2008-11-27

Augen zu und durch!

Von glaukothyr @ 13:25 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

"Augen zu und durch!" ist ein beliebter Wahlspruch, unter dem man sich gern in das unausweichlich Gewordene schickt, ja in gern für heroisch gewerteter Pose geradezu stürzt wie eine grosse tragödische Gestalt sich in's Schwert, das die Umgebung erlöst, die es gewagt, ihr Leiden unter der jäh zur traurigen Gestalt gewordenen Grösse zu äussern und deshalb des Verrats verdächtigt wird.

Durch muss man - aber offenen Auges, mit wachen Sinnen und heiteren Geistes! Denn blindlings ist man ja da, wo man durch muss, hinein gerasselt! Und wer
die Augen vor der Wirklichkeit schliesst, meint, es sei dunkel, weil er nicht sieht, nicht sehen kann, nicht sehen will.

Durch heisst aber auch hinaus und fort (Fort-schritt!), ohne sehnsüchtige, sentimentale oder zornige Blicke zurück - die sind so irreführend und verderblich wie die Blindheit.

Durch heisst aber auch nicht stur bzw. "geführt" nach "vorn", denn wo das (vorn) sei, kann nur willkürlich vermutet und nicht allgemein gültig beantwortet sein.

Es bedarf darum der Umsicht. Diesen gleichzeitigen Blick nach allen Seiten können keine nach selektiven und bevorzugenden Kriterien erkorenen Eliten für den Rest aller Instanzen des vielgestaltig Lebendigen bewerkstelligen.

Der über Jahrtausende beharrlich wiederholte Versuch, solchen Eliten die Scheidung des Wesentlichen vom Unwesentlichen, des Richtigen vom Falschen, des Logischen vom Irrationalen usf. zu überlassen und deren Ergebnisse zu Normierungsgrundlagen für das Dasein der zu Massen Ahnungsloser Erklärten zu machen, hat nicht das erste Mal in der Geschichte kläglich versagt, vielleicht aber seit einigen Jahrzehnten nicht mehr so deutlich und mit so weitreichend und tief greifend bitteren Folgen, wie es nun allen gegenwärtig wird, die über den eigenen Tellerrand, über Quartalsgrenzen und durch die Gitterstrukturen verinnerlichter Grundlagen gewohnten Denkens hinaus schauen.

Seit einiger Zeit ist weit mehr in Bewegung geraten als nur der Verlauf statistischer Kurven aus ihren bisher gewohnten und für normal gehaltenen Bandbreiten und Tendenzen hinaus.


2008-11-25

Am Sterbebett des Kolonialismus

Von glaukothyr @ 18:45 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Im Sterbezimmer
Alle sehen es, Viele denken und wissen es irgendwie, nur Wenige erwähnen, mit bemühter Pietät, das Unausweichliche.
Der Patient ist nicht mehr zu retten - aber wer könnte ihn einfach sterben lassen?

Es ist nicht Anhänglichkeit, sondern der angsterfülte Respekt, der grausamer, inquisitorischer und scheinheiliger Macht entgegenbracht wird, geschürt durch das Rumoren hinterhältig beginnender Kämpfe um eine Nachfolge, die Nichts Besseres verheissen kann, weil sie ja dasselbe für sich beansprucht und erstrebt, wie die Vorgänger. Alles Andere wäre keine Nachfolge sondern etwas Neues.

Viele reden um den Brei und flüstern vom "Ende des Kapitalismus".

Sie verniedlichen damit das globale Problem einigermassen friedlicher und ausgeglichener Verteilung lebenswichtiger Ressourcen zu reinen "Grenzen" und zu "bisher unterschätzten Mängeln" einer Theorie.
Diese Theorie setzte nur vordergründig Arbeit und Kaptial zu einander in Beziehung. Letztlich ist sie darauf hinaus gelaufen und hat sie konkret dazu gedient, die Kolonialmacht von Fürstenhäusern auf Industriemachtgebilde zu übertragen und sie so weitgehend und zuverlässig demokratischer Kontrolle zu entziehen.
Die Theorieen des Kapitalismus - einschliesslich die marxistische(n) - dienten letztlich und erfolgreich der Umgehung der von humanistischen und völkerrechtlichen Anstrengungen und Hoffnungen errichteten ethischen und rechtlichen Hürden gegen Sklaverei und Ausbeutung von Menschen. Mit der - durch manche taschenspielerische Tricks scheinbar bestätigten - Verheissung raschen und grundsätzlich "jedem Tüchtigen" zugänglichen Reichtums (american dream) wurde die angebliche Gesetzmässigkeit des freien Wettbewerbs und des freien und global uniform geöffneten Marktes plausibel gemacht. Dem Glauben an dieses Dogma und der Unterwerfung unter dessen Forderungen wurde, wo sich Begriffsstutzigkeit zu viel Zeit nehmen wollte, um den Austausch angeblich untauglich gewordener Strukturen gegen effizienzmaximierte für die dadurch Überforderten
etwas erträglicher zu gestalten, unter Vorwänden "politischer Stabilisierung" mit ein bisschen Waffengewalt nachgeholfen, die in allzu vielen Fällen zur Daueroption geworden ist. Das hat - wie jetzt auch die Piraterie im Begriffe steht - zunehmend Aufträge für Militär- und Waffenindustrieen erzeugt. Piraten und Gegner rüsten sich bei denselben Lieferanten aus, wenn auch über den unterschiedlichen Kundenbedürfnissen verschieden angepasste Lieferkanäle.

Die Roheit abendländischer Zivilisation
Ohne die Umwelt zerstörende und Menschen verachtende und der Effizienz opfernde Ausbeutung von Rohstoffen welcher Art auch immer, wäre die Finanzierung der westlichen Sozialsysteme nie möglich geworden. Als die Sklaverei juristisch abgeschafft wurde, gingen die ehemaligen Sklavenhalter kurzerhand wieder zurück zum Menschenopfer, wenn auch nicht ritualisiert, aber doch zum Kult gemacht - zum Kult an einer Effizienz, die das, wie alle ihre Vorgänger unter den schmeichelhaft benannten Götzen, gnadenlos fordert. Hier ist die Rede von dem, was während Jahrzehnten schon in den rohstoffreichen Ländern geschah, deren Bevölkerungen der Willkür der Plünderer ihrer Reichtümer preisgegeben und deshalb an der Armutsgrenze entlang vegetieren. In Amerika waren die sozialen Absicherungssysteme politisch, gesellschaftlich und ökonomisch anders konzipiert und schienen genauso trügerisch sicher wie diejenigen hier in Europa. Die Amerikaner - nicht das amerikanische Volk - aber das dort zur artgerechten Haltung der Volksmassen eingerichtete und gefahrene System (das auch unter Obama weiterlaufen wird, weil es von niemand und von nichts ausser seinem eigendynamisch ausgelösten Zusammenbruch mehr abgestellt werden kann) waren noch viel bedingungsloser von dieser Ausbeutung abhängig als Europa, aus Gründen, über die noch alles andere als historisch stichhaltige Klarheit besteht. Während all'dieser Jahrzehnte wähnten sich die Europäer in der Gewissheit, nach dem Holokaust Ungerechtigkeit, Barbarei und Grausamkeit gegenüber Menschen weit und unwiderruflich hinter sich gelassen zu haben. Sie massten sich teilweise auch an, über anders konditionierte gesellschaftliche Systeme selbstgerecht die Nase zu rümpfen, Systeme, die zur Finanzierung ihrer ahnungslosen, dafür eingebildeten Fortschrittlichkeit beitrugen. In der Sorglosigkeit des Konsumrausches ging überdies vergessen, was die Grundlagen von Freiheit - ob kollektiver oder individueller - sind und wurde die Vorstellung Freiheit mit Schrankenlosigkeit und schliesslich mit beliebig käuflicher Entbindung von Pflichten aller Art.
 
Die Führer des sozialen Lagers in Europa haben das gewusst oder hätten es wissen können und müssen. Sie waren froh um die Kapitalisten und mussten es sein, so lange sie genug Geld von diesen erhielten, um ihre frommen Träume auszubauen und die Kapitalisten gaben gern, solange dieser Ausbau wiederum entweder ihre Kassen füllte oder ihre Beziehungsnetze enger knüpfte und weiter spannte. Mit ihren Attacken gegen den animalischen Kapitalismus (die einen mögen Insekten, die andern Raubtiere nicht besonders) konnten sie vermeiden, die wahren Themen anzugreifen, nämlich, wie eigentlich das Geld in den grossen Mengen verdient werden kann, um davon die Steuern und Beiträge zu entrichten, die den soziale Frieden finanzieren sollen.

Vage Vorstellungen :

  • Es ist nicht mehr länger vertretbar, den abendländischen Sozialgedanken fortzuspinnen und die Institutionen zur Unterstützung seiner Verwirklichung weiterzuentwickeln, ohne dabei alle Menschen mit in Betracht zu ziehen, auf deren Kosten und Freiheiten letztlich - durch kapitalistisch legitimierte Formen der Kolonialherrschaften - soziales Elend in den infrastrukturell bestgerüsteten Ländern einigermassen vermieden und verdrängt wird. Das ist kein nachhaltiger Fortschritt und bringt keinen weiteren mehr.

  • Es ist eben so wenig länger vertretbar, den Erfolg wirtschaftlichen Handelns den bisherigen Abgrenzungen gemäss z.B. aus rein betrieblicher Sicht, aus Sicht auf Kosten Anderer behaupteter Marktanteile und aus rein kapitalgeberisch risikodefinierender Sicht, zu beurteilen und ihn aufgrund der allein zahlenmässig erfassten Grösse des erzielten Erfolges und des künftigen Erfolgspotentials für selbstverständlich und vorbehaltlos willkommen zu halten. Die unzähligen, nicht in die Erfolgmessung eingerechneten, weil Andere und Anderes belastenden Auswirkungen unternehmerischer Behauptung und Durchsetzung müssen in angemessener Weise mitberücksichtigt und von neu dazu erschaffenden und finanzierenden Einrichtungen aufgefangen werden. Vorstellungen davon, wie das auszusehen haben wird, sind weder von der Politik noch von der Wirtschaft der Dringlichkeit solcher Ansätze gebührend angedacht worden.

  • Es ist höchste Zeit geworden, ökonomische Fragen nicht ideologisch sondern systemtheoretisch zu erörtern und dazu u.a. auch Modelle nach Methoden zu entwickeln, nach welchen etwa die Thermodynamik entwickelt worden ist. Was die Wirtschaftswissenschaften und ganz besonders die Führungsspitzen der Industrie und des Finanzsektors heute nach Aussen kommunizieren, ist vorwiegend auf Plausibilitäten gründende, vor interdisziplinär formulierter, neuer Fragestellung und vor systematisch kritischer Überprüfung bisheriger Grundannahmen sorgsam behütete Ideologie. Im Zentrum ihrer Untersuchungen steht das Gedeihen der Wirtschaftsunternehmungen, in der Annahme - verinfacht gesagt, wenn es allen Unternehmungen gut gehe, gehe es auch der Wirtschaft und entsprechend auch den Menschen gut.
  • Es ist eigentlich schade, dass man sich mit einem so simplen und langweiligen Kausalmodell ausgerechnet für das zufriedengeben will, was dabei mitwirken soll, im weitesten und umfassendsten Sinn des Wortes nach den Sternen zu greifen. Intellektuell läuft das eine vom andern weg.
  • In allen Bereichen der Koordination und Moderation kollektiver Räume und sozialer Prozesse werden auch die Proportionierungen und sachlichen wie zeitlichen Geltungsräume hierarchischer Entscheidungs- und Führungsstrukturen neu zu überdenken sein. Dazu gehört auch Auslegung, Einrichtung, Justierung und Begleitung der Tranmissionsvorgänge zwischen über- und untergeordneten Ebenen, Stufen und Positionen. Reine Kommandomodule, die heute noch das Grundmodell für oberste Führungsspitzen abgeben, sind nach und nach auf das absolut unerlässliche Mass sachlich, örtlich und zeitlich zu reduzieren und durch Kooperation generierende und begleitende Cluster zu substituieren. Statt Führungsmodelle und Unterwerdungsrituale werden Kooperationsmodelle erfunden, erarbeitet und eingeübt, in welchen im Idealfall jeder jeden ohne weiteres ohne Prestigeverlust für Jemand vertreten oder ersetzen oder unterstützen kann. Das wird sich tiefgreifend auf Familien, Schulklassen, Schulbetriebe, die Arbeitswelt und die Politik auswirken.


Ex Cathedra Vacillante : Psalm für den grossen Bären

Von glaukothyr @ 12:29 [ Mottenkiste ]

Psalm für den 'Grossen Bären'

1) Wenn die Läuse und Flöhe im Fell des grossen Bären zu dreist und aufsässig werden, geht dieser kurzerhand ins eisige Wasser baden und aus ist's mit der Herrlichkeit des Ungeziefers.

2) Figuren wie Hussein, Bush und und die andern 'grösseren' und kleineren, bis hinunter zu Provinzpotenateten, Lokalmatadoren und Finanzschnuckiputzis verschiedenster Kaliber, deren Wichtigkeit sich nach dem Mass des Zwists, den sie  zwischen Menschen sähen und nach der Grösse des Elends, der Not, des Hungers und der Zerstörung, die sie anrichten, bestimmt, sind Nichts als Läuse in Pelz des grossen Bären der Welt-, Natur-, Menschheits- und Evolutionsgeschichte.

3) Wenn dereinst der grosse Bär die Lust nach eisigem Bade verspürt, hilft keine Solidarität, keine Vernunft, keine Frömmigkeit, keine Schlauheit, keine Klugheit und keine Weisheit mehr.

4) Für den Einzelnen zählt dann nur noch, wie er war, ward und was er aus sich gemacht hat, wie er zum Leben eingestellt ist und welche Einsicht er in die Endlichkeit seines Daseins, die ihm ohnehin, mit oder ohne Lust des grossen Bären, sich hin und wieder der Läuse und Flöhe in seinem Pelz zu entledigen, beschieden ist, gewonnen und wie er sich dazu eingestellt hat. Das allein wird dann dafür entscheidend sein, wie er das lustige Bad des grossen Bären selber erfährt und ob er sein eigenes Ersaufen als das Glück des Bären oder als sein eigenes jämmerliches Ende erlebt - ja! in seinem und durch sein Sterben wahrhaftig erlebt!

10.09.2002

 

 

 


2008-11-24

Symptome

Von glaukothyr @ 14:35 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Während man in den Naturwissenschaften zu begreifen und zu lernen beginnt, Symptome nicht nach Klassen bestimmter Aussagen zu unterscheiden und zur unzweifelhaften Grundlage für eine Diagnose oder Deutung zu machen, sondern ihr Zustandekommen und dessen Ursachen zu analysieren, sind die sog. "Sozial"-wissenschaften - und auch in mancher Hinsicht die sog. "Geistes"-wissenschaften - beim Symptombegriff des 18. Jahrhunderts stehen geblieben. Entsprechend hilflos sind diese der durch die von ihnen bevorzugten Erkenntnismethode ausgelösten Flut zu unterscheidender und miteinander in Beziehung zu setzender Symptome, Phänomene, Signale, Meme, Seme, Begriffe, Szenarien, Prognosen usf' hilflos ausgesetzt. Es ist trügerisch, zu glauben, man könne etwas "rein theoretisch" beschreiben oder erfassen und es dann, mit denselben Abstraktionen, die die Theorie beweisbar gemacht haben, in die Wirklichkeit "umsetzen" und dort auch noch ohne Probeläufe und Weiterentwicklungen "auf Dauer" installieren.

Die Wirklichkeit kennt keine Abstraktion weil sie keinen "Willen" kennt und keinen Drang verspürt, irgend etwas zu verstehen, zu wissen, zu bewirken und entsprechend keine Willensdurchsetzungspotentiale akkumuliert. Das Wirkliche bedarf weder einer Intelligenz noch eines Bewusstseins, gleichgültig, ob das für den Menschen nun begreiflich ist oder nicht. Dennoch sind für den Menschen Intelligenz und Bewusstsein Aspekte des Wirklichen, gleichgültig, ob und wie er es wahrnimmt.

Abstraktion, Wille und Willensdurchsetzung sind zwar aus engagierter Sicht menschlichen Bewusstseins Bausteine und -teile für intellektuelle Konstruktionen menschlicher Daseinsauffassung, aus indifferenter, über- und aussersinnlicher und überbegrifflicher Sicht indessen blosse Optionen oder Kontingenzen der ganzen Wirklichkeit, zu der eben auch Alles gehört, was menschlicher, dem jeweiligen Stand der Evolution gemäss mehr oder weniger entwickelter und entsprechend beschränkter Wahrnehmungsfähigkeit noch nicht erreichbar ist. Die Unterschiede dieser Wahrnehmungsfähigkeit sind auch im Vegleich zwischen  Zeit-, Zivilisations und Kulturgenossen individuell beträchtlich. Eine generelle Objektivität kann daher nur für einen sehr eng gefassten Ausschnitt gemeinsam übereinstimmender Wahrnehmung bzw. übereinstimmender Wertung von Wahrnehmung angenommen werden und ist entsprechend auf Banales eingeschränkt. Je höhere Differenzierung und Verfeinerung zu einer Wahrnehmung unerlässlich ist, desto ausschliesslicher ist deren Objektivität auf den Kreis der dazu Fähigen eingeengt.

 

Selbst Wissenschafter, die von sich glauben, den Kreationismus überwunden zu haben, neigen, wo sie an die gegenwärtigen Grenzen entweder der Beweisbarkeit bzw. der 'Objektivierbarkeit' oder wenigstens der Rechtfertigungsmöglichkeiten ihrer Vermutungen stossen, dazu, die Wirklichkeit als ein letztendlich sowohl raum-zeitlich als auch in seiner Entwicklung endgültig abgeschlossenes System mit unveränderlichem Konzept aufzufassen, in dessen festen Rahmen Evolution i.S. bloss noch einer Vervollkommnung einer an sich abgeschlossenen Schöpgung stattfindet, die letztendlich allein eine solche des Menschen, seines Wissens und seiner teils diesem gemäss, teils diesem zuwider erfundenen, teils improvisierten, teils erlisteten und teils zwanghaft eingerichteten materiellen, kollektiven (Infrastrukturen) und immateriellen (Wertsysteme, Gefühlsprogramme) Behelfe zur Daseinsbewältigung sei.
Im Mai vor 20 Jahren ist  C.F. von Weizsäckers "Aufbau" der Physik erstmals aufgelegt worden. Die 4. Auflage ist im Mai 2002 erschienen (dtv, ISBN 3-423-33084-8) Schon der Titel postuliert überhaupt eine überwiegend materielle Wirklichkeit, die dazu eine nach universellen Bedingtheiten (sog. Gesetzmässigkeiten) wie ein Gebäude unveränderlich fest gefügtes System sei, das sich schon vor der Entstehung des Menschen zu einer Vollkommenheit entwickelt habe, die eine weitere Entwicklung erübrige - wenn nicht gar verunmögliche.

 

Das aber ist genau der harte Kern allen Kreativismus, wo dieser auch an fundamentalistische Ideen angrenzt, ob es sich dabei nun um eine kindlich naive und verbohrte oder um eine mit gigantischer Differenziertheit ausgeklügelte Spielart desselben handelt. Diese Grundannahme einer vollkommenen Erschaffenheit bzw. einer erschaffenen Vollkommenheit (die voneinander kritisch zu unterscheiden und die kritisch zu hinterfragen nie auf grosse Beliebtheit der den Ton Angebenden gestossen ist) ist Grundvoraussetzung für den Drang, eine "Einheit der Natur, so sie sich uns in der Einheit der Physik darstellt ... zu beschreiben und soweit als möglich zu begründen" (a.a.O: 3.Gedankengang - a._Methodisches S. 28 f.)  - Wozu eigentlich? Was wird für wen damit gewonnen sein?

 

Die Ursachen aller Systemkrisen sind überwiegend und in entscheidendem Masse intellektueller Natur und beruhen auf der Maffiosität (Anmassung, Überheblichkeit, Rücksichtslosigkeit), mit der Dogmen etabliert und dann gegen beachtenswerte neue Erkenntnisse behauptet werden, vor allem aus dem spiessbürgerlichen Hang zur Bequemlichkeit heraus,  als Experte, Lehrer, Adept, Gehilfe oder Höriger ehemals Erreichtes und Erfolgreiches zur möglichst  endlos anstrengungs- und risikofreien Pfründe umzunutzen.  Die mittels solcher Pfrund- bzw. Rentendogmen verbreiteten Überzeugungsmuster und argumentativen Schaltungen dienen immer mehr der Rechtfertigung zwar erfolgreich aber nicht objektiv zu Recht erworbener Besitzstände, Privilegien und Möglichkeiten, andern zu befehlen, was man selber zu tun zu träge, zu feige oder zu schwach ist. So wird das System nach Vorgaben erhalten und weiterentwickelt, die mit der Wirklichkeit in zunehmend gekünstelt abstrakten und theoretischen Zusammenhängen stehen (Elfenbeintürme). Dadurch gerät die Darstellung von Einzelheiten und ihrem Gewicht im Gesamzusammenhang zur Verzerrung der Sicht auf die grundlegend notwendigen Verhältnismässigkeiten des Systems.
Das Konkrete wird durch übersteigerte Abstraktion sosehr aus dem Realen ausgeblendet, dass die an und für sich rationale Methode zunehmend Ergebnisse hervorbringt, die irrationale Reaktionen provoziert.

Durchgreifen !?

Von glaukothyr @ 14:05 [ CH-Bananenplantagen ]
Durchgreifen ist die Losung der Rat- und Hilflosen - ob auf nationaler Ebene aus kindlich-jugendlich und noch weitgehend ahnungsloser Sicht auf unmittelbar Bevorstehendes und Berührendes oder ob bis "hinauf" zur Sicht aus Cockpits , von Kommandobrücken und auf Ergebnisse von Bildgebungsverfahren jeder Art (wozu auch Bilanzen und andere Controllingergebnisse und Wirtschaftstheorieen gehören) auf globale Umwälzungen, Verwerfungen und Verzerrungen des irrtümlich für "normal" und "wünschenswert" Gehaltenen.

Durchgreifen setzt - bildlich gesprochen - entweder Transparenz des zu Durchgreifenden oder dann anders erhältliche Kenntnisse darüber voraus, was hinter all dem liegt, das einen bedrängt und wo hindurch nach einer Lösung  gegriffen werden soll, wenn der Durchgriff nicht in's Leere oder in einen Haufen Sch... ...erben oder glühender Asche geraten soll, was ja ganz besonders dort zum Fiasko werden muss, wo blindlings "hart" und "entschlossen" durchgegriffen wird bzw. "hart und entschlossen" mit blindlings gleich gesetzt wird.

Das Durchgreifen ist entweder ein Notwehr- und Nothilfeverhalten letzter Wahl oder dann ein unnützes Imponiergehabe, oft nicht einmal an die Adresse derer gerichtet, die Probleme schaffen sondern zur Beeindruckung der Opfer zu behebender Missverhältnisse.
 
Der Imponierdurchgriff verschafft den scheinbar von ihm Unterstützen für kurze Weile Genugtuung und Hoffnung auf Besserung oder schiebt das Problem einfach auf andere, noch Schwächere (im wirtschaftlich ärmeren Ausland) ab, um die sich zu kümmern noch weniger politisches Kapital schafft. Diese Art des Durchgriffs wird variantenreich als Dienstleistung angeboten und die Freiwilligkeit der Annahme solcher Angebote ist eher selten absolut lupenrein.

Das harte Durchgreifen taugt bestenfalls da und gegenüber solchen 'Tätern', wo es unverhältnismässig ist und etwa so viel Schaden anrichtet, wie es besten Falls vorübergehend nützt. Bemerkenswert oft  signalisiert der Ruf nach hartem Durchgreifen, dass dringlich Werdendes zu lange versäumt worden ist. Die Härte des Handelns soll dann dessen notgedrungene Unüberlegtheit ersetzen. Darum ist es sehr gefährlich, voreilig einen Schuldigen erkennen zu wollen und ihn als Gegner nach seinem Ansehen statt nach seinen Hintergründen einzuschätzen.

Hinter allem harten Durchgreifen steht eine seit den 70ern des vergangenen Jhdts. unbemerkt und inzwischen milliardenschwer gewachsene Industrie und eine von dieser begünstigte Ideologie, die eng mit der Ausbeutung von Bodenschätzen in Ländern mit schwacher Rechtsstruktur zusammenhängt. Das harte Durchgreifen ist letztlich rechthaberisch und selbstgefällig legitimierte Barbarei.

Besser als hartes Durchgreifen ist rechtzeitiges, kluges, wohlüberdachtes und genügend vorbereitetes Handeln.  

2008-11-18

Führung ist kein Ersatz für Kultur

Von glaukothyr @ 16:37 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Der erwachsene Mensch braucht keine Führung, ja sie schadet ihm auf Dauer.

Führung ist der untaugliche Versuch, zu Zeiten in der Erziehung Versäumtes oder gar Gekränktes und Verdorbenes zu ersetzen, nachzuholen, zu heilen, um so den Anschein einer Welt Erwachsner und Kompetenter vorzutäuschen.

Führung beruht fundamental auf der Möglichkeit, sich letztlich, wenn's nicht mehr nach dem Willen geht, durch Rückgriff auf Gewalt zu behaupten bzw. sich den Schein der Behauptung zu sichern. 

Wo immer Führung Not tut, ist das Wesentliche bereits versäumt, das Leben vertan.

Wo immer geführt wird, da ist Kindergarten für Psychopathen und Unerwachsene.


Konkordanz

Von glaukothyr @ 12:47 [ CH-Bananenplantagen ]


"Konkordanz"

Konkordanz ist zur Zeit alles andere als was das lateinische Wort, aus dem es hergeleitet ist, beinhaltet.
Der ganze Sinngehalt des Wortes kann unmöglich ein für alle Mal auf eine simple Rechenformel reduziert werden.
In diesem Beitrag soll dieser Inhalt behelfsmässig mit dem markiert werden, was man sich unter einem "kleinsten gemeinsamen Nenner" vorstellen kann.

 

 

"Der kleinste gemeinsame Nenner"

In Zeiten extremer, nur notdürftig reaktiv kontrollier- und steuerbarer Ereignisse und der Verdeutlichung ungewohnter Konstellationen ist es fast unmöglich, bezogen auf die Deutung der Ereignisse und neuen Verhältnisse einen neuen "kleinsten gemeinsamen Nenner" innert nützlicher Frist zu finden.
Hier spätestens muss man sich auf die Verfassung und das geltende Recht zurückbesinnen und sich politisch für's Nächste damit begnügen.
Das erfordert Disziplin und Loyalität all' derer, die für das Ganze und Gemeinschaftliche Verantwortung tragen, gleichgültig, welchen Standes, welcher Herkunft, welchem "Gedankengut" verpflichtet und in was für Ideale verliebt und vernarrt.

 

Rückbesinnung für den Neubeginn

In den vergangenen Jahrzehnten ist in den Rechthabereien, Eitelkeiten und Gehässigkeiten der Politik und durch die grosse Willfährigkeit verschiedenster Exponenten der Öffentlichkeit, des "Volkes", der Einwohner und der Massen gegenüber einem illusorisch produktiven und trügerisch sicheren System und gegenüber Missbräuchen desselben die Erinnerung an Verfassung, Grundgesetze und Grundrechte und an die Bedeutung der Rechtsstaatlichkeit verblasst.
Es ist heute nicht aussergewöhnlich, höchstqualifizierten und spektakulär erfolgreichen Menschen (beiderlei Geschlechts) auf allen Ebenen - und "Ebnern" - der Einflussnahme und des Entscheidens zu begegnen, die den Wert von teilweise in Jahrhunderten sorgfältigen Denkens und gewissenhaften Ringens entwickelten Rechtsgrundsätzen - nicht zuletzt auch des Beweisrechts und dessen Respektierung - und von allem, was Zivilisation und Kultur von Barbarei und psychopathischer Roheit unterscheidet, offensichtlich nie vermittelt bekommen haben (was natürlich nicht allein deren Fehler sein kann, sondern auf bedenkliche Lücken in unseren Bildungssystemen und auf eine alarmierende kulturelle Schwäche der 'westlichen' Zivilisationen hinweist).
 
 
Bedeutung und Notwendigkeit der Rechtsstaatlichkeit
Dies ist die Situation, wo die Justiz, die richterliche Gewalt, ganz besonders gefordert ist, den für diese schwierigen Situationen vorsorglich vereinbarten Nenner - Verfassung und Recht - wieder allen verständlich zu machen und sie zur gegenseitigen Respektierung individueller Rechte und des Anspruchs des Einzelnen auf Wahrung seines Gesichts (Schutz vor Erniedrigung) zu ermahnen. Um diese Aufgabe genügend wahrzunehmen, muss sie ihre Mittel auch entschlossener und unnachsichtiger als bisher einsetzen, um sich gehörig gegen verfassungs- und rechtswidrige Übergriffe anderer Staatsgewalten, der Medien und der Interessengruppen abzugrenzen. Die Rechtswissenschaften haben ihr dabei sekundierend zur Seite zu stehen.

 

Alles mit Mass und zu seiner Zeit

Niemand käme auf die wahnwitzige Idee, Fundamente seines Hauses oder seiner Hütte angesichts eines nahenden harten Winters oder einer schwierigen Unwetterperiode noch rasch - und erst noch um statische Gesetze unbekümmert - umzubauen, weil er es bei gutem Wetter versäumt hat.
In der Politik ist solcher Wahnsinn aber möglich, obwohl wirkliche Staatsmänner zwar vielleicht gar nicht so selten sind, wie gewisse Gruppen behaupten, um ihren Personenkult zu rechtfertigen.

Weil aber Politik, ihrem Wesen gemäss und entsprechend gewissenhaft betrieben, sehr mühsam und aufreibend ist, aber gerade dadurch den sich weniger um die Sache als um die Darstellung dessen, was sie sein oder scheinen möchten, Bemühenden allerlei Vorteile und Behelfe anbietet, ist sehr leicht zu verstehen, warum die wahrhaft Berufenen es vorziehen, im Stillen zu arbeiten, während eben die andern rechtliche Schranken nicht als Vorausbedingung ihres Politisierens anerkennen sondern als Hindernisse für ihre Bestrebungen erfahren und bemängeln. Entsprechend unwirsch und oft gar abfällig sind ihre Reaktionen gegen Anmahnungen von Verfassung und Recht. Entsprechend gross ist bei ihnen auch die Neigung, "Konkordanz" und generell das ganze politische System als in den Dienst allein und vor allem ihres "Gedankenguts" gestellt zu sehen.

 


2008-11-14

Was ist eigentlich "Geld"?

Von glaukothyr @ 22:56 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

                                                                                *
Was ist Geld?

Offenbar gehen die Meinungen darüber sehr stark auseinander, nicht zuletzt darum, weil die Erfahrungen damit individuell und kulturell sehr unterschiedlich sind. Für die einen haben diese Erfahrungen schicksalshafte Dimension, für andere ist alles, was mit Geld zu tun hat, eine rein geschäftliche oder gar rein rationale Angelegenheit. Das sind aber nur zwei von unzähligen, einigermassen extrem weit voneinander auseinanderliegenden Beobachtungspunkten auf bzw. in den alles andere als klar abgrenzbaren Raum, der von Vorstellungen dessen, was Geld sei, was es unter welchen Bedingungen wie und warum bewirken kann und was nicht.

 

Es mag mathematisierte Modelle des Geldes geben, die den Eindruck erwecken, Geld sei objektiv und rational fassbar und entsprechend verwalt- und handhabbar.
Die Ereignisse der jüngsten Zeit und die grosse Ratlosigkeit diesen gegenüber, die ja gerade auch darin zum Ausdruck kommt, dass anerkannte Experten sehr unterschiedliche Beurteilungen abgeben und verschiedenartigste Konzepte vorschlagen, legen die Vermutung nahe, dass dies (die Berechenbarkeit bzw. Sicherheit des Geldes) entweder ein gewaltiger Irrtum ist oder dass die Experten sich vom Wesen des Geldes - sowohl, was die theoretischen Auffassungen davon als auch, was die praktische Handhabung desselben angeht - viel zu harmlose und zu naïve Vorstellungen gemacht haben, etwa so, wie ein junger Lenker eines vielpferdigen Wagens, sei es der Antike oder der Gegenwart, wenig Ahnung hat, was physikalisch geschieht, wenn er mit hoher Geschwindigkeit in eine Kurve steuert und was es braucht, um die Pferde zu bändigen und die Herrschaft über sie zu behalten.

Wer weiss denn wirklich Bescheid und woran denn soll das erkennbar sein?

Man rufe sich doch einmal in Erinnerung, wie viele Menschen sich seit knapp achzig Jahren (seit der letzten Finanzkatastrophe) einerseits wissenschaftlich aus den verschiedensten Blickpunkten mit dem Phänomen des Geldes befasst, wie viele sich andererseits als Spezialisten in dessen Handhabung als gebildet und erfahren wähnten, welche wissenschaftlichen Hilfen und technischen Einrichtungen ihnen dabei verfügbar waren und wie dennoch die sattsam geschilderte und beurteilte Entwicklung nicht verhindert werden konnte!

Man kann natürlich Sündenböcke suchen und Hexenjagden veranstalten und hoffen, mit der Execution einiger Beschuldigter sei das Problem gelöst.

Die Frage bleibt - von aller Vergeltung an den durch Gottesurteil Herausgegriffenen unberührt - offen, warum tausende und abertausende von für das Finanzgeschäft ausgebildeten Absolventen höchst- und hochkarätiger Lehrgänge die Fehler oder gar die schwarze Magie der der Volkswut exponierten "Hexer" nicht bemerkt und warum sie dazu geschwiegen haben.
Ohne einer Antwort vorgreifen zu wollen, lässt diese Frage vorläufig vermuten, dass es sich bei diesen unerwartet heftig wirkenden Vorgängen auch um gesellschaftliche handelt, die sich mit mathematischen Modellen und wirtschaftlichen Theorieen der bisher beachteten Art nicht erklären lassen.

Es wurde schon erwähnt, dass Geld ein hochgradig vielschichtiges, hetero- und polydynamisches und offenbar unbändiges Gebilde ist, wovon die allgemeinen Kenntnisse etwa dem Wissensstand entsprechen, gemäss welchem die Erde als Scheibe unter einem Himmeldom vorgestellt worden ist und wovon das vielleicht fortgeschrittenste Wissen etwa dem Stand des Wissens entspricht, gemäss welchem die Welt das Zentrum eines sie umkreisenden Kosmos war.

Geld als Illusionsgenerator

Im ganz alltäglichen Leben ist Geld seiner Beliebigkeit und einfachen Handhabbarkeit wegen das beim von Übefluss verwöhnten Normalverbraucher deutlich bevorzugte Mittel, sich in  bzw. gegenüber der ihm eher gestaltlos und zweidimensional erscheinenden Gesellschaft zu positionieren und sich so die Illusion zu verschaffen, durch Teilhabe an dieser Gestaltlosigkeit Identität zu erlangen (die er z.B. auch dadurch zum Ausdruck bringen kann, dass er seine Kreditkarte mit einem selbst ausgewählten Bild zu einer Art Unikat macht).

Der Kontostand oder der Depotwert geben regelmässig Rückmeldung über den Nachfragewert des Inhabers. Je reflexartiger dieser sich mit dieser rein "objektiven", jedenfalls garantiert emotions- und erwartungsfreien Meldung begnügt, um seinen Daseinswert an Zeichen für Erfolg und Nachfragewert zu messen, desto mehr engt sich seine Ansicht vom Wichtigen in der Welt bzw. in seinem Leben auf diesen Massstab ein und desto eher begibt er sich in eine Abhängigkeit vom Bewusstsein über die Bewertung des ihm Verfügbaren, die derjenigen von das Bewusstsein beeinflussenden Drogen nicht unähnlich sieht. Es spielt doch eigentlich keine Rolle, ob die Wirkung auf die mentale Befindlichkeit durch einen einverleibten oder durch einen vom Gehirn beim Denken erzeugten Signalen freigesetzten Stoff erzeugt wird. Beides kann als "Bildgebung" der Beobachtung und Analyse unterzogen werden.
Jedenfalls sind Zweifel gegenüber der weit verbreiteten Auffassung angebracht, die Verfügungsbefugnis oder -macht über von der Gesellschaft bzw. von den von ihr dazu ermächtigten Instanzen - wie etwa die Erwerbswelt und der hochgelobte Markt - so und so
bewerteten Güter oder deren Repräsentationen mache "frei". Sie verschafft lediglich bedingte und nicht zwingend dauerhafte Privilegien selbstverständlich und ohne Weiteres gewährten Kredits.

Wie gross die mentale Abhängigkeit von diesen Privilegien ist und wie sehr diese das Bewusstsein und dessen Kompetenzen beeinflusst und beeinträchtigt, kann erahnen, wer die empfindliche Gefährdung, Infragestellung oder den Verlust dieser Kreditprivilegien erfahren und ertragen muss. Jedenfalls ist die Entwöhnung von dieser Abhängigkeit für jeden Menschen, dem sie aufgezwungen wird oder der sie sich aus eigenem Willen vormimmt, eine grosse Herausforderung. Sie anzunehmen, lohnt sich - um der dadurch erst wirklich erlangbaren, lebendigen und unbedingten Freiheit willen.




2008-11-08

Wahrheit und Wirklichkeit

Von glaukothyr @ 15:00 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Die Wahrheit wird nie befreien, wie das von Vielen aus verschiedensten Beweggründen verheissen und geglaubt wird.
"Wahrheit" ist immer nur ein Ausschnitt, ein Splitter oder gar nur noch ein Bruchstück, eine Spur von Gegebenheiten und Ereignissen aus einer jüngeren oder älteren Vergangenheit.
Es gibt also keine ganze und schon gar keine einzige Wahrheit. Ja, Wahrheit ist sogar nicht einmal unveränderlich.
Und alle noch so reinen Wahrheiten insgesamt ergeben noch lange nicht die Wirklichkeit und taugen zu Nichts, solang sie nicht verstanden und zu Beweggründen des Handelns werden.