2008-03-26

Opium für das Volk

Von glaukothyr @ 14:29 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

"Die Religion ist das Opium für das Volk." wird als Aussage Lenins zitiert. Aber was ist Religion überhaupt und worauf eigentlich hat Lenin angespielt, lediglich, um selbst einen neuen kollektiven Wahn anderen Inhalts zu installieren, der wiederum - unter nicht besseren Bedingungen - Massen zu diktierter Arbeit gefügig machte?

Und wenn es vor Lenin ein erlösendes Jenseits, nach Lenin einen roten Stern ohne Himmel gab, so huldigen die Massen heute dem Wahn der Allmachbarkeit um ihrer selbst Willen.

Die Methoden, für die Pannen des jeweils aktuell die Massen züchtenden, verwaltenden und ausbeutenden Systems Schuldige zu erfinden und zu verfolgen, enden heute wie eh und je in Folterkammern, in Massenentsorgungsanlagen und in Regionen gezielt angestifteter und beidseitig finanzierter gegenseitiger Zerfleischung.

 

 

 

 

 


2008-03-25

Idealisten, Individualisten, Rationalisten

Von glaukothyr @ 09:16 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

"Gemeinsam sind wir stark. Ohne uns bist Du als Einzelner ein unnützes und wertloses Schnecklein!"
schelten erzürnt die Idealisten den selbstbewussten Individualisten.

Die selbsternannten Rationalisten nicken ausnahmsweise beifällig dazu,
denn auch ihnen ist der Individualist ein unbelehrbarer Eigenbrödler mit
alternativ irrationalistischem Drall ins Unnütze.


2008-03-17

"Angebot und Nachfrage"

Von glaukothyr @ 16:39 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Wenn in der Politik (gleichgültig welcher Demokratie oder welcher Bananenrepublik) über Finanzierungsfragen einerseits, Service Public andererseits diskutiert, argumen- tiert und verhandelt wird, so fallen damit unvermeidlich auch immer Aspekte der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft mit in Betracht, was natürlich regelmässig die ewig gestrigen Prediger und Missionare der sog. Marktwirtschaft mit freiem Wettbe- werb auf den Plan ruft, die nicht müde werden, die unübertrefflich selbstregulieren- de Kraft dieser Chimäre aus Annahmen, was "Markt" und "Wettbewerb" seien und wel- che Wirkungen auf das vermutete Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage sie hätten (Gleichgewichtspreis).

Es wird dabei so getan, als ob Nachfrage

  • a) grundsätzlich vernünftig und entsprechend mit keinen Gesamtinteressen, wie etwa auch mit von der Wirtschaft als unerlässlich dogmatisierten und ge- forderten Rahmenbedingungen, in schädliche Konkurrenz und Widerspruch träten,
  • b) immer und überwiegend "rein ökonomisch" (d.h.: aus notwendigen Beweg- gründen, Zwecken und Bedürfnissen des Wirtschaftens selbst) bedingt seien (was etwas anderes ist, als 'hinterher' erst, zur Aufrechterhaltung der Theorie der Selbstregelungskraft, ökonomisch begründet!)
  • c) die einzige oder zumindest dominante Provokation von Angebot sei.

 

Sämtliche Einsichten in die regelmässig und deutlich auftretenden Anomalien und auch die Unvernunft und Schädlichkeit von Nachfragen einerseits, von Angeboten andererseits werden dabei ausser Acht gelassen. Ebenso sämtliche, den sog. "Gleich- gewichtspreis" erheblich verzerrenden Einflüsse von Demokratie und Rechtsgleichheit und damit die Lauterkeit des Wettbewerbs gefährdender bzw. vereitelnder Eigen- tums-, Besitz- und Machtverhältnisse werden nicht als Defekte der nach dem Dogma durch Nichts aus seinen regelmässigen Tritt und Gleichgewicht zu bringenden Selbst- regelungssystems anerkannt sondern entweder als reine Theorie linker Fantasten und Erfolgsneider oder dann als Fehlleistungen der Politik, insbesondere sog. "linker" Poli- tik, nicht als Webefehler und Konzept- bzw. Konstruktionsmängel des Wirtschaftssys- tems selbst dargestellt, während die Romantismen und Sentimentalitäten, die girlan- dengleich dem Standbild des "freien Unternehmertums", als reine Wahrheit und unum- stössliche Gesetzmässigkeiten zu Füssen gelegt und beschworen werden.

 

Das "freie Unternehmertum" hat es in Wahrheit nie gegeben und ist systemisch - jedenfalls auf Dauer - von vornherein so nicht möglich, wie gewisse neokonservative Schwärmer es ersehnen.
Es gibt "unternehmerische Freiheit" der Natur der Sache gemäss nur für ausgespro- chen abenteuerliche Pionierleistungen - und die sind ausgerechnet durchwegs durch das Wagnis ausgezeichnet, ohne von Staat und Gesellschaft garantierte 'Rahmenbedin- gungen' auszukommen, was bedeutet, diese in eigener Regie und auf allein eigenes Ri- siko zu erkunden, zu finanzieren und zu erstellen.
So viel zu den Rahmenbedingungen, die mit freiem Unternehmertun Nichts, mit vom Steuerzahler und den Arbeitnehmern privilegiertem und subventioniertem Manager- tum auffallend viel zu tun haben.
Auf der andern Seite ist nicht zu vergessen, dass gerade die kollektiven Systeme, allen voran der Staat, mit ihrer Nachfrage auch letzten Endes ungesunde und nachhaltig sich gerade auch auf die Rahmenbedingungen katastrophal auswirkende Angebote (z.B. Infrastruktur und Gerät für Gewalt zur Wahrung von Sicherheit und Ordnung so- wohl auf dem Hoheitsgebiet als auch im Spiel international ordnungspolitischer Pro- jekte - inkl. Energie-, Entsorgungs-, Pharma- und Medizinindustrie) provozieren und dass es in diesen Zusämmenhängen richtig und notwendig wäre, von Fehlleistungen der Politik zu reden, was aber hier nicht getan wird, weil gerade diejenigen, die nach für die Unternehmensführung bequemen Rahmenbedingungen schreien, von der un- vernünftigen Nachfrage der Gruppen und Kollektive in zuweilen gar erstaunlich zufriedenstellendem Masse profitieren.

 

Zur Zeit können wir beobachten, wie perfekt das von den Rahmenbedingungs- süchtigen geheiligte Selbstregulierungssystem sich selbst in bedenkliche Schieflage neigt und sich für die Mehrzahl der unvorbereitet Betroffenen als in höchstem Grade unzweckmässig und sogar ihre Existenz gefährdend statt friedlich aufbauend und sichernd auswirkt.
Namhafte und als sich vorsichtig und zurückhaltend äussernd geschätzte Experten haben sich heute in einem Radiointerview mit hörbarer Beunruhigung darüber ge- äussert, wie sehr das, was von der Entwicklung der globalen Finanzverflechtungen sichtbar ist, Erinnerungen an den 24. Oktober 1929 wecke.
Knapp 10 Jahre vergingen danach, bis der Überfall Hitlers auf Polen am 01. September 1939 Frankreich und England zur Kriegserklärung an Deutschland damaliger politischer Logik gemäss fast eigentlich gezwungen hat und so der 2. Weltkrieg auch formell aus- zubrechen begann.
In vielen Regionen der Welt herrschen gegenwärtig äusserst prekäre wirtschaftliche und politische "Ordnungsverhältnisse", von denen schon ohne das segensreiche Funk- tionieren selbstregulierender Wirtschaftsmechanismen nicht eigentlich Frieden ver- heissende Signale ausgingen und die, wie zu vermuten sich aus zahlreichen beachtli- chen Gründen aufdrängt, zumindest mittelbare Folgen sich selbst regulierender "Wirt- schafts"-syteme sind.

Allerdings könnte es sein, dass das Trudeln des Systems auch durch unsachgemässe und unlautere Manipulationen daran, mit denen Gewisse - teilweise erfolgreich, wie etliches märchenhaft aus dem "Nichts" in kürzerster Zeit riesigem Reichtum Geronne- nes zu vermuten verleitet - versucht haben, dieses für ihre Unersättlichkeit an Geld und Geltung statt für das wirtschaftliche Gleichgewicht im Dienste aller Wirtschafts- teilnehmer wirken zu lassen.

 


2008-03-16

Ist wirklich "Armut" das Problem?

Von glaukothyr @ 11:42 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Der Armut den Kampf nicht nur anzusagen, sondern sich auch darauf einzulassen, bedeutet,bedingt und zwingt gar unausweichlich die Schultern zuckend vorsätzliche Zerstörung und Vernichtung von Leben und im Werden begriffener Lebensformen und friedlicher Entwicklung von Kultur.

Nicht die Armut ist das grosse Problem, sondern der Reichtum.

- wirklich ??? -

Die Wirklichkeit ist regenbogenfarbig, nicht schwarz-weiss - und sie tickt und dauert ganz anders, als die Eindrücke, die sie auf Einzelne, Gruppen und Kollektive macht und als die Bilder, die sich Einzelne, Gruppen und Kollektiven unter diesen auf sie wirkenden Eindrücken machen. Sie tickt und dauert vor allem anders, als die Bilder, die - vor allem von monotheistischen und kryptokreationistischen Postulaten geprägt - von "Gerechtigkeit" als durch Schuldzuweisung und Bestrafung sanktionierbare "Ordnung" in den Köpfen von Musterschülern dem Ende ihrer Halbwertzeit entgegenticken. Dennoch fallen Wiederholungen typischer Interessenbildung und -gruppierung auf, die aufmerksamerer Beobachtung und Erörterung bedürftig scheinen.



2008-03-14

Wahnsinn

Von glaukothyr @ 11:17 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Es ist niemand zu verargen, der sich fragt, ob hier ein Wahnsinniger wüte, schnaube und schreibe.
Wer zu tief blickt, sei's in's Glas, sei's ins Blaue oder wohin auch, wird besoffen und seine Optik
wird durch die Wirklichkeit, die alles Fassungsvermögen überschreitet, gebrochen und verschliert.


Was hier lesbar gemacht wird, ist verbaliserter Schmerz eines im Sekundentakt gekränkten und geschockten Hirns,
das, vom Herzen getrennt und ohne Beschäftigung, von versteiftem Nacken balanciert,
sich aller Betäubung widersetzt,
um dem institutionalisierten und obligatorisch versischerten Schmerz zu trotzen,
bis der Schmerz statt Heuchelei es betäubt.

Es ist niemand zu verargen, der sich professionell betäubt oder betäuben lässt,
um diesen Schmerz nicht zu ertragen.
Aber er darf sich nicht wundern, wenn er so sein Leben verschläft und danach
ohne Erfahrung und Erlebnis dahin weiterzieht,
wo Alles, was er, um einem System zu gefallen und in dessen Huld zu stehen,
erlernt, getan, erworben, errungen und erzwungen -
belanglos.


2008-03-13

Dekonstruktion

Von glaukothyr @ 15:07 [ 010 Mutmasslich Gleichgesinnte ]

Dekonstruktion ist hip

Was als "Schweiz" noch in den Medien erörtert wird, unter dem Vorwand, über Finanz, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Militär, Neutralität, Sozialstaat, Eigenart, Kultur usf. zu berichten, ist ein Dämmerzustand, der nicht allein diese sondern das sog. Abendland als Ganzes und als kollektive Vorstellung davon betrifft.

Dekonstruktion ist nicht bloss Mode, sie findet notwendigerweise statt. Aber es findet nicht nur diese bzw. nicht nur solche statt.

Das Gefühl, überall, wo es ungefähr wie "Gesellschaft" rauscht oder danach riecht, nicht wirklich da zu sein bzw. dass dort Dasein jeder Ausrichtung und "Wirkung" entbehre, hat mit diesem Dämmerzustand zu tun.
Als Dekonstruktion erscheint diese Dämmerung denen, die über den vergehenden Tag nachgrübeln und die ihre Versäumnisse zu rechtfertigen suchen. - Rechtfertigung als Ersatz für Bewegung und für Verzicht auf in ihren Abend und in die Nacht gleitende, feste und als Errungenschaften festgehaltene "Standpunkte", "Standorte" und "Vorteile".
Sesshaftigkeit statt Lebendigkeit - das ist letztlich die Ursache aller Unausweichlich- keit von Dekonstruktion.

Die Dekonstruktion hat ihren Beweggrund bzw. ihre zwanghafte Wirkung im Überfor- dert Sein des Einzelnen gegenüber der nach bisherigen Denkgewohnheiten und Be- fangenheiten in Wertgemeinschaftszugehörigkeiten "nicht benutzerfreundlich", schon gar "nicht familienfreundlich", in aller Verantwortung spottender Weise "unsozial" jäh sich öffnenden Weite der Wirklichkeit gegenüber der bisherigen Geborgenheit des - weil doch "gut gemeint", als machbar eingebildeten - Wünschbaren.

Überfordert ist der Einzelne nicht in erster Linie charkterlich gegenüber dem Unbe- kannten, sondern durch die Zähigkeit, mit der angedrillte, andressierte, eingepaukte und -geprügelte Rasterung der Wahrnehmung, Deutung und Wertung des Wirklichen quasi die Öffnungen und Sensorien für dazu taugliches, uneingeschränktes Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken verklebt und verharzt.
Die Herausforderung, alles Andressierte und durch Diplome Qualifizierte als künftiger Belanglosigkeit anheim fallend Gewordenes und noch Werdendes aufzugeben, wird als "Dekonstruktion", der einzig wahre Ausweg, sich statt dessen auf durch eigensinnige Erfahrung Erlerntes zu verlassen, als bedrohliche Leere empfunden, erlebt und ge- wertet. Kein Wunder, mangelt es Vielen an "Durchblick". Wie ist Durchblick durch als Leere gedeutete Blindheit denkbar?
Es spielt dabei keine Rolle, ob die Hölle auf "die Andern" oder auf die als Leere miss- verstandene Wirklichkeit projiziert wird.

Die Hölle - oder das "Ende" aller angeblichen Errungenschaften (einschliesslich der Geschichte), ist keine Notwendigkeit und findet nicht in Wirklichkeit, sondern in der Beschränktheit des Vorstell- bzw. Vorgaukelbaren statt. Sie ist die kleinmütige Erfindung derer, die sie "den Andern", vor allem denen wünschen, die nicht an den Himmel für ausgerechnet von demjenigen Gott Auserwählte glauben, der von den Erfindern der Hölle erfunden und den "Heiden" und Ketzern aufgezwungen ist.

Des Ketzers Leben ist dessen eigensinnige und eigengeistige Begegnung mit Gott. Er bedarf dazu keines äusserlichen Antriebs (Motivation), weder durch verheissene Erlösung und Belohnung noch durch angedrohte Verdammnis und Strafe.
Der Ketzer nimmt Gott an, wie er ihm begegnet, nicht, wie er ihn sich und andern, je nach Willkür und Bedarf, wünscht, verheisst oder androht.

Die grosse und radikale Dekonstruktion hat noch nicht begonnen, aber sie kündigt sich da und dort gelegentlich und andeutungsweise statt. Sie gilt dem System von Belohnung und Strafe.

P.S. Dieser Beitrag war als Kommentar zum Beitrag unter gleichlautendem Titel von "unkultur" gedacht, konnte dort aber aus unbekannten Gründen trotz wiederholter Versuche nicht eingetragen werden.


Monotheismus

Von glaukothyr @ 11:56 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Die Schwachstelle der Rechtfertigung aller monotheistisch an- und ausgelegten Glaubens- und Kultgemeinschaften und deren Zusammenfassung zu mit Finanz, offiziellen und inoffiziellen, öffentlichen und privaten bzw. privatisierten Gewaltpotentialen, Politik und Wirtschaft (Reihenfolge aus für beachtlich, wenn auch nicht für schlüssig beweisend gehaltenen Gründen so gesetzt) verstrickten Systeme ist die "Rechtfertigung" der Repräsentation dieses "einzigen Gottes angeblich aller Menschen" durch einen einzigen, angeblich von diesem Gott auserwähl- ten Menschen, von den einen als "Sohn", von den andern als "Prophet", von wieder andern als "Stammvater" oder ganz ursprünglich als Pharao bezeichnet.

Gerade die der offiziellen historischen Allgemeinbildung gemäss älteste "bekannte" Form des Monotheismus macht, will man den Berichten, die ja der Mann der Strasse nie überprüfen konnte und noch auf lange Zeiten hinaus eigensinnig zu überprüfen ausser Stande gesetzt bleiben wird, deuten unerwartet nüchtern und ernüchternd darauf hin, dass der Monotheismus einen numinösen (in den Schein des Göttlichen stellenden), indes von ganz profan schlauen Menschen erhobenen, zentralistisch exclusiven Autoritäts-, Unfehlbarkeits- und Führungsanspruch als quasi schöpfungsimmanent und direkten Ausfluss und Ausdruck göttlichen Willens zugleich begründet und die Naiven zwingend von sich als der Welt vorbestimmter Ordnung "überzeugt". (Naivität hier verstanden als Neigung, sich menschenfreundlich und entsprechend vertrauesvoll und arglos spontan anhand bezeugender Hinweise mit einem "vor-gestellten" bzw. vorgegaukelten Bild zu begnügen und sich die Anstrengung (und auch evt. Enttäuschung) des schlüssigen Beweises zu erparen.

 


2008-03-12

Goldene Kühe

Von glaukothyr @ 20:41 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Heilige Kühe sind - wie könnte es anders sein ? - ausgewachsene goldene Kälber.
Sie waren nie heilig und sind es nicht, sondern sie sind willkürlich heilig gesprochen worden.

Von wem eigentlich ?

Wen immer man fragt, antwortet :"Nicht von mir!", was natürlich heissen muss :"Von den Andern!"

Wie eigentlich soll Geschichte so überhaupt noch weitergehen können?

Vielleicht hatte Francis Fukuyama doch recht, wenn auch aus andern Gründen als denen, mit denen er argumentiert.

Nur, wenn immer nur die Andern entscheiden, wie kann dann Geschichte - bzw. das, was dafür gehalten wird (oder, gemäss F.F. gehalten wurde) überhaupt beginnen?

Also, Geschichte, so kann mann sich vorstellen, ist zunächst die Folge willkürlicher Heiligsprechung und wird als Institution selber zur generellen Heiligung der Notwendigkeit, willkürliche Heligsprechung als System fortzusetzen, in genau derselben Weise, wie Geschichte als Institution sich selber heilig spricht und für ihre Bewunderer unverzichtbar macht.

In diesem Sinne kann F.F.'s Vermutung vom Ende der Geschichte, jedenfalls sollte er dasjenige Ende derjenigen Geschichte meinen, wovon schon Herbert Marcuse (nicht zu verwechseln mit Dr. Mabuse!) und vor diesem schon Hegel geprochen oder gar geschrieben haben soll, zwar nicht zutreffen, aber könnten viele Teile seiner Begründung für diese Vermutung sich, wenn auch anders zusammengestellt, als weiterer Erwägung wert erweisen.

 

 


2008-03-11

Die Wirklichkeit des 'notwendigen, richtigen, guten, gerechten und schliesslich heilg' gesprochenen Krieges

Von glaukothyr @ 12:15 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Der Dampf vergossenen Bluts und der Verwesung
gemetzelt ihrem Elend überlassener Ketzer
und von Verhör- und Henkersgerät erzeugte
Wolken ätzenden Qualms und giftiger Gase
sind himmlisch Selbstgerechten Verzückung,
Wohlgefallen und Erlösung kündender Wohlgeruch.
Die Vernichtung allen Ausdrucks des Ihnen Fremden
und ihrer Willkür nicht Gebeugten ist Ihnen göttlich,
Überwindung des Bösen und -
Gewinnung 'galaktischer Ordnung'.


2008-03-10

"Politik des Enttäuschtseins" statt Vorausschau, Planung und Verantwortung

Von glaukothyr @ 17:56 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Die Executivpräsidentin eines Bundesmitglieds zeigt sich in einem Radiointerview stellvertre- tend für die Bevölkerung einer ganzen Region "enttäuscht" über das marktstrategische Verhalten eines nicht nur für diese Region wichtigen und weit über die Region hinausreichend agierenden Arbeitgebers, dessen - allerdings nur ganz allgemein erwähnte aber nicht präzise zitierte Zusicherungen betr. Fortbestand eines Jahrzehnte alten Status Quo man vertraut habe.
Der Entscheid des Arbeitgebers ist, die Unterhalts- und Revisionswerkstatt für Transportkapa- zitäten von der traditionellen Nord-Süd-Verkehrsachse an die für die Zukunft bedeutender wer- dende Ferntransport-West-Ost-Achse zu verlegen, die ein ungleich grösseres Anfrage- und An- gebotspotential hat, als das bisschen Festland südlich der Alpen bis zum Mittelmeer anzubieten und noch zu entwickeln vermag.
Ein Versprechen für die Aufrechterhaltung des Status Quo leiten die Präsidentin und die angeb- lich hinter ihr stehende Bevölkerung aus einer in Aussicht gestellten Investition von 30 Mio Fränklein ab. Das entspricht etwas mehr als der Hälfte des Anschaffungspreises einer einzigen von 100 Antriebseinheiten, die zu warten sein werden. Dass es sich angesichts solcher Verhält- nisse bei dieser in Aussicht gestellten Investition nicht um ein Zeichen für eine nachhaltig fest- gelegte Strategie sondern um eher eine Nebensächlickeit des grossen, ganzen Geschäfts han- deln muss, wäre bei genauerem Nachdenken erkennbar geworden.
Die Executivpräsidentin räumt auch ein, "man" sei zu naiv gewesen, und lenkt mit dem rühren- den Hinweis auf treuherziges Vertrauen davon ab, wer es zu gegebener Zeit wider besseres Wissen unterlassen hat, die schuldlos Naiven über die Gefährlichkeit ihres vertrauensvollen Hoffens ohne kritische Hinterfragung solcher, von Hoffnung betörter Tatenlosigkeit aufzuklä- ren und sie zur Entwicklung neuer Handlungsszenarien und projektiver Konzepte zu ermutigen.

Ein Blick auf die Weltkarte und Blicke in die Zeitung und auf die Entwicklung der künftig wichti- gen Handelswege Eurasiens zeigt, dass vermutlich das patriotische NORD-SÜD Konzept eher eine teure Heimatschutzübung in Gang gesetzt hat als über kurzfristige Auftragsbeschaffung für gewisse Interessen hinaus in die Zukunft zu weisen.
Wohl ist die Nord-Süd-Achse für Europa immer noch wichtig, aber mit der Demontage des eiser- nen Vorhangs wird sie nicht mehr lange von erstrangiger Bedeutung sein - und das nicht ohne Auswirkungen für die Logistikbedürfnisse der künftig mächtigsten Handelsströme und auf das künftige Beschäftigungspotential der zweitrangig gewordenen Achsen.

Diese grossräumigen und epochalen Veränderungen waren für kritisch Denkende seit Jahren vorhersehbar.
Dass auf diese Stimmen nicht gehört wurde, war die Entscheidung derer, die an der Fortset- zung alter Gewohnheiten interessiert waren und bleiben. In der Regel ist das die "Mehrheit".

Viele glauben, damit, dass sie politisch augenblicklich die Oberhand gewinnen oder innehaben, auch die naturgesetzlichen bzw. mathematischen und physikalischen Voraussetzungen für die Bildung, Nutzung, Weiterentwicklung und den Erhalt von künstlichen Systemen und bereffend die Deckung des Ressourcenbedarfs derselben, ihrem Willen und Wünschen gemäss kraft ihrer Mehrheit (oder kraft anders erworbener Überlegenheit über Andere) ausser Kraft setzen zu können.
Selbst wenn die ganze Weltbevölkerung es einstimmig beschlösse, würde sich der Rhein nie von der Nordsee in den Thomasee ergiessen, nur weil mit 100%igem Mehr so entschieden worden ist. Die Enttäuschung darüber, dass das nicht geht, ist wahrhaftig naiv. Darum wird ein Schuldiger gesucht, über den enttäuscht zu sein mit etwas Ideologie und Sentimentalität für eine blinzeln- de Öffentlichkeit akzeptabel scheint.

Die verantwortungslos von denen, die es hätten wissen können, in ihren irrigen Hoffnungen Be- lassenen und nun begreiflicherweise Verzweifelten machen sich in ihrer ohnmächtigen Wut mit Gewaltdrohungen gegen die Falschen Luft. Sie vertrauen weiterhin denen, die es versäumt ha- ben, sie bei Zeiten aufzuklären und neuen Zielen zuzuführen.

 


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