2008-07-28

Freiheit des Denkens

Von glaukothyr @ 12:33 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Das Denken an sich und ohne jede Rechthaberei bzw. als reines Experiment ohne gewissen Ausgang und ohne jeden Geltungsanspruch ist und bleibt selbst unter widrigsten Umständen frei.

Die Unfreiheit beginnt damit, einen Gedanken zum Grundsatz zu erheben, um ihn allgemein uneingeschränkt gültig und unantastbar, unfehlbar zu erklären und zur Entscheidungsgewohnheit zu machen, sei es individuell für sich selbst oder für Gruppen (Wahlsprüche, Gewohnheiten), Gemeinschaften (Dogmen, Bekenntnisse), Verbände (Postulate), Gebiete des "Wissens" (Prinzipien, "Naturgesetze) und Makrokollektive (Doktrin).

Der nächste Schritt ist, das freie Denken durch die genannten Institutionalisierungen von Vorstellungen und Ansichten, Vorurteilen usf. für den Einzelnen dadurch witz- und nutzlos zu machen, dass dessen Ergebnisse in der Gesellschaft keine Resonanz finden und er ins Licht des Exzentrikers gerückt wird, weil die Fragen, die die Ergebnisse wahrhaft freien Denkens aufwirft, der Natur ihrer Entstehung gemäss die Fundamente allen institutionalisierten Wertens, Argumentierens und Folgerns - und damit immer auch die Fundamente fragwürdiger, überschüssiger - und als solche regelmässig totalitäre Ansprüche erhebender - Macht absichtslos aber unausweichlich angreift.

"Überschüssig" ist alle Macht, die keine andere Not wendet als die, sich selbst den veränderten Verhältnissen anpassen zu müssen, um sich als unzeitgemäss gewordene Errungenschaft zu behaupten und allein dafür auf Dauer unnütz und schädlich Ressourcen zu verschwenden und der Entwicklung gewährleisteten Allgemeinwohls zu entziehen.

Die auffallende Häufung von Indiskretion, Geheimnisbrüchen, hemmungsloser und unnützer Enthüllungsorgien (im wahrhaft doppelten Sinne) und die Zunahme der Zwänge zu Geheimhaltung und Kontrolle, ist ein untrügliches Indiz für das Herrschen überschüssiger Machtpotentiale, deren Konkurrenz untereinander den wirtschaftlichen Erfolg makrokollektiver (globaler) Arbeitsleistung bis zum Zusammenbruch verschleisst. Immer mehr Arbeitskraft, Energie und Energiewandlungspotentiale jeder Art müssen darauf verwendet werden, die Wirkungen der Zerstörungen und Verwüstungen, die diese Konkurrenzkämpfe anrichten, zu lindern. An die Behebung dieser Wirkungen oder gar die Beendigung dieser Kämpfe ist nicht zu denken, da diese sich ausweiten und unaufhaltsam eskalieren.

Nicht die freiheitlich konstituierte Macht sondern eben die überschüssige Macht bezichtigt das freie Denken - aus ihrer Sicht zutreffend - als "subversiv", selbst dann, wenn es keiner subversiven Absicht folgt, sondern einer vorurteilslosen Methode, Logik oder Dynamik.

Ganz besonders die überschüssige und entsprechend verfassungswidrig etablierte - und nicht selten auch offensichtlich rechtsbrüchig agierende Macht wehrt sich bei jeder Erörterung, die in letzter Konsequenz unvermeidlich auch sie betrifft, mit dem Notruf, die Grundordnung, die Verfassung, der Staat, seien in Gefahr, während es eigentlich nur und genau darum ginge, durch die überschüssige Macht und Machtentfaltung in Schieflage gebrachte Verfassungsmässigkeit und Rechtsstaatlichkeit wieder aufzurichten und evt. auch auf künftige Tauglichkeit hin zu überprüfen, neu zu konzipieren und zu konstituieren.

Die "überschüssigen" Machtpotentiale sind es auch, die sich der Medien bemächtigen, um sie in ihre Kämpfe um Alleinherrschft einzuspannen.

Die Entstehung "überschüssiger Machtpotentiale" ist durch überschüssige, frei vagabundierende Finanzen, überschüssige, unkontrolliert vagabundierende Waffenvorräte Rüstungsentwicklungen und von überschüssigen Gewaltpotentialen zu Kampf ausgebildete Gruppen und Zellen begünstigt.

 


2008-07-27

'Recht'

Von glaukothyr @ 20:09 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Recht haben kann jeder Weichling und Despot.

Recht bekommen kann jeder Heuchler und Lügner.

Recht bewirken braucht Ehrenhaftigkeit und Mut.

 


2008-07-26

"Befehlen ist besser als Ficken"

Von glaukothyr @ 23:34 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
"Befehlen ist besser als Ficken"

Dies ist sie sinnbildliche Essenz des Beweggrundes allen Machtstrebens, ob in micro- oder macrokollektiven Massstäben.
Dem Ohnmächtigen bleibt, je nach Leit"moral" des Kollektivs, dem er gezwungenermassen angehört und ihm nicht zu entrinnen vermag, die "Schmach" oder die "Sünde" der nach solcher Moral entweder verächtlichen oder verbotenen Selbstbefriedigung.

In bemerkenswerter Parallellität zum pseudosozialistischen Postulat :

"Wer nicht arbeitet, soll nicht essen"
läuft Antonio Spavone's Erklärung in einem Interview mit einer amerikanischen Zeitung auf die Konsequenz hinaus :

"Wer nicht befiehlt, soll nicht ficken".

Antonio Spavone, neapolitanischer Boss mit dem Spitznamen " 'o mallommo" (im Link zitiertes Buch S. 203) deutete die Essenz der Macht als Notwendigkeit und Fähigkeit, mit einer leisen, andeutungsweisen Geste jederzeit zu verstehen zu geben, wer zu essen, und, wenn's denn nicht anders geht, was zu ficken kriegt" und diese Verfügung jeder Zeit und unter allen Umständen unnachgiebig durchzusetzen.

So sieht das jahrtausendealte Grundmodell artgerechter Menschenhaltung durch selbsternannte Statthalter von ihnen erfundener höherer Ordnungen aus.

(Selbstverständlich gibt es tatsächlich höhere Ordnungen aber die brauchen keine Statthalter und haben nie welche ernannt.
Es ist vorstellbar, dass sie gelegentlich Botschaften über Vermittler an die Menschen gesandt haben und gelegentlich senden. Die Boten sind aber keine Herrscher und erteilen keine Befehle. Nie!
Alle Berufung auf höhere Ordnungen zur Legitimation eigener Machtansprüche ist schlicht fauler Zauber)

Die Devise "Befehlen statt ficken" mutet archaisch-martialisch an. Sie prägt die Atmosphäre und das kommunikative Ambiente aller Machtverhältnisse in unerschöpflich variantenreicher Vielfalt.
Mag es vordergründig um Raumfahrt, Organtransplantation, Kernfusion, Glaubenssätze, Politik oder Marktanteile gehen, letztlich geht es immer um die Kontrolle darüber und läuft auf diese hinaus, wer etwas zu essen und zu ficken kriegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Kontrolle in männlicher oder weiblicher Hand liegt.
Die Handhabe von Mitteln der Gewalt zur Erlangung und Erhaltung von Macht ist nicht geschlechterspezifisch. Die Lust am oder gar Sucht nach Missbrauch von Gewalt kann
allerdings unterschiedlich zum Ausdruck kommen aber läuft immer auf ein Befehlen, um andere zu erniedrigen, hinaus.

Die Encyclica Humanae Vitae Pauls VI. handeln vordergründig von Liebe, Gott und Weitergabe des Lebens. Ihrem Wesen gemäss unbändige Lebendigkeit wird in eine spirituell illuminierte Idealgestalt gezwungen. Der Zwang, der ausgeübt werden muss, um diese Idealgestalt allgemeinverbindlich als Daseinssinn vorgebend zu erklären, erfordert ein System, dessen Lenkung und Kontrolle letztlich praktisch nach der eingangs zitierten Devise konzipiert ist.

Die Selbstgerechten

Von glaukothyr @ 18:53 [ CH-Bananenplantagen ]
Es schafft keinen Grund zur Zufriedenheit und steht auch zuletzt im Interesse der Allgemeinheit, des Staates und insbesondere beider "Sicherheit", wenn Scheinheilige hinterhältig und ohne Notwendigkeit Jemand seines Strauchelns bezichtigen, sich anmassend, selber unter allen Umständen ohne Fehl und Tadel zu sein und sich unberufen, in einer jeder Verfahrensordnung spottenden Weise zu Ermittlern, Anklägern und Richtern erheben.
Ekel ist die einzige Reaktion, die sich beim Beobachter aus der Ferne regt, wo der Gestank der Intrige und Heuchelei trotz frischerer Luft noch lästig.

Welche Schmach ist denn grösser? Im Dienste Scheinheiliger und Feiger zu stehen, die die Macht der herrenlosen Meute über ihr gehetztes Opfer kosten oder ihnen als Beute zu überlassen, was sie ohnehin, in ihrer Sucht nach nutzlosen und vielleicht gar für Alle, vor denen sie "Verantwortung" heucheln, letztlich schädlichen Siegen, geringschätzen, nämlich den Rechtsstaat und sein Recht?

Zuteil wird ihnen nach dem Mass, nach dem sie richten. Dieses Mass heisst Niedertracht und sein Boden ist löchrig.
Nur Süchtige teilen sich in die Beute der Meute. Und Beute ist immer das Ende des Rechts.

2008-07-22

Die Schweizer Presse

Von glaukothyr @ 13:33 [ CH-Bananenplantagen ]

"Die Schweizer Presse rechnet nicht mit einer Rückkehr Nef's."


Das kann man als eingenständig beobachtender und denkender Bürger zur Kenntnis nehmen, aber was soll das bedeuten?
Wer ist eigentlich die "Schweizer Presse", wer steht dahinter und wer oder was bewirkt eigentlich diese für eine Landschaft mit echter Pressefreiheit schwer vereinbare, ungewöhnliche Einstimmigkeit?

Es gab in der Vergangenheit die Affäre Borer. Dort fiel eine eidesstattliche Erklärung, die ebenfalls von einer Redaktion regelrecht "beschafft" worden ist, entscheidend in's Gewicht und hinterher erwies sich diese Erklärung als Meineid.
Erreicht war dennoch, dass Borer weg war - und das war wohl den Drahtziehern die Hauptsache.

Sowohl im Fall Borer als auch im heutigen Fall Nef sind Fragen der Qualifikation und der Vertrauenswürdigkeit aus verzerrter Darstellung von Vorkommnissen aus der Privatsphäre destilliert worden. Die Gründe für die Entfernung aus dem Amt mussten aus dem Privatleben abgeleitet werden, weil keine Fehler in der Amtsführung nachzuweisen waren bzw sind, die ausgereicht hätten und heute ausreichen würden, die Betreffenden ihres Amtes zu entheben. (Nach demselben Muster ist ein Grossteil aller Skandale gestrickt : Profumo, Lewinsky etc.)
Das hat mit Pressefreiheit nichts zu tun, sondern ist deren Missbrauch.

Nef muss als "Sack" herhalten, um mit den Schlägen für ganz Anderes als wovon scheinheilig die Rede, den "Esel" Schmid zu treffen.

Und wem "Schmid" warum schon längst nicht mehr genehm ist, weiss und kann wissen, wer es wissen will.
Für denjenigen, der nach Macht strebt und, in deren Reichweite gelangt, nach ihr greift, ist nicht die Wahrheit entscheidend sondern, was dafür auf Grund scheinbarer "Beweise" gehalten wird bzw. als solche verkauft werden kann. Das jedenfalls genügt, um "Politik" - oder auch Marketing - auf Sicht und Absehbarkeit ohne Verantwortung zu machen und zu betreiben.

Die Wahrheit ist vergleichbar mit einem bald überblickbaren, bald unwegsamen Gelände.

Die "Beweise" verhalten sich zur Wahrheit wie das verfügbare Kartenmaterial zum Gelände und sowohl die Verfügbarkeit als auch die Genauigkeit bzw. der Abstraktionsgrad der Karten sind von denen gestaltbar und gestaltet, die über die Darstellungs-, Gestaltungs- und Verbreitungsmittel verfügen.

Dass jemand über Mittel und Kompetenzen verfügt, etwas zu tun, macht ihn - allein und an und für sich - nicht schon vertrauenswürdig. Es stellt einen vor die Entscheidung, will man demjenigen, der über die Mittel und Kompetenzen verfügt, blindlings vertrauen und sich ihm damit entsprechend ausliefern oder was will und kann man sonst tun? Kompromisse in dieser Hinsicht gelingen regelmässig nur scheinbar und sind kaum belastungsfähig.

Die Presse erhält ihr Material zur Verfügung gestellt und handhabt es. Ihre Versorgung mit dem nötigen Material beruht auf Netzwerken und Befangenheiten darin.
Die Medien sind - schon rein logistisch - abhängig von denen, die über diese Mittel verfügen. Sie berichten fortwährend letztlich über nichts Anderes als über sich selbst bzw. über die Ursachen ihrer Abhängigkeiten und rechtfertigen das mit der Beschränktheit ihrer Mittel, die eben nicht wirklich die ihrigen sind. Damit offenbaren sie ihre Unfreiheit, ihre Funktion als Instrument, das nach dem Willen der Mächtigen zu deren Zielen und Zwecken zum Einsatz gelangt.
Die Politik ist der Nebel, der die Sicht auf die Topographie der Wahrheit behindert und verkürzt.

Ist das die Schweizer Presse? - Mal seh'n :

Der Tagesanzeiger ist nicht "klar", sondern mit seiner Frage, ob es für einen Bundesrat noch ausreiche, wenn er sich - mit vernünftigen Gründen - für handlungsfähig halte, vernebelt er, dass er den Willen seines letztlichen, vielgestaltigen Auftraggebers kundtut:
"Schmid soll gehn!".

Die Luzerner Zeitung wird mit ihrer Äusserung keineswegs deutlich, wenn sie kurzerhand behauptet, Schmid habe bei der Rekrutierung des Armeechefs als Einziger einige wesentliche Dinge übersehen. Woher will sie das so plötzlich und bestimmt wissen?
Wo war z.B. sie, die heute so genau Bescheid wissen will, damals, als Schmid angeblich so offenkundige Fehler gemacht haben soll? Hat übrigens - Bitte sehr! - dieser Fehler Schmids zu nachweislichen Fehlern in der Amtsführung Nef's geführt? Ist die Luzerner Zeitung deutlich oder heult sie deutlich erkennbar mit den Wölfen?

"Die Südostschweiz" erklärt sich solidarisch mit denjenigen, die Schmid die Schlinge um den Hals legen und ärgert sich, dass sich Schmid das - zu Recht - nicht gefallen lassen will.
Wie untertänig unkritisch die "Südostschweiz" mithilft, die Unsauberkeit und Rechtswidrigkeit zu vernebeln, mit der der Skandal aktiviert worden ist, ist tatsächlich ein Zeugnis dafür, welch perfide Intelligenz nach Macht Strebende und Greifende entwickeln, wenn es darum geht, ein Ziel, das ihnen nützlich scheint, zu erreichen.
Statt über ihre Brötchengeber äussert sich die NZZ mit einem analytischen Beitrag zur Sache und zu deren weiteren Zusammenhängen.
Wenn sie offenbar davon spricht, der Verteidigunsminister müsse noch deutlicher als bisher erklären was er mit der Armee vorhabe (siehe obiges Link), dann hält sie es für zumindest gangbar, wenn der jetzige Verteidigungsminister seine Amtszeit zu Ende führt. Zu erwähnen wäre natürlich auch, dass ein Verteidigungsminister so deutlich sein kann, wie nur möglich, es kann nicht verhindert werden, dass er von seinen Widersachern absichtlich nicht oder falsch verstanden wird, weil ihn diese nicht akzeptieren. Dann sind da ja auch noch die Fragen der verfügbaren Finanzen, über die bekanntlich kein Departementsvorsteher allein entscheiden kann.
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Demokratie ? -
Demokratie ist eben alles Andere als einfach. Ihr Ziel ist gleichberechtigte Vielfalt. Vielen ist das zu kompliziert, zu anstrengend und nach ihren "einfachen" und entsprechend unzulänglichen Milchmädchenrechnungen zu teuer. Sie suchen in Vergröberungen den bequemsten Ausweg und halten diesen für Fortschritt.
Wer es "einfach" haben will, soll sich kommandieren lassen und sich nicht beschweren. Sie und er erhalten dann halt "einfach", was ihren Kommandeuren und Führern beliebt. Punkt.
Wer Demokratie will, muss selber denken, handeln, Verantwortung übernehmen, Risiken eingehen, sich wehren und gleichzeitig teilnehmen, mittragen, Rücksichten nehmen, Andersartigkeiten ertragen und Wertkonflikte aushalten. Nicht Wenigen ist das etwas zu anstrengend.
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Nun noch zum Blick.
Was dieses Blatt über Nef sagt, kann, im Jargon der Südostschweiz gesprochen, als "Schulbeispiel" für eine Projektion eigener, schlecht gestalteter Wesensanteile auf einen Sündenbock herangezogen werden . Blick überträgt die Befindlichkeit seiner Redaktion auf seine Opfer, um der Illusion Willen, die eigene Unzulänglichkeit durch symbolisch rituelle Schlachtung seiner Opfer (Nef ist nur eines von unzähligen) zu bewältigen und von sich fernzuhalten.
Darauf gründen generell alle Medien zur Vermarktung etwas überwürzter Wert-, Sinn-, Trieb-, Gefühls-, Erlebnis- und Beziehungssurrogate und "Als ob"-Angebote ihre Existenz. Ihr Dienst ist nicht Berichterstattung und Information sondern Errichtung, Betrieb und Unterhalt von Projektionsflächen für gegen ihr Ertrinken in der Masse und in Bedeutungslosigkeit Schwimmenden, Schwadernden und Strampelnden. Nur ihre Logistik ist derjenigen freier Medien, die dieser Benennung einigermassen und unter grossen Mühen gerecht werden, äusserlich und oberflächlich ähnlich und übertrifft diese in der Regel weit an Glanz und Glitter.

Was "Blick" über sein zur Zeit gerade prominentestes Opfer Nef zu sagen sich anmasst, weil er es eigentlich über sich selbst sagen müsste, bedeutet:

"Eine Redaktion, die so eiskalt mit den eigenen Widersprüchen umgeht, macht sich nicht nur unglaubwürdig, sondern ist unberechenbar und als Medium für eine Institution wie die Schweizerische Demokratie unzumutbar".


Diese Aussage ist die echte und wahre.

Womit die Schweizer Presse bzw. das, was diesen Namen nicht mehr verdient, offenbar auch nicht rechnet, ist, dass dem kritischen und Freiheit als Daseinsform und nicht bloss als sentimentale Floskel oder Luxus auffassenden Beobachter aufzufallen beginnen muss und ihm immer weniger verborgen bleiben kann, dass sie nicht mehr frei ist und daher für ihn nutzlos, bedeutungslos und zum reinen Entsorgungsproblem geworden ist.

2008-07-21

Abrechnungen zwischen Clans

Von glaukothyr @ 08:57 [ CH-Bananenplantagen ]
Betrachtet man die Affäre zwischen einem Bundesrat und einem Armeechef einerseits und einer finanzstarken Mediengruppe mit eher erdrückendem statt nützlichem Mei- nungsbildungspotential andererseits in den weiter ausgreifenden Zusammenhängen schweizerischer Parteipolitik und der Krisen, die diese der Öffentlichkeit und den Steuerzahlern zumutet, so wird klar, dass die Öffentlichkeit Zeugin von Abrechnungen zwischen Politclans wird, die mit ähnlich archaisch barbariscnen Methoden ausgetragen werden wie zwischen in rechtsbefreiten Wirtschaftsräumen ausgetragene Kämpfe um logistische Vor- oder gar Alleinherrschaft. Die archaische Brutalität erfordert nicht, dass Blut und Tränen fliessen; sie zeichnet sich durch Hinterhältigkeit aus.

Die von der betreffenden Gruppe inszenierte Demagogie besteht darin, die Sachfrage nur als Vorwand zu nehmen, um gezielt Emotionen gegen bestimmte Personen aufzuheizen und die Rückgängigmachung oder "Korrektur" von an sich wohlbegründten Entscheiden auf einem rechts- und verfassungswidrigen Weg zu erzwingen, nicht etwa, um für Recht und Ordnung zu sorgen, sondern um verfassungswidrige Macht zu demonstrieren und zu etablieren.
Allzu offen liegt auf der Hand, dass dieselben Fakten unbeachtet blieben und in den Medien keinen Niederschlag fänden, wenn sich daraus für niemand Kapital schlagen liesse.

Aus einer Redaktionsstube des im Skandal federführenden Mediengewurstels wird bekanntgegeben, der Vorsteher des Militärdepartementes sei von ihr in "Kenntnis" von Tatsachen gesetzt worden, die ihn hätten veranlassen sollen, das und das zu tun bzw. sich so und so zu verhalten.

Das ist der wahre Skandal, worüber sich aber Niemand empört, weil alle nach heissen Stories gierig sind und sich quasi zum Nachtisch an bedenkenlosen Gefühls- und Selbstgerechtigkeitsausbrüchen erlaben. Schliesslich muss die "Saure Gurkenzeit" überbrückt werden.

Gestützt auf welche Rechtsgrundalge kann denn eine Redaktion verlangen, dass ein Departementsvorsteher ihre Mitteilungen überhaupt wahrnimmt, wenn es sich nicht um eine Angelegenheit handelt, die zu beurteilen in seine Kompetenz fällt ?
Was gibt einer Redaktion das Recht, im rechtsverfahrensfreien Raum Ansprüche auf besondere Beachtung ihrer Version von angeblicher Wahrheit zu fordern?
Wenn es sich doch um eine Straftat handeln soll, warum hat sich diese Redaktion denn nicht an die Justizministerin gewandt, mit der Bitte, die Sache im Hinblick auf die Beurteilung der davon evt. beeinträchtigten beruflichen Qualifikation des Angeschuldigten dem Gesamtbundesrat vorzulegen?
Warum hat sich die betreffende Redaktion nicht selber an den Gesamtbundesrat gewandt, wenn sie doch wollte, dass dieser darüber befinde?
Oder - wenn sie sich der Relevanz und der Begründetheit ihrer Tatsachenbehauptung so sicher war, weshalb hat sie denn die Story nicht damals schon einfach vollumfänglich veröffentlicht?
Warum gibt sie nun taktierend ihre angebliches "Wissen" nach ihrem Gutdünken und Bedürfnis tröpfchen- und häppchenweise frei?
Das alles zeigt, dass es diesen Skandalschleudern nicht um Information und Aufklärung geht, sondern um das Stiften von Verwirrung. Die allgemeine Aufregung und das grosse Gewimmel sollen von Ereignissen und Fragen ablenken, die wahrzunehmen für die Öffentlichkeit sehr viel wichtiger wäre und die deutlicher offenlegen würden, wer in der Schweiz wie und woher um Macht wozu pokert.
Jeder Einwohner (er muss nicht einmal Bürger sein) kann sich direkt mit seinen Meinungen und Anliegen an einen einzelnen Bundesrat oder den Gesamtbundesrat wenden, ohne dafür bestraft zu werden, wenn seine Meinung dem Bundesrat nicht passt, aber auch ohne Anspruch auf eine Reaktion, auch nicht in Form einer Kurzantwort. Das ist verfassungsrechtlich so bestimmt. Es besteht keine Notwendigkeit, die Medien in dieser Hinsicht zu bevorzugen. Die Medien sind Eigentum und Abhängige des Kapitals. Sie taugen daher nicht zu Vertretern des sog. Souveräns oder von Teilen oder Organen davon. Sie haben sich nicht in behördliche Angelegenheiten einzumischen; sie dürfen und sollen berichten.

Will der Bürger indessen eine konkrete behördliche Reaktion provozieren, muss er sich an die zuständige Behörde in der richtigen Form wenden. Dabei muss er einen klaren Antrag formulieren und seine Legitimation zur Stellung dieses Antrags begründen. Das Schreiben der Redaktion an den Vorsteher des VBS entspricht offensichtlich keinem dieser Erfordernisse.

Wenn sich eine Redaktion so wichtig nimmt, dass sie meint, sich anders als der normale Bürger verhalten zu dürfen, bekundet sie damit eher eine elitäre denn eine demokratische Gesinnung und ihre Berufung auf Pressefreiheit oder auf "Wahrnehmung politischer Verantwortung" ist pathetische Heuchelei.
Eine Medienredaktion ist nicht qualifiziert, Mitteilungen an irgendeine Behörde zu machen, die sich auf irgendein Verhalten oder Entscheiden dieser Behörde auswirkt und die Leserschaft erwartet das nicht. Der politisch mündige Bürger will nicht von der Presse bevormundet sein und bedarf ihrer nicht als Fürsprecher. Wer immer rechtsstaatlich und freiheitlich denkt, verbittet sich das gar. Er will nicht von Medienwillkür beherrscht sein. Die Medien können nicht ernst zu nehmende Mitteilungen über einen Angeschuldigten an dessen Arbeitgeber machen dürfen, die zu machen der Justiz nicht erlaubt sind, so weit das Verfahren nicht öffentlich ist und so lange kein rechtskräftiges Urteil vorliegt. Ein polizeiliches Protokoll ist für sich allein nicht beweisträchtig und so niemals eine brauchbare Beurteilungsgrundlage.

Die allen wohlbekannte Redaktion behauptet, der betreffende Departements- vorsteher sei von ihr "benachrichtigt" worden. Das ist einfach eine Anmassung.

Sie hat dem Bundesrat eine Anschuldigung zugespielt, deren Glaubwürdigkeit und rechtliche Begründetheit zu überprüfen sie weder fachlich noch institutionell qualifiziert und überdies der Adressat nicht befugt ist. Zuständig dazu ist in einem Rechtsstaat mit Gewaltentrennung allein die Justiz, auch wenn das unpopulär ist.
Wenn sich die Redaktion nicht einmal die Mühe nimmt, den richtigen Instanzenweg, der die Gewaltentrennung und die Respektierung der Rechte des Angeschuldigten und die Rechtsstaatlichkeit generell gewährleistet und schützt, verdient sie keine Beachtung und es darf, was sie ohne klare Offenlegung ihres wahren Anliegens "mitteilt", nicht beachtlich werden, weil sonst genau das, was sie schützen zu wollen vorgibt, vor die Hunde geht.
Das Schreiben, worauf die Redaktion pocht, ist einfach eine ausseramtliche Korrespondenz die von vornherein der Qualität der politischen geschweige denn der rechtlichen Relevanz entbehrt. Es stammt aus einer Mediensparte, die sich ihren Namen eher durch reisserisches Ausposaunen ungefährer Wahrheitchen denn durch kompetente Recherchen gemacht hat. Das spricht von vornherein eher dagegen, ihm behördliche Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Mediengruppe ist von einem Geist gelenkt, der, der Logik und den Zwängen des Kapitals folgend, dem totalitären Machtanspruch Weniger über Viele zuneigt und Demokratie nur heuchelt. Auch von da her wäre es fragwürdig, ein Schreiben aus solcher Quelle gegenüber gleichartigen Zuschriften, die unabhängig von ihrem Inhalt mit allen übrigen gemein haben, dass sie keinem geregelten Verfahren zugeordnet werden können, bevorzugt zu behandeln.

2008-07-16

Skizze zur Lage - evt. auch der Nation

Von glaukothyr @ 08:08 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Sketch : aufzuführen - solo oder auch mit bzw. im Chor - nach der Melodie der Moritat "Die Schlacht im Teutoburgerwalde" ("Als die Römer frech geworden").
Kann auch ohne die 'Einmischungen' aufgeführt werden, die doch etwas Übung brauchen, wie sie nur Bankensprecher haben.

Als die Banken bullisch geworden,
sim serim serim sim sim sim sim
häuften sie Gelder / aus schräger Macht / und auch aus Morden.
sim serim serim sim sim sim sim
Das machte die schon Reichen reich.
Tää tärää tä Tää Täa
Die Profite schwollen - zunamigleich.
Tää tärää tä Tää Täa
S'galt Ver(s)brechen - "im Vertraaaauuuen"
Wow wow ...
Einmischung gesprochen: "... aber bitte ..."
.. wow ...
Einmischung gesprochen: " ... wir glauben, das kann man ..."
... wow ...
Einmischung gesprochen: " ... nicht so sehen. Wir haben ..."
... wow ...
Einmischung gesprochen: " ... uns immer bemüht, die ..."
... wooow ...
Einmischung gesprochen: " ... Interessen unserer besten ..."
... Kunden zu ...
... woowren
Jetz dämmert des Morgen's Grauen.
(Diminuendo)
Räbädäbäm - Räbädäbäm - Rä > bä >> dä > bäm -- dä --- däm >>>> däm.

(Ermutigend) Aber ...!!!
Daran anschliessend ein heiter lustiges Volkslied freier Wahl, wenn möglich mit Jodel, wie etwa:

Miär Sennäää heis luschtig, miär Sennä heis schöön,
hei Chääs uund hei Anke, frischi Luf und au Föön,

Hudria hololeiia, Hudria Hooleiia, Hudria Hooleiia, Hudria Holdriooo.





2008-07-14

Elternkinder

Von glaukothyr @ 11:30 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Wie sollen Eltern, die selber im Kern ihres Charakters und Wesens Kinder und vor allem - nicht zuletzt im Umgang mit Überlegenheit - kindisch geblieben sind, ihre Kinder zu etwas heranziehen, das sie selber nicht sind, sondern es bloss nachäffen, weil sie zwar Karrieren machen aber nicht wissen, was Leben und Lebendigkeit und was Wahrheit sind und die Geld vielleicht besitzen, vielleicht sogar sack- und haufen- weise, aber nicht besser als die dessen Entbehrenden wissen, was es ist, wie es entsteht und und warum es vergeht?

Was nützt es, die "Familie" politisch mit Geldern zu fördern, wo keine Erwachsenen sind, die zu Eltern taugen und wo sogar die Förderer nicht wirklich wissen - und nicht selten gar nicht wissen wollen, was Geld eigentlich ist, was es bewirkt, wozu es niemals taugen und was es nie vertreten oder gar ersetzen können wird?


2008-07-13

Werte behindern das Werden

Von glaukothyr @ 19:14 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Werte - ganz besonder die ideellen - behindern das Werden.
Werden bedarf nicht des Wertes.

2008-07-05

Subjektivität - "Objektivität"

Von glaukothyr @ 14:10 [ 012 Vermittlung erforderlich ]
Subjektivität kann nie in dem Sinne "überwunden" werden, dass sie gänzlich aufgegeben, negiert, zerstört und zu Gunsten einer monofocal oder gnosomonarchisch maximierten und verordneten "Objektivität" entwertet wird, es sei denn, man verzichte auf das, was ihren Wert ausmacht :
  • das Bedürfnis nach und die Fähigkeit zu einer Eigenständigkeit, die Gestaltung eines eigenen Charakters, die Entfaltung von individuell eigener, nicht überwiegend durch gesellschaftlich geprägte Wertsetzungen, Trends und Zwänge vorkonfektionierten Persönlichkeit zu entdecken, zu erfinden und zu vollziehen.

Subjektivität wird oft mit kindlich spontaner und entsprechend unreflektierter Emotionalität und dieser entspringender Willensäusserung und -betätigung - also mit ihrer jugendlichen, unentwickelten Form - gleichgesetzt. Das liegt vermutlich daran, dass sie in genau dieser Form bedenklich häufig auch bei juristisch als "erwachsen" geltenden Menschen zu beobachten ist.
Sie ist nicht darum schlecht; sie ist entwicklungsbedürftig und -fähig. Sie ist der Bauplatz für die sogenannte Selbstentfaltung und -verwirklichung. Wird an und mit ihr nicht gearbeitet, trocknet und härtet sie wie eine plastische Substanz in ihrer unentwickelten Form ab und wird prägend für Charakter, Person und Lebenslauf.


Die Entwicklung der Subjektivität ist zu wesentlichen Teilen Entwicklung autonomer Emotionalität unter Gebrauch rationaler Fähigkeiten, ist Übung der durch Zusammenspiel erwirkten Ausgewogenheit von Emotionalität und Rationalität. Diese lebenslängliche Übung beginnt mit der bewussten Unterscheidung zwischen dem Bild, das man von sich selbst hat, zu haben wagt oder haben möchte von dem, was man wirklich ist, d.h., wovon man wie und warum abhängt und sich treiben lässt einerseits, ob man entschlossen ist, sich aus diesen Abhängigkeiten und von diesen fremden Antrieben zu befreien andererseits - und überdies, mit welchen Mitteln und auf wessen Kosten das geschehen soll. Von der Entwicklung der Einstellung der, durch Wandel bedingt, sich immer wieder neu stellenden Frage, hängt wesentlich ab, ob der Lebenslauf durch Bevorzugung von Zwängen, Kontrollen und Gewaltanwendungen, durch Überlegenheits- und Unterwerfungsgehabe und -gewohnheiten oder durch Kooperation und Kreativität oder durch noch einmal ganz Anderes gestaltet ist und wird.

Früher oder später kommt man bei der unermüdlichen und ernsthaften Auseinandersetzung mit diesen allein an sich selbst zu stellenden Fragen zur Untersuchung, Beobachtung und Überprüfung der Ursachen und Gründe des eigenen emotionalen Agierens und Reagierens. Man entdeckt immer mehr Gründe dafür bei sich selbst statt in der Umgebung. Diese Erfahrung kann bald erleichternd, bald im wahrsten Sinne des Wortes "ent-täuschend", bald schmerzlich und peinlich sein. Diese Unbequemlichkeiten und Beschwerlichkeiten nicht zu scheuen lohnt die Entwicklung einer kritischen bzw. reflektierenden Subjektivität, die durch Übung langsam - und von Rückfällen wiederholt gebremst - zur kreativ interagierenden und kommunikativen Subjektivität wird.
Die "Rückfälle" sind u.a. auch dadurch bedingt, dass mit dem Fortschritt sich auch die Ansprüche an das Angestrebte steigern, die Selbstkritik sich verschärft und damit die sich selbst gestellten Aufgaben auch anspruchsvoller werden.

Die kognitive und kommunikative Leistung zu hohem Stand entwickelter Subjektivität übersteigt die Möglichkeiten aller "wissenschaftlich" oder "juristisch" kleinlich und missgünstig methodisch erzwungenen und entsprechend rechthaberisch institutionalisierten "Objektivität" bei Weitem - schon allein dadurch, dass sie Sympathie und Empathie affirmativ, Vorbehalte und Skepsis warnend zulassen kann, ohne dadurch sentimental oder militant zu werden. Sie ist die Voraussetzung zur Begründung, Pflege und Entwicklung einer dynamischen, dogmenfreien und undoktrinären und auch dem Einzel- bzw. Sonderfall angemessenen Objektivität.
Die dynamische "Objektivität" kann nicht wie die monofocal und gnosomonarchisch verordnete als Fluchtburg vor individuell persönlicher Verantwortung für die Innehabung einer Position und das Entscheiden und Handeln aus dieser heraus dienen, sondern stellt in jedem Fall deutlich und bestimmt auch die Frage nach der Verantwortung für die Gestaltung und Nutzung der Voraussetzungen dafür, dass diese Position geschaffen wurde und eingenommen werden kann. Diese Frage kann nicht beantworten, wer keine selbstkritische und reflektierende Subjektivität entwickelt hat.


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