2008-01-29

Zeit ist Geld

Von glaukothyr @ 12:50 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Dieses Schlagwort ist eine anmassende Behauptung und hat es geschafft, die Weihen eines Glaubensbekenntnisses und Kultes zu erlangen. Die Intoleranz und Grausamkeit dieses Kultes gegen dazu nicht Zugelassene, Zweifler, anders und Anderes Denkende muss jeden religiösen Eiferer und Fundamentalisten vor Neid erblassen lassen, denn selbst er und die Seinesgleichen folgen der scheinbaren Logik dieser 260 Jahre alten Ermahnung, wenn er andere verführt, üeberlistet, erpresst, nötigt, antreibt, sich für etwas angeblich Erhabeneres als sein eigenes, angeblich "erbärmliches" Dasein zu opfern.

Niemandem, der sich einbildet, für andere "nur das Beste zu wollen" und sie deshalb dazu zwingen zu müssen, denkt an Anderes als letztlich an Geld oder an etwas, das ihm welches verschafft.


2008-01-28

Multiple und Dissoziative Kollektivität

Von glaukothyr @ 21:07 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Bilder zeitgenössischer Identitätssurrogate
Als multiple und dissoziative Kollektivitätsstörung könnte man vielleicht näher beschreiben, was in den Medien, je nach Zusammenhang, Anlass und Ebene der Auswirkungen mit gesellschaftlicher Verun- sicherung, kollektiver oder gregaler Wirklichkeitsentfremdung, Nationaler Identi- tätskrise, Mangel an Solidarität usf. bezeichnet.
Dies alles sind Aspekte einer unterschiedlich wahrgenommenen und mitgemachten
Entwicklung, die eine ihrer Ursachen darin hat, dass die pluralistische Gesellschaft den Individuen ermöglicht und ihnen auch auferlegt, je nach Anlass, Gelegenheit und erforderlichem Profil in gänzlich verschiedene Rollen zu schlüpfen.
Fähigkeit, Belohnung, Desexistenz
Diese Fähigkeit zur multiplen Identität kommt den Bedürfnissen der administrativen und technischen Systeme entgegen, weil sie diesen grössere und flexiblere Res- sourcen an Arbeitskraft, Konsumbereitschaft und ideologischer Gefolgsbereitschaft verschafft. Dem Einzelnen verheissen sie für diesen Identitätsverzicht grössere Erfolgschancen und Erfolg wird als durch die 'Freiheit' zu scheinbar eigensinnigem bzw. originellem Design von auch für die Karriere wichtige Aufmerksamkeit gewin- nendem Lifestyle vorgestellt.
Lebensqualität wird durch die Rollen, die einem zufallen und durch die Auserlesen- heit von Prestige und Genuss, die diese verschaffen und vermitteln, interpretiert.
Wer dieser verlockenden Plausibilität global ideologischen Marketings erliegt, er- fährt eine Gewöhnung an Denkformen, vorprogrammierte Argumente, Wertvorstel- lungen, die schwer wieder abzulegen und von den Voraussetzungen, Dasein diesen Gewohnheiten entsprechend zu gestalten und fortzusetzen, abhängig macht. Diese Gewohnheit wird für Identität gehalten und als wohlerworbenes Recht beansprucht. Die Gewohnheit wird zum Beharren und zur Starrheit, die vom System reichlich be- lohnte "Flexibilität" zum ausgeklügelten aber ästhetisch indifferenten Opportunis- mus. Es genügt das Repräsentative. Für alles Andere fühlt man sich nicht zuständig.
So blinzelt Nietzsche's "letzter Mensch" in die Zukunft.
Das Humodul
Diese Entwicklung hat sowohl "Geschichte" - genauer: ihre Mythen - als auch Sys- tem und beruht auf Ideen einer Weltherrschaft, die die Menschheit als minder- wertige Rasse durch aus ihr speziell Auserwählte und Gezüchtete in Zucht hält sich und zu "höheren Zwecken" besonders Eingeweihter beliebig verfügbar macht. Selbst der Angehörige der innersten Kreise höchster Eingeweihter steht nicht als Mensch im Brennpunkt solcher Utopie, sondern ein un- und übermenschlich perfekt funktionierendes, unfehlbares System. Alles wird dem hochgradig kindischen Wahn lückenloser Unfehlbarkeit geopfert.
Es braucht kein Ende der Geschichte - es gab sie nie. Es gibt nur Mythen.
Was weiter als das 18. Jhdt. in dieser Geschichte zurückliegt, ist der Öffentlichkeit, wenn überhaupt, nur in schwer interpretierbaren Fragmenten zugänglich und von fragwürdiger Echtheit und Aussagekraft.
Diesbezüglich abenteuerliche Gerüchte und Verknüpfungen mit dokumentierten Ereignissen haben indes ihre Ursachen im Spielraum, den die Lückenhaftigkeit der verlässlichen Dokumente und Beweisstücke scharfsinnig kritischen Mutmassungen über die Wahrheit lässt.
Ob moderne Geschichtsforschung wirklich beauftragt ist, diese Lücken zu schliessen oder letztlich in Dienst einer Propaganda für die weiteren Etappen zur Errichtung der "Neuen Weltordnung" sind, kann selbst ein erfolgreicher und fleissiger Absol- vent eines Geschichtsstudiums nicht beurteilen. Es steht nicht in seiner Macht, wel- che Anhaltspunkte ihm zugänglich sind.
Geheimzuhaltendes wird von hilfsbereiten und freundlichen, aber streng und elek- tronisch überwachten Bibliothekaren und Bibliothekarinnen versteckt gehalten, nicht von martialischen, bis an die Zähne bewaffneten Sicherheitssöldnern bewacht. Solche stehen mit grosser Wahrscheinlichkeit, wo es nicht wirklich etwas zu schüt- zen gibt. Es wird von der Ausleihe oder Archivverwaltung keine Herausgabe ver- weigert, sondern es wird einem entweder das Falsche und immer wieder das Fal- sche herausgegeben oder freundlich beschieden, das Gefragte sei anderweitig, womöglich ins Ausland ausgeliehen, befinde sich in Restauration, Archivierung, Inventarisierung, Begutachtung usf. oder es wird ein raffiniert und unerkennbar überarbeitetes Duplikat als Original oder Facsimile, vielleicht gar schon zur selben Zeit wie das Original erstellt, herausgegeben.
Wer hat denn schon die Mittel, das überhaupt wahrnehmen, geschweige denn über- prüfen zu können?
Man kann solche Zweifel belächeln aber nicht verbieten - und jedes Verbot wirft die Frage auf, was es wirklich schützen soll bzw. was die "Sicherheit des Staates" sei, die da angeblich zu schützen sei. Das sind bei weitem nicht alle Fragen in diesen Zusammenhang, die unbeantwortet sind und bleiben. Sobald die Hindernisse für deren Beantwortung hinfällig werden, sind auch die Fragen bedeutungslos.
Der Wahn des Machens
Die Erforschung und Erprobung dissoziativer und multipler mentaler Kondition zur Konstruktion und gezielten Bereitstellung optimal ausgebildeter und wunschgemäss nach Bedarf und gestellter Aufgabe handelnder Agenten und Superagenten lässt sich bis in die Zeiten der ersten Weltausstellung in Paris zurückverfolgen.
Der Nationalsozialismus war zu wichtigen Teilen ein erster Feld- bzw. Freisetzungs- versuch grossangelegter Verwaltung und Haltung von Massen klassifizierter Bevöl- kerungsteile durch eine speziell pflichtfreudig abgerichtete Agentenkaste.

Schon früh im 20. Jahrhundert wurde mit offen erniedrigenden und traumatisieren- den Trainingsmethoden experimentiert, um menschliche Mentalleistungsfähigkeit bedingungslos und zuverlässig verfügbar zu machen. Etwa zur gleichen Zeit wurden Versuche mit Elektroshockbehandlung zu zueinander widersprüchlichen Zwecken durchgeführt, die von derselben Auffassung des Menschen als reine Zweckdienlich- keit und beliebig programmierbare Ressource zeugen.
Die von Naomi KLein gründlich begründete Vermutung, dass gewisse Kreise mit
ausgeprochen kaltblütigen Interessen, den Markt zu beherrschen und den freien Wettbewerb mit unzimperlichen Methoden zu eigenen Gunsten zu entscheiden oder
- unter Berufung auf dessen Notwendigkeit - ganz auszuschalten, letztlich die an Individuen erprobten Methoden der mentalen Unterwerfung und Gefügigmachung auf ganze Nationen, Völker und Wirtschaftsregionen übertragen, wenn sie gezielt die durch eine Katastrophe erzeugte Verwirrung und Lähmung der für die Versor- gung wichtigen materiellen, organisatorischen und mentalen Strukturen und Netz- werke dazu nutzen, handstreichartig die Herrschaft über das System zu überneh- men und Schlüsselpositionen mit leidenschaftlichen Anhängern ihres Profitkultes zu besetzen. Der Kritik an dieser Strathegie werden regelmässig zweifellos feststellbare Verbesserungen etwa der Wasserversorgung für so und so viele Prozent der Bevölkerung entgegengehalten, ohne den grausamen Preis zu erwähnen, den das Land oder die Region und vor allem die vom genannten Segen nicht erreichten dafür zu bezahlen hatten und zuweilen während Generationen noch zu zahlen haben werden und selbstverständlich, ohne zu erwähnen, wer dabei die besten Geschäfte gemacht hat.

Bezüge zur Aktuellen Gegenwart
Vergleichbare Methoden der Schockverabreichung können mit genügender Me- dien-, Experten- und Marktmacht auch auf sich gewissen Übernahmebegehrlich- keiten widersetzende Unter- nehmen oder gar auf die Weltbörse übertragen wer- den. Bis die Machenschaften auch nur einigermassen aufgedeckt sind, sind die Geschäfte längst gemacht und wichtige Beweismittel beseitigt oder unbrauchbar gemacht.

Der Schockwirkung vergleichbar sind überdies Langzeitwirkungen von Reizüberflu- tung, Dauerstress und Dauerfrust und Suggestionen diffuser Ängste und Schuldge- fühle gegenüber ganzen Gesellschaften, Nationen und Zivilisationen.


2008-01-23

FLAT DEMOCRACY

Von glaukothyr @ 13:05 [ 011 Sparringpartner gesucht ]

Politischer Entscheid oder Verwaltungsakt ?
Die Diskussion um Wesen und Bestimmung von Demokratie wird wieder lebhafter und leidenschaftlicher als auch schon.
Das ist willkommen, für Erhalt und Entwicklung von realistichem Sinn für gegenwarts- und zukunfstaugliche Demokratie sogar unerlässlich.

Oft ist die Rede von "der" oder vereinnahmend "unserer" Demokratie.
Diese Redensweise birgt in sich die gefährlich undemokratische Botschaft, es gebe Demokratie nur in der einen und einzigen Form wie von den jeweiligen Verfechtern als die ihrige gefordert. Mit solcher Redensart wird andern die Mitsprache darüber, was Demokratie sei und vermöge und was nicht, verweigert.

Eine wesentliche Ursache für die Schwierigkeit allen Demokratie- verständnisses
Die Verwirrung wird durch die zwar nicht falsche aber in ihrer plausiblen Art missdeuteten Übersetzung des Wortes Demokratie in "Volksherrschaft".
"Dêmos" ist eben nicht einfach und nur "das Volk" und bedeutete dem vorchristlichen Griechen etwas völlig Anderes als die heutigen Lebensbedingungen zulassen. Für damalige Angehörige des "Dêmos" war es undenkbar, einer Erwerbsarbeit nachzugehen und selbstverständlich, die Schwerarbeiten von Sklaven ausführen zu lassen.
Und "Kratos" bezeichnet ausgerechnet diejenige Art der Herrschaft, die vom Volk ausgeübt, in Hexenverfolgungen, Lynchjustiz und Bürgerkriege führen würde. Schon das deutet darauf hin, dass "Dêmokrateia" von einer völlig anderen Vorstellung von "Dêmos" ausgegangen sein muss, als dem heute noch gebräuchlichen Begriff "Volk" entspricht.

Der Gebrauch des Wortes "Volksherrschaft"
Das Wort "Volksherrschaft" wird im politischen Alltag sowohl von "Volksvertretern" als auch von der sog. "politischen Basis" (="Volk") unvermeidlich in zahllosen, häufig emotional und gar sentimental überfrachteten Sinnvarianten verwendet, die mit dem nüchternen aber hochkomplexen staatsrechtlichen und politologischen Begriff der Volksherrschaft (i.S.v. "Souverän") bestenfalls vokabularische Übereinstmmungen aufweisen, mit ihm aber unvereinbar sind.
Ein Politiker oder ein Volkstribun kann natürlich, um an leicht das Volk zu gelangen, das er sich für seine Zwecke wünscht, die Volksherrschaft seinen Anhängern völlig losgelöst von der diese bedingenden und ziemlich komplexen Souveränität erklären, und dann noch nachschieben, "Souveränität" bedeute einfach und "im Prinzip", dass uns Andere nicht dreinreden dürfen und können sollen, bleiben aber die Antwort schuldig, ob und wie das in den unzäligen Einzelfällen der Wirklichkeit zu bewerkstelligen sei, genau aus dem Grund, weil das dann erheblich komplizierter ist, als ihre eingängige Erklärung der "Volksherrschaft". Die unvermeidliche Folge ist dann einfach, dass da etwas erklärt und verheissen wird, das es so, wie erklärt und versprochen, nicht gibt und wegen einer gelwaltigen Menge von Bedingtheiten und Umständen nicht geben kann.

Die verkannten Voraussetzungen für die "Macht des Volkes"
Viele populäre Auffassungen von "VOLKSHERRSCHAFT" verkennen regelmässig unerlässliche Voraussetzungen und Bedingungen dessen, was sie ist und sein kann. Zu diesen gehören prominent aber nicht nur: die ressourciellen Bedingungen (z.B. Grund und Boden, Wirtschaft, Militär) und ein Grundkonsens über die Anerkennung eines Souveräns (Verfassung), die Gewaltenteilung bzw. -differenzierung, die Rechtsstaatlichkeit, das Legalitätsprinzip, die Rechtsgleichheit, das Willkürverbot.
Diese Begriffe sind weit weniger populär und einleuchtend wie der verheissungsvolle und demagogisch missbrauchbare der "VOLKSHERRSCHAFT".
Sie stehen für den an die VOLKSHERRSCHAFT erteilten und sie stützenden und bändigenden Auftrag. Volksherrschaft meint nicht Volkswillkür.
Damit haben die romantisch begeisterten Demokraten grosse Mühe. Sie schwärmen für eine "DEMOCRACY LIGHT" bzw. eine "FLAT DEMOCRACY".

Beispiele für "Flat Democracy"
Die Weltfremdheit gewisser romantisierender Vorstellungen von "VOLKSHERRSCHAFT" kommt z.B. darin zum Ausdruck, dass die zutreffende Feststellung der Rechtspflege, eine Entscheidung, die nun einmal gestützt auf - n.b. demokratisch geschaffene - Gesetze und nach entsprechenden rechtsstaatlichen Verfahren zu fällen ist, sei Verwaltungsakt und kein Akt politischer Willensbildung, als Beschneidung der Volksrechte empfunden statt als "regel-rechter" Vollzug des Volkswillens erkannt und anerkannt wird. Es tritt hier, wie in manchen anderen Belangen aktueller Politik, schlecht gemeisterte Emotionalität an Stelle gehörigen Rechtsempfindens.

So weit die Volksinitiative "für demokratische Einbürgerung" darauf abziehlt, dem Betroffenen die rechtsstaatlich geschuldete Begründung für eine Nichtgewährung der Einbürgerung zu verweigern, verstösst sie fundamental gegen das verfassungsrechtliche Willkürverbot und ist mit ihrem totalitären Postulat, das VOLK zur obersten und letzen Allmachtsinstanz zu erheben, in kaum zu überbietendem Masse undemokratisch.

Die sog. "Volkswahl des Bundesrates"
Eine ähnliche Überlegung ist bezüglich der Idee einer Wahl der Besetzung der Exekutive durch das Volk anzustellen. Die personelle Besetzung einer ausführenden Instanz ist kein politischer, sondern ein Personalentscheid. Dass diese Besetzung eine momentane verteilung der Gunst der Bevölkerung auf die Parteien berücksichtige, ist keine politische Notwendigkeit, sondern hat eher Sensations- und Unterhaltungswert. Die Executive führt ja nicht das Volk (und soll in einer Demokratie gerade das nicht tun), sondern ihre Departemente und Ämter. Und eine Executive, die meint, das Volk führen zu müssen, hat nicht verstanden, dass sie von einer Demokratie beauftragt ist und dass eine Demokratie bei allen Ähnlichkeiten ihres rein organisatorischen und technischen Apparates von ihrer Motivation, Zielsetzung und Navigation in den Wettern der globalen Entwicklungen völlig anderes ist als eine wirtschaftliche Unternehmung.
Die optimale Besetzung der Exekutive erfordert eine Qualifikation zur Amtsführung, die über dem Durchschnitt der Qualifikation derjenigen liegt, die sich von der Besetzung der Exekutive durch Volksentscheid "mehr Demokratie" und mehr Macht für das Volk versprechen. Die Beziehung derjenigen, die begeistert für die oder den in "ihrer" Executive jubeln, werben und stimmen, ist derjenigen von Fans zu ihrem Favoriten in Sport oder Unterhaltung vergleichbar. Sie ist von Launen und Emotionen bestimmt und ohne jede Vorstellung davon, was die Führung des zu besetzenden Amtes erfordert.
Niemand käme auf die Idee, direkt das Volk der Aktionäre und der Belegschaft zur Ernennung der CEO's einer Unternehmung aufzurufen. Die Aktionäre ernennen überdies nicht die Geschäftsleitung, sondern die Aufsicht über diese - und erteilen dieser Aufsicht Décharge oder nicht.
Die Bundesräte sind eine Art CEO's (Chief Executve Officers = Chef Exekutivbeamte) mit politisch erteiltem Ausführungsauftrag und verantwortlich für die Effizienz der Ausführung. Diese Verantwortung für die Effizienz bedingt wiederum die Führung der Departemente gemäss politisch vorgegebener Zielsetzung und auch nach betriebswirtschaftlich bewährten Grundsätzen. Das Palament ist die bestgeeignete Instanz, die Besetzung dieser Stellen vorzunehmen und auch gewisse Kontrollfunktionen über sie auszuüben (Gewaltenteilung). Das Volk ist dazu bestenfalls idealisiert aber leider nicht wirklich und praktisch im Stande.
Es ist kein Personalchef. Es hat Besseres und Wichtigeres zu tun. Seine Macht würde durch die Befugnis bzw. die Belastung damit, seine Exekutive zu ernennen, nicht zu-, sondern empfindlich abnehmen. Das begeisterte Volk wählt Hoffnungen und projiziert diese auf für solche Projektionen geeignete "charismatische" Figuren, die es dann in das gelobte Land seiner Hoffnungen und Träume führen sollen - und das genau ist das Ende von Demokratie.


2008-01-22

Die Gunst des Volkes

Von glaukothyr @ 19:22 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Die Gunst des Volkes ist, entgegen dem Glauben vieler Politiker und Ideologiever-
markter nicht der Wille des Volkes.
Die Theorie vom wahlimmanenten Sachentscheid beruht auf übermässiger Abstraktion des Wahlvorgangs und der Deutung seines Ergebnisses.
Diese Abstraktion war zu Zeiten ideologisch und existentiell noch übersichtlich dif- ferenzierter Gesellschaften, die sich über Religion, Nation, Währung, eine überschaubare und als gemeinsam empfundene Erwerbswelt mit gemeinsamem Recht zumindest noch symbolisch zu einer 'Einheit' mit gemeinsamer 'Heimat' vereint wähnten, noch einigermassen plausibel und vertretbar.
Bei der heute in verschiedenste zahllose Richtungen autonom ausgreifenden und sich diverisfizierenden Tendenz zu individuellen Lebens- und Gemeinschaft- lichkeitsentwürfen ist diese Hypothese offensichtlich wirklichkeitsfremd.
Wer gut gebildet und in der Welt herumgekommen ist, weiss, was möglich ist, was machbar und was Wunschtraum. Er entscheidet sich für Optionen, Szenarien, nicht für ein Programm.
Wer genug Geld hat, schert sich einen Deut um politische Entscheide, weil er sich deren Wirkung immer irgendwie entziehen oder sie gar nach seinen Wünschen und unbemerkt beeinflussen kann. Überdies steht vorangeschrittenste und entsprechend rare und teure Technologie zur Vereitelung staatlicher Kontrolle und Gewalt gerade denjenigen zur Verfügung, die sich, im Vertrauen auf ihre Macht, ihre Privilegien und ihren Technologievorsprung, in keiner Weise auf Solidarität und gemeines Recht angewiesen fühlen.
Die Hoffnung auf die Wirkung ausgeübter Volksrechte ist die Hoffnung der Ahnungslosen, Getäuschten, Frustrierten und sich Tröstenden. So wie es die Haltung gibt, dass doch nicht ist, was nicht sein darf, gibt es die Haltung, dass wirklich sei, wonach man sich unsäglich sehnt und von dem man überzeugt ist, es sei das einzig Richtige, Gute, Gerechte usf.
Es ist eine Frage der Erziehung und Bildung, ob diese Selbstbetäubung der eigenen
Wahrnehmung und Denkfähigkeit als Ausweg aus der Hoffnungslosigkeit und Selbstwertbestimmungskrise gewertet wird.
Wer, gleichgültig, ob 'selbst verschuldet' oder nicht, nicht in Genuss Bildung gelangt, die den bisher noch nie in diesem Masse komplexen und erst noch rasch und fortgesetzt sich verändernden Anforderungen heutiger Lebensbewältigung genügt, ist schlicht unfähig, die Fragestellung in Volksabstimmungen oder die Verheissungen der Parteien nicht nur zu verstehen sondern auch zu durchschauen. Seine Recht wird zum Spielball von Ideologiestrategen.

Zum unterschied zwischen Gunst und Wille noch zwei Gleichnisse:
Die Gunst, die das Publikum einem Star gewährt, ist auch nicht Ausdruck des Willens, dass nun Sport, Unterhaltung oder Kultur ausschliesslich nur oder vorrangig von diesem  bestritten werden solle und dürfe. Die erwiesene Gunst bedeutet, dass der vom mit Applaus Bedachten erbrachte Beitrag begrüsst und Weiteres künftig auf Zusehen hin willkommen ist.
Und eine Frau, die einem Manne ihre Gunst erweist, bringt damit (jedenfalls nach zeitgenössisch aufgeklärtem und emanzipiertem Verständnis von Partnerschaft zwischen bewusst und frei entscheidenden Menschen) nicht zwingend zum Ausdruck, dass er ihr in jeder Hinsicht so genüge, dass sie sich seinem Willen bedingungslos und unbefristet fügen und ihm als Hausfrau und Magd dienen wolle. Ihre Gunst kann auch bedeuten, dass sie es für erwägenswert erachtet, ihn auf Probe und Bewährung zu stellen.
In der Politik führt ihrer Eigenart gemäss die eingebundene oder teilweise auch regellos mitspielende Macht dazu, dass die Gunst von den Mächtigen als Wille gedeutet und als Legitimation für ihr in keiner Weise vom Volksentscheid abgedecktes Handeln missbraucht wird.

2008-01-16

Erwerbswelt und Sexualität

Von glaukothyr @ 21:40 [ 012 Vermittlung erforderlich ]
Als Arbeitslose(r) ist man wenigstens der Gefahr sexueller Belästigung am Arbeitsplatz nicht ausgesetzt.
Diese Gefahr ist offfenbar beachtlich genug, um spezielle Gremien zu beschäftigen und Arbeitsplätze für Ausbildung, Einsatz und Kontrolle von Spezialisten notwendig zu machen, die die Eindämmung mit Arbeit nicht vereinbarer und an sich gestörter Verhaltensweisen gewährleisten sollen.

Dass die "sexuelle" Belästigung gegenüber anderen Arten bevorzugte Aufmerksamkeit geniesst, hängt vermutlich mit dem generellen Zustand der Gesellschaft und deren Tendenz zur kollektiven Regression in die Infantilität zusammen.
Was "sexuell" sei und was nicht, was Missverständnis, Kommunikationsfehler und was Belästigung, was zumutbar sei und was nicht, wessen Darstellung die glaub- würdigere sei, sind alles auch Fragen der Erziehung, der Bildung, der Lebenserfah- rung, der Weltanschauung und der Fähigkeit und Bereitschaft, sich in einer pluralis- tischen und toleranten Gesellschaft der Verschiedenheiten zu bewegen und zu be- währen. Entsprechend kann eine Betroffene oder ein Betroffener mit dem, was alles unter Belästigung und besonders "sexueller Belästigung" verstanden werden kann, souveräner und autonomer umgehen als jemand anders in einer Situation von gleichartiger Qualität. Davon hängt dann ab, ob ein Fall von Belästigung oder evt. eine andere Art Störung zur Sprache kommen muss.
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Angesichts der generellen, nicht nur gerade am Arbeitsplatzt sondern alltäglich und allgegenwärtig an jeden Zeitgenossen eines Kulturkreises gleichermassen gestellten Anforderung, mit Verschiedenheiten und Fremdartigem fertig zu werden und leben zu lernen, muss die besondere und isolierte Beachtung der sog. "sexuellen Belästigung" speziell am Arbeitsplatz zu massgeblichen Teilen in den Bereich der Nebensächlichkeiten und der Scheinheilig- keit verwiesen werden.
Es findet keine auf Entwicklung einer Gesellschaft autonomer Individuen gerichtete Analyse und Konzeptsuche statt, sondern es wird auf einer ideologisch dürftigen Grundlage von Mustergültigkeit eine Art Sondergerichtsbarkeit für fachlich nach Meinung der Arbeitgeber bestqualifizierte, jedoch persönlich in der Pubertät stecken gebliebene Arbeitskraft installiert, allerdings ohne hinreichende Gewähr für rechts- förmige Verfahren und rechtsstaatlich geforderte Garantie gleichen rechtlichen Ge- hörs für alle Betroffenen und angeblich Beteiligten und ohne Definition von Rechts- gleichheit und -sicherheit gewährenden Tatbestandsmerkmalen.
Dies mag Arbeitskräften, die ihren Selbstwert nach Massgaben der Mustergültigkeit und ihnen dafür gegönnter Anerkennung genügen, entspricht aber nicht den Zielen, die eine Gesellschaft autonomer Erwachsener u.a. auch mit den Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit anstreben würde, wenn es sie noch gäbe.
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Wie Alles in pluralistisch komplexer Kollektivität wirft auch die Themati- sierung von Berührungen und Überschneidungen von Arbeitswelt und von "Sexualität" - bzw. von allem, was man dieser zutreffend oder zwanghaft und mit Vorurteilen befrachtet zuordnet - die Frage auf, wie denn die signi- fikante Häufung unqualifizierten Verhaltens gegenüber Arbeitskolleginnen und -kol- legen trotz angeblich gestiegener Ansprüche der Erwerbswelt an die Qualifikation der Arbeitskraft möglich sein soll.
Es kann sein, dass der rein fachlichen Qualifikation im Hinblick auf die Leistungsfä- higkeit der Arbeitskraft zu sehr der Vorzug vor charakterlichen Eigenschaften, be- sonders der Bereitschaft zur Rücksichtnahme auf legitime Bedürfnisse und Ansprü- che anderer, gegeben wird. Das allein vermag die epidemisch anmutende Häufig- keit des Phänomens und die teilweise Schwere einzelner Fälle nicht überzeugend zu erklären.
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Man sollte meinen und möchte es wünschen, dass qualifizierte Arbeitskraft sich ganz sicher und vorrangig dadurchauszeichnet, dass sie sich voll und ganz ihrer Arbeit zuwendet und dabei gar nicht Anlass und Zeit findet, auf "andere- und erst noch dumme, d.h. für einen Erwachsenen unreif und unpassend pubertäre - Gedanken" zu kommen. Es geht ja nicht um reine Wunschträume, die die Fehlbaren als solche erkennen und für sich behalten - es geht offenbar sogar um eigentliche Ängste, gewisse Unvereinbarkeiten und Zwang- haftigkeiten nicht aushalten zu können.
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Eine zur sexuellen verwandte, wie diese gleichermassen Zeit und Kräfte angeblich 'best qualifizierter' Arbeitskräfte verschleissende Tätigkeit, die mit der Arbeit eben so rein gar nichts zu tun hat, ist das Mobbing.
Die "sexuelle Unregelmässigkeit" ist nur eine Spielart vielfältig möglicher Taktiken, sich bei und während der Arbeit mit nicht zu dieser Gehörigem zu beschäftigen, zu unterhalten, abzulenken, zu trösten, vielleicht sogar, sich am Zwang zur Arbeit zu symbolisch zu 'rächen' und hat mit diesen vermutlich gar gemeinsame Ursachen. Der "sexuell" - oder zutreffender gesagt "pubertär" - ausgestaltete Exkurs hat mit Sexualität genauso wenig zu tun wie mit der Arbeit, anstelle derer er riskiert wird.
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Diese Beschäftigungen am Arbeitsplatz mit anderem als der Arbeit sind Äusserungen einerseits der Entfremdung von sich Selbst und anderer- seits der Verfremdung des Arbeitens zur Unterwürfigkeit gegenüber den Zwängen anonymer, abstrakt definierter und gelenkter, all- und übermächtiger, unentrinnbarer Systeme.
Diese Unterwürfigkeit ist die Konkretisierung der Selbstentfremdung, wie sie jede auf Maximierung von Leistung und Profit ausgerichtete Erwerbswelt von jedem ihr ausgelieferten Arbeitenden gleichermassen bedingungslos fordert, aber nicht alle gleichermassen entschädigt. Die Exkurse aus der Ge- und Befangenheit im Leistungs- und Profitkult sind unbewusster und letztlich unfreiwilligerer Ausdruck davon, dass die Erwerbswelt trotz ausgeklügelter und nicht selten perfider organisatorischer Massnahmen zu ihrer perfekten Sterilisierung in dauernder Resonanz und Interferenz zum Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft steht, zu dessen Bewältigung sie dem Arbeitenden die Mittel verschaffen soll(te), ihm aber oft die nötige Zeit, Musse und Kraft dazu nicht übrig lässt oder geradezu raubt.

Zu hinterfragen sind nicht allein die Arten und Fälle der Verfehlungen Einzelner gegenüber Mitgefangenen anonymer Zwänge, sondern auch die Auffassungen von

  • - Arbeit
  • - Menschenwürde
  • - Lebenssinn
  • - Zweck der Wirtschaft
  • - Sexualität
  • - individueller Autonomie und Souveränität
Zu hinterfragen ist auch die Selbstverständlichkeit, mit der Über- und Unterordnungsverhältnisse hingenommen und gerechtfertigt werden und so den Überlegenen und Übergeordneten das Recht verschafft wird, Arbeitskraft einseitig nach deren Vorstellungen, Bedürfnissen und Bequemlichkeiten heranzubil- den und zu -züchten, auszusortieren, abzurichten, zu qualifizieren und zu bewerten, ohne ihrerseits auch nur eine geringste Gewähr für den Sinn, die Folgen und den sich darauf bezogenen Wert der Arbeiten zu leisten, die sie von ihren Untergebenen bzw. Untertanen verrichten und ausführen lassen.

Die Belästigungen, die die Erwerbswelt als ganzes der Allgemeinheit als Folgen auf Geheiss von Führern der Wirtschaft, der Politik, der Ideologieverbreitung, der Wissenschaft und der Technokratie verrichteter Arbeit zu tragen hat, sind um Vielfaches zerrüttender und zerstörerischer als individuelle Verfehlungen einzelner Mitarbeiter gegenüber Ihresgleichen.

 


2008-01-11

Sch...schöööner Mist !

Von glaukothyr @ 12:30 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Die Napolitaner können nun unter anderen politischen Vorzeichen als vor 70 Jahren ihren rechten Arm in Richtung zwischen Horizont und Zenith zum Gruss erheben, der wie auch schon Verbundenheit in einem gemeinsamen Schicksal zum Ausdruck bringt, aber als Geste heute offensichtlicher und sprichwörtlicher als damals auf die Höhe der von Hochstaplern aus Wirtschaft, Politik und Globalisierungskreuzzugs- unternehmen aufgetürmten Abfallberge hindeutet.
Frei nach Dürrenmatt können Sie singen : "Tant'alta la porcheria nella nostra Patria! La puzza omnipotente!"
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Italien ist natürlich bei weitem nicht das einzige und erste Land, das in einer Region mit Problemen dieser Art zu kämpfen hat. Es ist vielleicht das in dieser Hinsicht fortgeschrittenste alt-europäische in der zwangläufigen Fortsetzung der Entwicklung einer wachstumsgläubigen und profithörigen Kollektivität. Neapel steht quasi an der Spitze des Fortgangs der Entwicklung abendländischer Zivilisation unter grundsätzli- cher Beibehaltung der bisherigen Prioritätenordnung, an der selbst Linke und Grüne nur so weit rütteln, als zu ihrer "Profilierung" notwendig.
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Man kann es drehen und wenden wie immer man will: Die letzte Verantwortung und die letzten Entscheide liegen beim Konsumenten und der ist immer der Einzelne - immer er allein - jedenfalls dort, wo er die Möglichkeit hat, zu verzichten, nicht mehr, sondern schritt- weise weniger 'mitzumachen', immer mehr sich selbst treu zu sein statt um jeden Preis irgenwo oder gar möglichst überall "mit dabei zu sein", bewusst nach Qualität statt nach Imitat nachzufragen, Qualität eigensinnig zu definieren und zu fordern, und wo es sie noch nicht gibt, zu sagen:

"Das und das will ich oder Nichts - jedenfalls nicht mehr lange den Mist, den Ihr Produzenten (auch z.B. im Unterhaltungssektor) zu bieten habt! Ich will z.B., dass Ihr auch praktische und technische Beiträge zur Realisierung optimaler Bedingungen für die Entsorgung des von Euch Produzierten und uns Zugemuteten leistet. Wir fordern auch, dass Ihr nicht nach Eurem Belieben 'freien', sondern fairen Wettbewerb betreibt, als beste Gewähr auch dafür, dass dieser wirklich für alle Bewerber gleichermassen frei bleibt."

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Die Konsumentenverbände müssen aus der lamentierenden, anklagenden und anschwärzenden Defensive heraustreten und zu konstruktiver Offensive über- gehen, die die Produzenten zu Kooperation ermuntert und herausfordert.

Es wird Zeit, sich keine Dienstleistungen, Produkte und Lebensbedingungen von den Wirschaftsplanern und -strategen und den Finanzmagiern aufzwingen zu lassen, sondern sich auf die Macht der bedarfsechten und lebensnahen Nachfrage zurück zu besinnen. Mit seinem Konsum nimmt der Einzelne am direktesten und nachhaltigsten darauf Einfluss, wofür unter welchen Bedingungen gearbeitet wird und werden muss.

Konsument ist selbstverständlich auch der Steuerzahler, der Vorsorge- und Sozial- versicherte und der Stimmbürger. Konsument ist auch, wer von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung erwartet, dass sie Lösungen zur Erträglichkeit und leichteren Bewältigung seines Lebens produziere.

Konsument ist auch, wer von Theologen, Ethikern, Philosophen und Rechtsgelehrten Antworten auf Fragen nach dem Guten, Richtigen und Gerechten erwartet, um sie als ideelle Produkte weiterzuverwenden. Und man irrt, wenn man meint, dass die Produktion von Idealen, Recht und Ordnung nicht ebenfalls ideellen und mentalen Abfall und Unrat erzeuge, der ganz schön giftig sein kann.

Jeder politische Entscheid, jede Beanspruchung eines Rechts, jedes Erheben eines Anspruchs ist zu wichtigen Teilen auch ein Entscheid darüber, was man wie und wozu konsumieren will und wem man dafür was für Belastungen oder Einschränkungen unausweichlich auferlegt und was für neue Schwierigkeiten daraus entstehen.
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Jeder reife Konsument ist als kleiner Staatsmann in eigener Sache und Verantwor- tung gefordert. Als solcher kann er sich nicht darauf versteifen, Alles (nicht zuletzt den Profit) möglichst unbeschwert und billig zu haben, ohne Rücksicht darauf, wel- che Lebens- und Erwerbsbedingungen das andern Menschen anderswo auferlegt. Nur so befreit er sich aus seiner Ohnmacht des 'kleinen Mannes von der Strasse'.
'Ohnmacht' beruht zu grossen Teilen auch darauf, dass man sich nicht über die Bedingungen Rechenschaft geben will, unter denen Andere sich in ihrem Leben bewähren müssen.
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- Allerdings - Eigensinn lässt sich nicht mit 'Patentrezepten' vereinbaren und fordert einiges Durchstehvermögen - nicht eben konsumentenfreundlich - dafür vielleicht eher lebensfreundlich.