seite mit der Adresse : http://wwww.bluewin.ch  mit der Medlung "not allowed" verhindert worden, ....

Not Allowed

... weshalb das dort Geblockte halt jetzt hier gebloggt wird:

Ganz abgesehen davon, dass die Verursachung viel gewaltigerer Schäden für die Schweiz, durch andere Akteure, ungeahndet geblieben ist und bleibt und die Rückforderung in diesem Lichte sowohl den Gleichheitsgrundsatz als auch denjenigen der Verhältnismässigkeit (der auch als Sonderaspekt des umfassenderen Gleichheitsgebots aufgefasst werden kann) verletzen würde, besteht für eine Rückforderung gegen Nef keine Rechtsgrundlage.

Die CHF 275'000.-- waren Nef für seine einwandfreie und tadellos geleistete Arbeit geschuldet. Der Wert dieser Arbeit konnte nicht durch die privaten Vorgeschichten Nefs gemindert werden. Die Medien haben nicht darüber zu befinden. Und der kleine Mann auf der Strasse, der sich, gedankenlos und kurzsichtig, von den Medien aufhetzen lässt, auch nicht, ganz besonders nicht in einer Demokratie.
In einer solchen, die den Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit unabdingbar voraussetzt, hat über solche Rückforderungen nach dem für die Demokratie ebenfalls unverzichtbaren und ja auch vom Volk in der Verfassung anerkannten Grundsatz der Gewaltenteilung allein die Justiz auf Grund geltender Gesetze zu entscheiden.
 
Viele von denen, die sich aus ihrer eingebildeten besonderen Berufung heraus über die Grundsätze des Rechtsstaates erhaben fühlen und sich ungefragt ein Urteil über angebliche Taten ihrer jeweiligen Beute, diesfalls über Nef's - n.B. nicht rechtsgenüglich nachgewiesene - angebliche Schwierigkeiten in einer ehemaligen privaten Beziehung anmassen, könnten Nef - auch auf privater Ebene - kein Wasser reichen.
Nur ihre Bedeutungslosigkeit schützt sie davor, dass unter ihre Bettdecken geschaut wird. Ihre Agitation aus dem Schutz ihrer dürftigen Durchschnittlichkeit ist heuchlerisch, niedeträchtig und feige.

Nef hat auch keinen Schaden verursacht, für den er haftbar gemacht werden könnte. Die politischen Schäden, die von den Drahtziehern unter fadenscheinigen Vorwänden angerichtet worden sind, sind nicht von Nef zu verantworten. Sie sind auch nicht bezifferbar.
Es ist in jeder Hinsicht reine Willkür, von Nef allein auf Grund einer von gewissen Medienklüngeln unter Missachtung primitivster zivilisierter Verfahrensgrundsätze zusammengestiefelten Anschuldigung etwas zurück zu fordern.


2008-12-24

Ladenhüter Personenfreizügigkeit

Von glaukothyr @ 15:47 [ CH-Bananenplantagen ]

Nun beginnen die Kampagnen für und wider die Personenfreizügigkeit.

Es kann nicht überraschen, dass Engstirnigkeit Ladenhüter anhäuft, deren Entsorgung zum Problem geworden ist.

Die Befürworter wie die Gegner argumentieren mit Schäden, die es um jeden Preis zu verhindern gelte - in einer Situation, wo so viel schlimmere Schäden eingetreten sind, dass es wirklich nebensächlich und reine Frage des persönlichen Standorts  - mit andern Worten "reine Geschmacksache" - geworden ist, welche der möglichen Ausprägungen von Teilaspekten der Gesamtlage als die unerträglicheren empfunden und abgelehnt werden.

 

Die Politik der Nationen und das Verhalten ihrer Parteien gleicht dem Streit auf einem Kreuzfahrtschiff, das infolge einer Havarie unlenkbar geworden ist und evt. gar Beute von Piraten und dann versenkt werden könnte, darum, ob nun bis zum möglichen bittern Ende das Wohlergehen der Erstklasspassagiere demjenigen der Schiffsoffiziere oder umgekehrt (n.b. auf Kosten der übrigen Passagiere und Besatzung) vorgehen solle.
Etwas Besseres fällt aus Befangenheit in bisherigen Erwartungen und Gewohnheiten und im Beharren auf bis jüngst noch gültigen Wert- und Rechtsetzungen Niemandem ein.

2008-12-22

Die Gesetze der Moralisten

Von glaukothyr @ 12:32 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Verhilf einem Moralisten an die Macht und Du erkennst voller Entsetzen sein wahres Wesen. Er wird seiner Lust an der Rechthaberei und Heuchelei und vor allem an der Willkür, die ihm Huldigenden zu begünstigen und adeln, alle Übrigen zu erniedrigen freien Lauf lassen. Das wird ihm nicht lange genügen. Er wird süchtig danach werden, zu knechten, zu verfolgen, zu misshandeln und schliesslich grausam auszurotten, was sein Missfallen erweckt.
Seine Gesetze sind drakonisch und kurzsichtig; sie verleugnen die Wirklichkeit wo immer und so weit es nur geht, um jeden Preis.
Er behauptet die Wurzel allen Übels zu kennen, zu wissen, wie es wirksam zu bekämpfen sei und beschafft sich die Mittel, die es dazu braucht, wie immer er kann, denn der von ihm selbstgefällig vergötzte Zweck heiligt ausnahmslos alle verfügbaren Mittel, also auch mit der Zeit und unter wachsendem Druck auf seine Herrschaft auch erzwungene, erlistete, erpresste, gestohlene und geraubte.
Der Moralist strebt nie nach einer Welt in der alle ihren Platz haben und ihr Glück finden, sondern nach einer Welt zuerst und letzlich allein für sich selbst und für seinesgleiche, ohne jede Rücksicht auf Lebensbedingungen und Umstände, von denen er in seiner Engsichtigkeit keine Ahnung hat, weil er alles, was er nicht kennt, woran er nicht gewöhnt und was er nicht auszuhalten vermag und gewillt ist, in kindischem Trotz aus seinem Weltbild ausblendet und andern das Wort darüber verwehrt. Nichts ist davor gefeiht, von Moralisten als "Übel" entdeckt und verteufelt zu werden.
Sein "Triumph" ist nie wirklich einer über das, was er "Laster" nennt, denn er selbst ist ja des eigentlichen Ursprungs allen Lasters (Geltungssucht) geheimer Vasall, sondern einer über die Freiheit des Einzelnen und über die freie intellektuelle, geistige, seelische und ethische Entfaltung des Individuums durch unbefangene Begegnung statt in unterdrückter und bedrückender Gemeinschaft.
Die Logik der Moralisten sieht die Ursachen dessen, was sie zum Übel erklärt, vorzüglich in einem Verhalten anderer, das dadurch verunsichert, dass es ihm die Verantwortung dafür auferlegt, zu entscheiden, wie er sich persönlich dazu einstellt. Es genügt ihm nicht, für sich selbst anders zu entscheiden, als die andern, deren Entscheiden und Handeln - meist in Belangen, die ihn eigentlich Nichts angehen und nicht persönlch beeinträchtigen, er nicht versteht, sondern er bedarf der Bestätigung der Richtigkeit seines Handelns von der Gemeinschaft.
Um dies zu erlangen, strebt er mit allen Mitteln nach Macht. Er bildet sich ein und gibt vor, eine bessere Welt zu wollen.
In Wahrheit strebt er nach Mitteln, die Welt so zu gestalten - oder ihr wenigstens ein Aussehen zu geben, die  - bzw. das - seiner Seelenruhe frönt. Das ist die elementare Grundhaltung des Spiessertums. Wenn er könnte, würde er das Atmen verbieten, um so den Atemwegerkrankungen Einhalt zu gebieten.
Der Moralist kann sich nur durch Ausbeutung an der Macht halten, weil der Aufwand für die Aufrechterhaltung seiner Weltordnung - und sein Machtbereich ist für ihn immer die Welt schlechthin und aussehalb davon beginnen die Wildnis und das Böse - auf Dauer materielle und immaterielle Ressourcen in verheerendem Ausmass verschlingt.

2008-12-20

Enttäuschung

Von glaukothyr @ 13:32 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Enttäuschung erfährt jeder Mensch und gegenwärtig bleibt fast niemand davon verschont.

Gleichgültig, was der Anlass einer Enttäuschung ist, bietet sie die Gelegenheit, zu erkennen, dass man bis zu ihrem Eintritt einer Täuschung erlegen ist oder sich einer solchen gar hingegeben hat.
Diese Einsicht ist mit Leid verbunden. Man muss sich von der oft lieb gewonnenen oder doch zur Gewohnheit - und damit zu einem Aspekt der Geborgenheit - gewordenen Täuschung verabschieden (ursprüngliche Bedeutung von Leid). Man muss die beinah echt geglückte Einbildung der Erfüllung einer Sehnsucht, eines Ideals, eines Wunsches, die vermeintliche Erreichung eines Ziels, den irrigen Glauben an eine Unfehlbarkeit, Unumstösslichkeit oder Unantastbarkeit wieder gegen die zuvor verschmähte und unterschätzte Wirklichkeit zurücktauschen.

 

Verbreitet aber nicht tauglich ist das Mittel zur Linderung des Schmerzes, die "Schuld" an der Enttäuschung auf einen Gegenstand oder eine Person zu projizieren, der bzw. die im Mittelpunkt des falschen Modells oder Bildes, das sich der Enttäuschte von der Wirklichkeit gemacht hat, steht oder einen wesentlichen Inhalt davon ausmacht. Der Enttäuschte erhebt Anklage, um "Recht" zu erhalten bzw. zu behalten, woraus er dann eine Rechtfertigung für seine Folgerung (und neue Selbsttäuschung) gewinnen kann, dass er selber ja richtig gedacht und gehandelt habe und daher für ihn kein Anlass bestehe, sich von untauglich gewordener Geborgenheit zu verabschieden - was auch bedeutet, ein Stück weiter erwachsen zu werden (ein Prozess, der mit Erreichen der administrativ definierten Volljährigkeit nicht abgeschlossen, ja sogar oft noch nicht einmal richtig begonnen hat).

 

Je überzeugter der Enttäuschte ist, dass allein das Enttäuschende bzw. eine andere Person ihn und keinesfalls auch er sich selbst getäuscht hat, desto eher wird er auf einem sog. "Recht" auf Fortdauern bzw. Wiederherstellung seiner bisherigen Geborgenheit (die materiell oder immateriell definiert werden kann) beharren. Je mehr er in seinem Anspruch, sich selbst nicht zu verändern und sich für die Neubestimmung und -strukturierung seiner untauglich gewordenen Geborgenheit nicht anstrengen zu müssen, von einer gleich gesinnt mit-leidigen Umgebung bestärkt wird, desto eher wird er auch geneigt sein, Zwänge auf das von ihm für schuldig Befundene auszuüben, dass dieses an seiner statt seine gewohnte Geborgenheit weiterhin gewährleiste oder Ersatz dafür leiste.

Ist der Enttäuschte mit seinen Zwangs- und ev. gar Gewaltmitteln zur Erhaltung seiner Gewohnheit erfolgreich, werden diese Mittel zur Bedingung für seine künftige Geborgenheit und der Aufwand dafür bindet seine Kräfte, mit denen er eine autonome, von keinen Behelfen abhängige Geborgenheit aufbauen und entwickeln könnte. Die fällige Ablösung von der existentiell nach wie vor untauglich bleibenden Geborgenheit findet nicht statt und das Verkennen dieser Fälligkeit wird zur Ursache für die nächste Enttäuschung und Ernüchterung.

Je erwachsener ein Mensch, desto selbstvertändlicher übernimmt er die Verantwortung für seine Einstellung zu seiner personellen und materiellen Umgebung und desto weniger bedarf er der Anlehnung an, der Berufung auf und der Geborgenheit in etwas.

In seiner Verantwortung für seinen Austausch in und mit der Wirklichkeit erkennt und findet er seine Freiheit.


2008-12-17

Z E I T

Von glaukothyr @ 12:13 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Alle reden nur von Geld und flehen und rufen,
die einen verzweifelt im Elend dürstend,
die andern davon satt und trunken, betört,
wonach ? - nach noch mehr davon!

Niemand spricht von der Zeit,
die angeblich Geld sei
und warum und wie denn
was für und wessen Zeit
was für und wessen Geld?

Während der Eindruck davon und der Glaube daran,
wieviel Geld zu welchen Bedingungen
woher, wie lange für wen und wozu ? verfügbar sei,
durch Erzeugung von Schein mittels komponierten Signalen
gezüchtet, genährt und erhalten werden,
-
zerrint die Zeit, die unwiederbringlich
und nie durch die Wirkung von Schein oder Bildern,
durch kein Wort, keinen Klang und keinerlei Zauber
sich vermehrt ! sondern immer nur weiter zerrint

usf. - usf. - usf. - usf.

2008-12-15

Gog und Magog

Von glaukothyr @ 11:32 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

2008-12-13

Grenzen der "Machbarkeit" und ...

Von glaukothyr @ 17:45 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

... Grenzen des Vertrauens

Wir leben in einer Zeit, in der mit plötzlicher Schonungslosigkeit von vielen Seiten her zugleich offenbar wird, in welche Illusionen sog. "Kompetenzen" und darauf gründend angemasste Führüngsansprüche jeder Art die Menschen als Öffentlichkeit, als "Volk", als Konsumenten, als Bürger, als Eltern und Erzieher, als Kinder und Schüler, als Ratsuchende, als Hilfsbedürftige, als Patienten, als Anspruchs- und Unterstützungsberechtigte, als "Versi(e)cherte", als "Gewinner" betört, eingelullt und schliesslich in globale Fallen gelockt haben.

Allen zur Zeit zu beklagenden Überforderungen nach rascher, aber gerade so nicht leistbarer Abhilfe liegt derselbe Machbarkeitswahn- und -bluff zu Grunde. Sowohl das, wogegen die Abhilfe notwendig geworden ist als auch die an diese gestellten Erwartungen entspringen ein und demselben Geiste und Glauben, die Wirklichkeit durch abstraktes Wollen und mit diesem unterworfenen  "Wissen" und mit von diesem bestimmtem, plangemässem Ausbeuten und Wandeln von Ressourcen auszuschalten und zu ersetzen.
Sämtliche auf grössere Bequemlichkeit der Handhabung von Zwängen gegen andere Menschen abzielenden Theorien, Weltanschauungen und Institutionen usf., für einen zu tun, was einem selber zu anstrengend, zu gefährlich, zu mühsam, zu langweilig, zu unerträglich usf. ist, wetteifern um die grösste Anhängerschaft im Glauben, das Wissen und die Mittel erlangen und darüber verfügen zu können, mittels derer die Wirklichkeit durch die Wünschbarkeit nach dem Vorstellungsvermögen der Unerwachsenen, Kindischen, Kleinmütigen und Einfältigen ersetzt werden könne. Dieser Wettbewerb wird der elementaren Einfalt seiner Verheissung entsprechend ziemlich rücksichtslos ausgetragen.

Das Meiste allen in der sog. "Moderne" grossartig zu Stande Gebrachten beruhte und beruht nicht auf wirklich umfassendem und gründlichem Wissen, zuverlässigem Können und auf durchwegs substantieller Leistung, sondern auf kunst- und listenreich verdeckter Abschiebung der Folgen der geleugneten, verdrängten und  missachteten prinzipiellen Machbarkeitshindernisse auf die einst gar begeistert vertrauensseligen Ahnungs- und entsprechend Sprach-, Recht- und Wehrlosen.
Die "hervorragende Kompetenz" bestand und besteht grossen Teils im sog. "Marketing", d.h. in der Fähigkeit, mit allen aus den verfügbaren hemmungslos ausgewählten Mitteln ein Überwiegen von Vorteilen des Angebotenen gegenüber seinen offensichtlichen wie auch eventuellen Nachteilen plausibel zu machen (überzeugen= mehr Zeugen für das Eine gegen das Andere als umgekehrt vorbringen bzw. nennen zu können, ungeachtet der Wahrheit ihrer Aussagen).

Die wirklichen Meister eines jeden, gleichgültig welchen Fachs, machen naturgemäss die Minderheit aller Fachkundigen aus. Entsprechend wenig haben sie als Minderheit zu sagen, besonders auch, weil fast regelmässig, was sie zu sagen haben, gegen die von den Kindischen, Unerwachsenen, Kleinmütigen und Einfältigen ersehnten Bequemlichkeiten spricht und daher nicht verstanden wird. Entsprechend gross ist auch die Versuchung für Viele, besonders für die Eitlen der Mehrheit der nach Meisterschaft Strebenden aber nicht dazu Taugenden, ihre Bedürftigkeit nach Eignung zur echten Meisterschaft mit unlauteren Mitteln auszugleichen (Doping, Korruption, Machtmissbrauch, Verführung, Täuschung, Betrug, Drohung, Gewalt - Das Anbieten solcher Erfolgsprothesen ist ein vielschichtiger, breitgefächerter, eigenständiger, mit der Politik stark verknäuelter Wirtschaftszweig).
Dieser Neigung liegt ein grundsätzliches Missverständnis des Wertes der Meisterschaft zu Grunde, das einer Lust an übertriebener Huldigung an den durch einfachen Vergleich anhand simpler Kriterien messbaren Erfolg schmeichelt und die Befriedigung billiger  und launenhafter Geltungssucht dem wesentlichen Wert bevorzugt. Der wesentliche Wert liegt eben nicht im Ergebnis bzw. Erzeugnis, sondern in der Hingabe des Arbeitenden an die Erzeugung, die dem Erzeugnis seine Qualität verleiht und die letztendlich unbezahlbar und durch keinen Marktwert abgeltbar bleibt. (Insofern ist die Rede vom "Marktwert einer Arbeit" ethisch nicht mit der Menschenwürde vereinbar. Juristisch ist diese Theorie keine Verletzung der Menschenwürde, solange das Recht sich im Dienst materieller Werte, kollektiver Wertverhältnisse und der diese organisierenden Institutionen sieht, denen das Individuum untertan ist, nicht im Dienst des Menschen und seiner Gestaltung von Gemeinschaft, an der das Individuum aus seiner Verantwortung und Fähigkeit mitwirkt.)

Wo immer eine den Wettbewerb - und damit auch die Anerkennung und Respektierung echter Meisterschaft - lückenlos überwachende, unparteiische und zum wirksamen Eingreifen ermächtigte und ausgerüstete Schiedsinstanz fehlt oder nur unvollkommen wirkt, ist zu beobachten, wie Unlauterkeit nicht nur vorkommt, sondern wegen mangelnder Korrektur im wahrsten Sinne des Wortes Schule macht, also geradezu ein ihr günstiges Klima vorfindet und pflegt, sodass die Skrupel der Wettbewerber in der Wahl ihrer Mittel zum Ausgleich ihrer Schwächen "ganz selbstverständlich und natürlich" schwinden.

Das zeitliche Zusammenfallen technologischer, logistischer, militärischer, gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Überforderungen, dessen Zeugin die Gegenwart wird, ist nicht zufällig, weil Unlauterkeit in allen diesen Bereichen zum generell als "halt unvermeidlich dazu gehörend" geduldeten Verhaltensmuster geworden ist. Nicht sie (Unlauterkeit), sondern die Mangelhaftigkeit ihrer Absicherung vor Entdeckung und Ahndung, galten und gelten als Makel.
"Kompetenz" ist von einer auf Wissen, Können, Verantwortung und Integrität bauenden Berufung und Zuständigkeit zu  einem auf bedingungs- und skrupellose Machthörigkeit und -strebigkeit abstellenden Willkürpotential geworden, das es seinem Inhaber möglichst uneingeschränkt erlauben soll, Lauterkeit, Leistung und Werte nach eigenem Belieben und Bedarf zu definieren.  (Das  kommt auch in vielen Fällen, wo jemandem "Führungsschwächen" vorgeworfen werden, zum Ausdruck.) Entsprechend war der Wettbewerb seit langem keiner mehr zwischen realwirtschaftlich Mehrwert bzw. Qualität erzeugenden Leistungen, sondern einer der Erzeugung von wertentkoppelten Spiel- und Willkürpotentialen. Überdeutlich wird das an den aktuell zu beobachtenden Folgen des Gerbrauchs von Finanzvehikeln als solche Willkürpotentiale.
 
Dies sind die wahren Gründe des Vertrauensverlusts, den man nun mit Staatsgarantieen und -hilfen aufzuhalten hofft, aufgrund einer Politik, die in ihrer Tendenz zu unmerklicher, dafür unentrinnlicher Versklavung eigenmächtig zu "Gegnern" Erklärter, zur endlos fortgesetzten Reihe rücksichtslos auf Kosten Unbeteiligter  von Mitsprache Ausgegrenzter ausgetragener Kämpfe und geschmiedeter Ränke zwischen den eben beschriebenen Willkürpotentialen missraten ist.
Dieser "Vertrauens"-verlust ist nämlich naturgemäss am tiefstgreifendsten und selbstzerstörerischsten zwischen den Macht- bzw. Willkürpotentialen, weil diese ja erstrebt werden, um auf Vertrauen geradezu verzichten und es durch den bequemer und zuverlässiger scheinenden Zwang gegen die Mitspieler - jedenfalls die schwächeren - ersetzen zu können. Die Panik, die an den Börsen sichtbar wird aber nicht eigentlich dort stattfindet, hat ihren existentiellen Ursprung in der plötzlichen Störung der bisherigen prekären Gleichgewichte zwischen diesen subtil aufeinander eingepielten Zwangs- und Druckerzeugungspotentialen.
Entsprechend gestalt- und grenzenlos ist die Hilf- und Ratlosigkeit gegenüber der sichtbar gewordenen, mit taschenspielerischen Marketingtricks nicht mehr aus- und wegzuspiegelnden, eigentlichen Wirklichkeit.

Ob diese plötzliche Störung hochkomplizierter Gleichgewichte auf einem Unfall, einem Versagen eines Kommunikations- oder Steuerungsmoduls oder auf einem absichtlichen Akt eines Mitspielers zur Verbesserung bzw. Verteidigung seiner Stellung in diesem Milieu des Überlebens des Tüchtigsten, der Feindschaft des Besseren gegen das Gute, des Stärkeren gegen den Starken beruhe, muss und kann der Mutmassung überlassen bleiben, weil das zu wissen für das künftig Sinnvolle genau so bedeutungslos ist wie es das schon bisher gewesen ist und war.
Entscheidend ist für die nächste und fernere Zukunft die Frage, wer diesem Unsinn weiterhin seine Begabung, seine Lebenszeit, seine Freiheit opfern und sich institutionalisierter Willkür unterwerfen will, um von dieser mit von dieser vorgegaukelten Schein- und Glitzerwerten nach deren launenhaften Gunst und Gnade entweder gelobt, bevorzugt, geehrt und belohnt oder nach unberechenbarem Missfallen und jäher Ungnade ausgegrenzt, bestraft oder gar als störend entfernt und entsorgt zu werden. Es spielt da auch wirklich keine Rolle, im Gewande welcher Ideologie, mit welchen Verheissungskatalogen und mit welchen Rechfertigungsargumenten einem diese Willkür entgegentritt.

Gutgläubigkeit und Vertrauensseligkeit sind in alltäglichen Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten liebenswerte Eigenschaften. Im Umgang mit Zwangs- und Willkürpotentialen missraten sie zum Verrat an Recht, Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie. Bestraft wird dieser nicht vom Verratenen, sondern von denen, an die es verraten worden ist - mit sublimer Geringschätzung und Erniedrigung der Verräter, die letztlich schwerer zu ertragen sind als die Bedeutungslosigkeit, der die Verräter zu entrinnen gehofft haben. Das merken die Verräter regelmässig erst zu spät. Der Widerruf eines Verrats ist nie zum scheinbar geringen Einsatz, den der Verrat erfordert hat, möglich und bewirkt rein gar nichts.
Verrat ist unheilbar, ganz besonders für den Verräter, es sei denn, der Verräter opfere Alles und ohne Erwartung auf Rückgewinn des durch seine naive Weichlichkeit leichtsinnig Verspielten.

 


2008-12-12

"Vertrauen"

Von glaukothyr @ 13:14 [ 010 Mutmasslich Gleichgesinnte ]

2008-12-10

Die Mörder der Konkordanz ...

Von glaukothyr @ 17:56 [ CH-Bananenplantagen ]

 ... und die "Menschenrechte"

Nun sind sie also entlarvt, die "Mörder der Konkordanz", die von C.B. noch am Vorabend der Wahl hellsichtig zum voraus erkannt und verdächtigt worden sind und die nun mit quasi blutigen Händen dastehen, allerdings ohne das Opfer zur Strecke gebracht zu haben, dem sie angeblich nachgestellt haben.
Die Mehrheit derjenigen, die nicht zum zur Zeit noch grössten Wählerblock gehören und mit diesem in wichtigen staatspolitischen Punkten uneins sind, hat sich allerdings auch zur rein arithmetischen Konkordanz bekannt, aber deutlich zum Ausdruck gebracht, dass diese an sich nur eine Regel der Formalität ist, die ohne inhaltliche Qualität wert- und bedeutungslos bleibt.

 

Man stelle sich zur blossen Erläuterung der rein arithmetischen  Konkordanz ohne jede inhaltliche Mindestgarantie für einen Augenblick den hoffentlich sehr unwahrscheinlichen Fall vor, fast dreissig Prozent der Wahlberechtigten unterstützten eine Partei oder politische Bewegung, die die Abschafftung der Gleichberechtigung der Geschlechter oder ein völlig uneingeschränktes Verfügungs- und Züchtigungsrecht der Eltern gegenüber ihren Kindern befürwortet und stelle sich die Frage, ob ein Angehöriger einer solchen Partei überhaupt als materiell bzw. inhaltlich konkordanzfähig gelten dürfe.

Die Antwort auf eine solche Frage dürfte für jedermann auf der Hand liegen. Sie wäre aber nicht die Antwort auf das ganze Problem. Gleichzeitig müsste man sich eben auch die Frage stellen, was denn einen so grossen Wähleranteil in die Arme einer solchen beinah sektenartigen Bewegung getrieben hat und was die übrigen Parteien versäumt haben, dass es so weit gekommen ist. Man muss sich sogar fragen, ob hier die 71% als insgesamte Mehrheit die Bedürfnisse und Rechte einer Minderheit verkannt haben und nun von dieser vorexerziert bekommen, wie sie sich von der Mehrheit schlecht behandelt oder eben grob vernachlässigt fühlt. Es genügt nicht, den Guru, der sich als Pfand der Konkordanz aufspielt und wehleidig deren Mörder anklagt (nachdem er sie selber schon halb tot geschlagen hat) zu lynchen. Der Vorwurf des Populismus trifft nur das schäbige Gewand, fällt aber auf die Hochmütigen und Selbstgerechten zurück, die sich nicht fragen, weshalb denn so Viele in so schäbigem Gewand auftreten und daherkommen.

Von Stil und Grad der Finesse des Ausdrucks abgesehen sind nämlich die Bekundungen der sich gediegen Äussernden über die aus ihrer Sicht "Unberührbaren", "politisch und kulturell Unterentwickelten" und bezüglich des Rechtsstaates bedenklich schlecht Erzogenen denjenigen der von den Wohlerzogenen als Rüpel Beurteilten über die aus deren Sicht deren Sicherheit, Geborgenheit und Wohlstand gefährdenden Fremden und Glücklosen bestürzend ähnlich. (Qualität und Intensität der gegenseitigen Fremdheit und Abgrenzung sind ja auch einander vergleichbar).
 
Die Konkordanz, die arithmetische jedenfalls, auf die C.B., T.B. 1, T.B.2, U.M. und andere beharrlich gepocht haben, ist nun gerettet, wunschgemäss streng arithmetisch und ohne jede Sentimentalität, Sympathie oder gar Empathie, was nun denen, die exakt genau das erhalten haben, worauf sie gepocht haben und kein bisschen mehr, doch ein bisschen ein Gefühl der Leere in der Magengrube zurückzulassen scheint. Unerwartet empfinden sie das gnadenlos Arithmetische als Ergebnis eines abgekarteten Spiels, eines Theaters, ja gar einer dreckigen Intrige.
 
Ob und was am 10. Dezember 2008 in Bern obsiegt habe, ist eine Frage an das Orakel - und bekanntlich bewahrheitet sich dessen Antwort für den Fragenden auf der Ebene, auf der er sie aus seiner Sicht, von seinen wahren Beweggründen geleitet, beraten oder geblendet, versteht oder missdeutet.

Oft spricht der Fragende einen wahren Kern der Antwort selber aus :

"Mörder der Konkordanz" - was könnte das wirklich heissen?

Die Konkordanz ist sterblich und eben gerade dadurch lebendig. Mit jedem Ausscheiden eines Bundesrats stirbt sie zu dem Anteil, den der Ausscheidende daran geleistet hat. (Von da her ist es gar nicht so abwegig, diejenigen, die das Ausscheiden eines Bundesrates herbeigeführt oder auf eine gewisse Art erzwungen haben, in der Rolle von - allerdings gesetzlich und rituell legitimierten - "Mördern" der bisherigen Konkordanz (keinesfalls aber der künftigen) zu sehen).

Das ist immer mit Verlust und Schmerz verbunden. (Genugtuung vermeintlicher "Sieger" darüber ist eigentlich kein wirklich guter Vorsatz für die Einstellung auf das Künftige, aber sie ist verständlich, wenn und so weit der Beitrag des Scheidenden an die materielle, inhaltliche Konkordanz ungenügend war und sich allein in ordentlicher Amtsführung erschöpft hat.)

Hinsichtlich des zu ernennenden Nachfolgers ist die Konkordanz für die Dauer des Auslese- und Ernennungsvefahrens fast unvermeidlich eine "rein arithmetische", ganz unabhängig davon, wie willkommen dieser Nachfolger von den Ernennenden generell geheissen wird oder nicht. (Das allerdings rechtfertigt nicht den Anspruch einer Partei, gleichgültig welcher Grösse, der politischen Gemeinschaft als Ganzes, der gegenüber sie ja - jeden Falls in einem gesunden demokratischen System - regelmässig eine Minderheit bleiben sollte - ihren Wunschkandidaten aufzuzwingen; das widerspricht der Verfassung, die ja eine effektive, das heisst durch Nichts und Niemand vorentschiedene Wahl des Bundesrats vorschreibt und nicht bloss eine Approbation - und selbst eine solche müsste verweigerbar bleiben, wenn das ganze nicht zu einem Marionettentheater bzw. zu einer mechanisch aufgezogenen Spieluhrendemokratie verkommen soll.)

Mit der Ernennung beginnt ein neuer Konkordanzzyklus und wird es Aufgabe sämtlicher Beteiligter (der Räte, der Politiker, des Volkes - und der Medien!), eine für das Weitere, Künftige neu modifizierte inhaltliche Konkordanz zu erarbeiten.

Ja! Es muss immer wieder scheinbar "von vorn" begonnen werden, es bedarf dieser wiederholten Impulse, vergleichbar dem Puls eines Herzens.
Das kann besser oder weniger gut gelingen und dieses Gelingen hängt von weit mehr Faktoren ab, als die dieses Gelingen von je ihren gebundenen Standpunkten aus Beurteilenden überhaupt im Stande sein können, umfassend wahrzunehmen.

 

Ob T.B.1, Leittier der Herde, die nun den Beginn eines neuen Konkordanzzyklus feiert, überhaupt eine Ahnung hat, was dieser Neubeginn an Anforderungen an das von ihm Gelenkte in sich birgt, ist Teil der oben geschilderten Orakelsituation.

Je wohlfeiler und plausibler die Antworten von verschiedensten Weissagern ausfallen, als desto sibyllinischer könnten sie sich in letzter Konsequenz offenbaren.
Etwas verblüffend war ja die Reaktion T.B's  auf das Erreichte und von seiner Herde bereits Gefeierte eigentlich schon. Da war nur gerade das Nötigste zu hören, dessen ein in der gegebenen Situation angebrachtes Bekenntnis zur Entwicklung für das Künftige erforderlicher Konkordanz bedurfte.  Dafür wurde der erstaunte Zuhörer Zeuge eines reichlich peinlich penetranten Beharrens auf dem abenteuerlichen Versuch, anhand kunstvoll an den Haaren herbeigezerrter "Indizien" nachzuweisen, dass und wie gewisse politische Gruppierungen die Konkordanz zu vereiteln beabsichtigt hätten, weil sie von den ihnen von der Verfassung zuerkannten Befugnissen anders Gebrauch gemacht haben, als er und seine Hintermänner ihnen in verfassungsrechtlich fragwürdiger Weise aufzuzwingen versucht haben.

Grotesk schliesslich das noch peinlichere Beharren von T.B.1 auf dem Versuch, den Befürwortern eines Gegenkandidaten Missachtung von dessen Menschenrecht und Würde vorzuwerfen, weil sie versucht hätten, dadurch "Druck" auf diesen auszuüben, dass sie denselben trotz seiner eindeutigen Erklärung, er werde die Wahl nicht annehmen, zur Wahl vorgeschlagen hätten, während T.B. und seine Hintermänner genau dasselbe mit den von ihnen offziell zur Wahl gestellten Kandidaten eben so gemacht haben - jedenfalls, wenn deren von allen Beobachtern deutlich gehörten und wiederholten Erklärungen, sie hätten sich nur widerstrebend und voller Bedenken zur Wahl zur Verfügung gestellt.

Noch angeschminkter erscheint das "Feingefühl" von T.B.1 gegenüber den auf seinen Parteikollegen angeblich ausgeübten Druck, die Wahl anzunehmen, wenn man sich an die Bedenkenlosigkeit, mit der er, T.B.1 und seine Hintermänner eine Treibjagd auf den scheidenden Bundesrat veranstaltet haben.

Ganz offensichtlich kann T.B.1 nicht verstehen, wen und was die Menschenrechte schützen und ist er hinsichtlich deren Anerkennung zu einer materiellen, inhaltlichen Konkordanz mental von vornherein nicht fähig. Dass es ihm und seinen Gesinnungsgenossen - in ganz anderen Zusammenhängen aber auch Exponenten "entgegengesetzter" Lager - grösste Mühe bereitet, zu begreifen, dass die Menschenrechte eine grundsätzliche Barriere gegen das Recht des Stärkeren zum Schutz der den Starken hilflos Ausgelieferten ist, hat er mit seinen Erörterungen über sein Verständnis von Menschenrechten deutlich offenbart.

 


2008-12-08

"Volksjustiz" statt "Volksherrschaft"?

Von glaukothyr @ 17:48 [ CH-Bananenplantagen ]

Wenn man beobachtet, wie akzeptabel den politischen Kreisen, die keine Gelegenheit vorbeigehen lassen, die Justiz zu verunglimpfen und darüber zu klagen, dass diese die Volksrechte missachte und den Staat und die Rechte des Bürgers in Gefahr bringe, und die sich z.B. im Zusammenhang mit der Verwendung des Erlöses aus der (vielleicht etwas voreiligen) Veräusserung von Nationalbankgold als "Hüter des Volksvermögens" aufgespielt haben, die glimpfliche und fast bedingungslose Art und Weise erscheint, in der zwischen Regierung und UBS das sog. "Banken-Nothilfepaket" geschnürt worden ist, von dem ehrlicherweise mit guten Gründen zu bezweifeln ist, dass es in allen wesentlichen Punkten dem Willen des Volkes entspreche oder auch nur dessen wirkliche Billigung voraussetzen kann, darf man sich schon ein bisschen verwundert die Augen reiben.

Auch im Hinblick darauf, wie diese Kreise nicht müde werden und damit viele Anhäger gewonnen haben, das Misstrauen gegen die EU zu schüren und eindringlich vor Identitäts- und Freiheitsverlust und vor Abhängigkeit der Schweiz gegenüber dem Ausland zu warnen, während die heute viel aktuellere und erniedrigendere Abhängigkeit der Schweiz von privaten, mit ausländischen Machtzentren verflochtenen Finanzkonglomeraten nie ein Thema war. Hängt das vielleicht damit zusammen, dass hinter den politischen Kulissen enge Interessen- und Gesinnungsgemeinschaften zwischen dem als wacker patriotisch folklorierter Volkstribun aufgemachten Hauptexponenten dieser angeblich bauern-, bürger- und gewerbenahen  Volksbewegung und der Sekte des "shareholdervalues" und ihrer Hohepriester gepflegt und genossen wurden und für die Zukunft weiter ausgebaut werden?
 
Es ist nicht zu bestreiten, dass dies selbstverständlich eine aus der Froschperspektive gestellte Milchmädchenfrage ist, eine Frage eben, die zu hören und verstehen echte Nähe zu Volk, Bügern, Gewerbetreibenden und zu als Milchmädchen Arbeitenden erfordert. Gerade weil der Blick des ganz normalen Frosches, der im Unterschied zu einem König statt von einer Prinzessin höchstens von einem Milchmädchen je einen Kuss zu erwarten hat, aus seiner Position zwangsläufig von unten nach oben gerichtet ist, profane und vielleicht auch peinliche Dinge zu sehen bekommt, die den oben auf ihrer Augenhöhe mit einander verkehrenden Königen und Prinzessinnen angeblich verborgen bleiben und über die man "aus Anstand" nicht spricht (auch wenn im praktischen Umgang damit keinerlei Hemmungen wirken) und über die betreffend Gegner und Konkurrenten wohl angezettelt in Wort und Bild plakativ zu berichten diskret die hörigen Medien "angeregt" werden, ergeben sich ganz andere, aus der Sicht von oben herab "unverständliche" Fragen.
 
Niemand ist daraus ein Vorwurf zu machen, dass er nicht alle Blickrichtungen, von oben nach unten, von rechts nach links und erst noch je entgegengesetzt und über's Kreuz gleichzeitig einnehmen und bewältigen kann. Das vermag niemand zu bewerkstelligen. Gerade deshalb aber ist Vorbehalt all' denen gegenüber angebracht, die vorgeben und versprechen, das zu tun, zu wollen und zu können.
Dass einer vor Jahrzehnten und in zarter Jugend einmal den Blick von unten nach oben gekannt und geübt hat, bietet keine Gewähr dafür, dass er, der sich inzwischen ausschliesslich dem Blick in die entgegengesetzte Richtung gewidmet und ihn sich angewöhnt hat, sich wieder wirklich auf die frühere Ebene zu stellen bereit und in der Lage ist, besonders, wenn er seine Versprechensveranstaltungen von einer Ebene aus organisiert und finanziert, die offensichtlich in der entgegengesetzten Richtung gelegen ist und die politische Rührigkeit des Emporgekommenen dem Einkauf von Vasallen und Söldnern ähnlicher ist als der Begründung eines Bundes gleiches Leid und gleiche Freuden miteinander teilender Genossen. Die historisch kritische Betrachtung liefert genügend Beispiele dafür, wie Emporkömmlinge, vor die Wahl gestellt, entweder das von Ihnen Erreichte zu retten oder die "nach unten" gegebenen Versprechen einzulösen, sich zur Rettung ihrer Position entschieden haben, selbstverständlich, um ihre Versprechen einlösen zu können, was aber gerade nicht damit vereinbar ist, dass sie sich retten, denn dazu brauchen sie ja die Treue der eingekauften Vasallen und Günstlinge und den Glauben Dogmentreuer, gewiss nicht das über ihre Versprechen frei, unbetört und unabhängig urteilende und entscheidende Volk.
 
In solchen Situationen wie der aktuellen überhaupt eine "Vertrauensfrage" zu stellen ist hoffnungslos verspätet und entsprechend scheinheilig. Es bleibt nur noch die Frage, was ist in dieser Situation überhaupt noch möglich ist. Wenn dann aber keine andere als eine äusserst abenteurliche und anarchistische Alternative mehr offen bleibt, dann muss von einer Zwangslage die Rede sein.

 

Wenn die Politik eine freiheitlich demokratische Gemeinschaft in die Zwangslage geraten lässt, dass gar nichts Anderes übrig bleibt als seine Bürger dem jahrelangen Frondienst an einen maroden Finanzsystem zu überstellen, dann hat sie als Ganzes unverzeihlich grobe Fehler, Fahrlässigkeiten und Treulosigkeiten begangen und kläglichstens versagt. Eine Politikerin, die und ein Politiker der dann noch angesichts solcher Sachlage mit Fingern auf Andere zeigt, um die Mitschuld von sich selbst abzuwenden, macht sich lächerlich und unglaubwürdig, offenbart ihre/seine Unfähigkeit zur Einsicht in die von ihr/ihm selbst begangenen Fehler. Die Fehler selbst sind menschlich und verzeihlich.
Das mit Fingern auf andere Zeigen dagegen ist schmählich und feige.
 
Dasselbe gilt für diejenigen Experten, Lehrenden, Leitenden und Lenkenden aus Finanz und Wirtschaft, die vorgeben, sich für nichts Anderes als eine "freie Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb" eingesetzt zu haben und mit diesen Rosskuren für diejenigen, die weder zu Mitsprache über die Regeln des Wettbewerbes noch zur massgeblichen, über die Bedeutung abgefallener Brosamen und ärgerlichgnädiger Almosen hinausgehenden Teilhabe an den Erfolgen zugelassen worden sind, nichts anderes als die Wiederherstellung dieser ehemals (für Auserwählte) paradiesischen Zustände zu bezwecken. Auch hier ist es für die Frage nach dem Vertrauen zu spät. Dieses ist tiefenpsychologisch verspielt und kann bestenfalls vorübergehend "marktpsychologisch" etwas aufpoliert werden. Diese Massnahmen sind Schmerzmittel, keine Heilmittel. Je länger die riskante und schmerzhafte Therapie hinausgeschoben wird, gleichgültig, ob aus Feigheit oder gezwungenermassen, desto unausweichlicher bleibt als einzige und letzte Möglichkeit die radikale Amputation der Glieder.
 
Diese Situation ist für Volk, Steuerzahler und die Bevölkerung insgesamt erniedrigend und niederdrückend, weil das Aufzubringende von diesen über Jahre für eigentlich ganz Anderes, von Wirtschaft und Politik für die Zukunft Versprochenes und Verheissenes erarbeitet worden ist, genau so wie all das privat ersparte Vermögen, das für Viele, besonders Rentner, bereits unwiederherstellbar vernichtet und verloren ist, als Folge von Ereignissen und Entwicklungen, die durch Entscheidungen mächtiger Institutionen hervorgerufen und in Gang gebracht worden sind. Diese Institutionen und ihre Entscheidungsorgane und -Verfahren sind, unter vielerlei Vorwänden, die je einzeln vernünftig und akzeptabel erscheinen, in ihrer Gesamtheit aber ein System ergeben, das seinen Insidern uneingeschränkte Willkür erlaubt, jeder Kontrolle durch die Öffentlichkeit und deren Vertretungen entzogen.
Scheinheilig ist die Haltung der angeblich "Volksnahen" und die direkte Demokratie Vergötzenden, weil sie ihre Versprechen von angeblich "direkter Demokratie" mit im wahrsten Sinne des Wortes "billigen" und nutzlosen Beweisen dafür einzulösen scheinen, dass sie dem Volk Erfolgserlebnisse mit Initiativen über Gegenstände verschaffen, die eigentlich ordentlicher Gesetzgebung vorbehalten wären, für die aber in wahrhaft unverantwortlicher Weise ein Verfahren der Verfassungsrechtsgebung beansprucht und missbraucht wird. Auffallend und peinlich ist der übermässig grosse Anteil in jüngerer Zeit erfolgreicher Intitiativen, die zur Aufweichung der Gewaltentrennung zwischen Verfassungsrechtsetzung und Justiz betreiben, jedenfalls zur Folge haben: So geschehen bei der sog. "Verwahrungsinitiative", beinah bei der "Einbürgerungsinitiative" und neulich bei der jedem zivilisierten und kompetenten Rechtsdenken spottenden, weil wegen der miserablen Formulierung durch die Initianten sogar deren in die Initiative gesetzten Hoffnungen in der Praxis nicht nur teilweise, sonderngründlich zunichte machenden "Unverjährbarkeitsinitiative".

Hier kommt eine Krise des Systems zum Vorschein, die als  von sich dem Volk aus allen Ecken Anbiedernden geschürte Justizfeindlichkeit den Finanz- und Wirtschaftskrisen nicht regelmässig, wenn aber, dann typischerweise voranreitet. Natürlich tragen daran diejenigen, die sich ihre beschaulichen Karrieren im Justizapparat eingerichtet haben, einen beachtlichen Anteil an Mitverusachung dieser kollektiven Verächtlichkeit gegenüber der Rechtskultur überhaupt. In einem solchen Klima bietet sich dem nach politischem Erfolg mit billigen Effekten Haschenden dieser uralte Trick an, den Massen "Volksjustiz" als billigen Ersatz für Mitbestimmung des Volkes dort, wo es statt um Milliarden und Billionen geht, die der Bürger als Verlust oder in Form von Steuerlasten und Prämien für abenteuerliche Versicherungsmodelle bezahlen muss um wenige Millionen, die die angeblich verkommene nutzlose Justiz verschlingt. Während die Begründung dafür, wieso es nicht anders geht, als Milliarden für das angebliche Allgemeinwohl in den Sand zu setzen, sorgsam so lückenhaft und gleichzeitig in Einzelheiten so kompliziert und mit wenig geläufigen Fachausdrücken gespickt unverständlich erklärt werden, ist der Gegenstand der Volksjustiz immer so simpel und sonnenklar und zweifelsfrei dargestellt, dass jeder in jedem Zustand und in jeder Situation selbstsicher mitreden kann, was mit gewissen Tätern - ganz besonders mit Sexualstraftätern - anzustellen sei, damit "diese Schweinerei" - von der allerdings wenige Prozente der Gesamtbevölkerung betroffen sind - "ein für alle Mal aufhört" - was der Natur der Sache gemäss so unmöglich ist wie die Verhinderung von Gewittern.

"Ha, das ist Demokratie, wenn das Volk da mit- und der verdammten Justiz dreinreden kann - jawoll!"
- während es sich mit Finanz- und Wirtschaftskonzepten abfinden muss, die es mit zyklischer Regelmässigkeit und gnadenloser Gründlichkeit um die Früchte seiner Jahrzehnte gewährt habenden Arbeit geprellt und gleich auch noch um seine Rechte zur Mitsprache an den Bedingungen, zu welchen dieses fragwürdige System weitergeführt werden soll, betrogen wird. Dafür darf es der Justiz in Dingen dreinreden, wovon es noch weniger Ahnung hat, als das Justizpersonal haben sollte und die auf seine existentielle Situation im Vergleich zu einer Rezession und drohenden Depression äusserst marginalen und mittelbaren Einfluss hat. (Die wirtschaftlichen Konsequenzen der Reszession und erst recht der evt. drohenden Depression werden rein praktisch die Folge haben, dass viele den Prozess, insbesondere die Beweisführung, betreffend eine unverjährte und unverjährbare Tat schon rein finanziell nicht durchstehen werden. Die Aussichten auf Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung sind bei schwieriger Beweislage gering, bei aussichtslos scheinender Beweislage von vorne herein nicht gegeben). Aber, der Volkswille ist einmal, vor einiger Zeit, geschehen!
 
Sicher ist es nicht unwichtig, "Schweinereien" im Privatbereich einzudämmen. Das ist aber nicht die prominente Aufgabe einer Demokratie. Die liegt doch eher auf der Ebene der Verhinderung und Bewältigung politischer und wirtschaftlicher Katastrophen. Wenn die Demokratie diese Aufgaben so wenig überzeugend und wirksam zu bewältigen vermag, dass sie in Zwangslagen wie die gegenwärtige hineinmanövriert werden kann, muss man sich wirklich fragen, wieviel an diesem Modell eher Illusion und Sentimentalität ist denn politische Wirklichkeit. Wenn börsenrelevante Fragen über der Verfassungsmässigkeit des Verhaltens einer Regierung stehen, ist der Staat ein Instrument der Finanzmächte zur Ausbeutung nicht nur der Arbeitnehmer, sondern auch der Steuerzahler. Das setzt die Ressourcen der Solidarität der Bürger gegenüber dem Staat sehr riskanten Belastungsproben aus.
Vielleicht liegt es daran, dass bei vielen Politikern sog. "wirtschaftlich aufstrebender Länder" die Segnungen direkter Demokratie nicht verstanden werden.

 


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