2007-07-31

Archetypus - Mem - Protognomorion

Von glaukothyr @ 18:29 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Das Mem
Das Mem und dessen Vergewaltigung in der sog. 'Memetik' für die hemmungslose Vermarktung bzw. Verbreitung jedwelcher Ideen und Ideologieen sind zur Bewaffnung und Ausrüstung von Warlords permutiert, die auf Schlachtfeldern des Kausalen und Mentalen virtuell und virtuos operieren. Die Definition des Mems ist dabei bereits stark strapaziert worden.
Die Bedeutung des Begriffs 'Mem' ist bereits so stark generalisiert, dass darunter eine Marketingstrategie wie auch die epidemische Verbreitung einer Mode oder ein Dogma mit Autoritätsanspuch verstanden werden kann.
Vielleicht trägt es etwas zur Klärung bei, unter einem Mem eine Idee einschliesslich der dazu assoziierten Empfindungen und Gefühle zu verstehen, die zu verbreiten ein mit Durchsetzungspotential kritischer Stärke kombiniertes Bedürfnis von kritischer Intensität besteht. Die Motive und Ziele sind im Durchsetzungpotential und im Bedürfnis auf von Fall zu Fall besondere Art eingebettet.
Die Entstehung des Durchsetzungpotentials und des Verbreitungsbedürfnisses können dabei durch den Ideengehalt bedingt sein oder durch Umstände ausserhalb und fern der Idee selbst generiert in Koinzidenz mit deren Entstehung und Verbreitung fallen.
Zwischen Durchsetzungspotential und Verbreitungsbedürfnis dürften regelmässig Wechselwirkungen zu vermuten sein und überprüfenswert scheinen.

Das Protognomorion
Das Protognomorion (Proto = vor; Gnoma = Kennzeichen, Kenntnis, Meinung; Gnome = (u.a.!): Überlegung, Einsicht, Erkenntnis; morion = Teilchen) steht im Gegensatz zum Mem quasi am 'untern' Ende der Komplexitätsskala mentaler Wirklichkeiten, nämlich bei den 'Urteilchen', die Deutlichkeit (das, was etwas übehaupt deutbar macht) bewirken, welche (die Deutlichkeit) ihrerseits Voraussetzung für Vorstellungen, Begriffe und Ideen ist, die abermals ihrerseits Aspekte des Ausdrucks all' des unter altgriechisch 'Gnoma' und 'Gnome' Verstandenen sind.
Das Protognomorion ist allerdings nicht nur und erst als Sprach- oder Signalpartikel aufzufassen, sondern auch als typisches bzw. beliebtes Muster, wonach sich mentale und emotionale Grundinhalte wie erinnertes Tönen, Rauschen, Riechen, Erscheinen (was noch nicht Ton, Geräusch, Geruch und Form oder gar Gestalt ist) zu namhaften bzw. sprachlich markierten oder markierbaren Vorstellungen und Bildern zusammenfügen. Es schliesst auch die Umstände und deren signifikante Eigenarten mit ein, unter denen einfachst mögliche Aussagen über knappestmöglich bewusst gewordene Vorstellungen nah der Grenze des bei weiterer Abstraktion und Reduktion nicht mehr umgangs- und alltagssprachlich und nicht symbolhaft Ausdrückbaren deutlich und ausdrücklich werden.

Protognomorion und jungscher Archetypus

Das Protognomorion ist vom jungschen Archetypus etwas weiter entfernt und erheblich näher an der Grenze zum Anschaulichen und Deutlichen als die von Jung definierten archetypischen Vorstellungen. Die archetypischen Bilder haben zwar bereits sprachlichen Ausdruck (Tag, Nacht, Sonne, Mond, Vater, Mutter usf.) aber bilden quasi nur die ins sprachkundige Bewusstsein hochragende 'Spitze des' im Meer des Unbewussten schwimmenden 'Eisbergs' mit all seinen magischen und mythischen Assoziationen.
Der Begriff des Protognomorion ist nicht den jungschen Grundbegriffen des Archetypus und der archetypischen Vorstellung entgegengesetzt, sondern will der grotesk inflationären Verwendung des Begriffs Archetypus entgegenwirken.
Die archetypischen Vorstellungen weisen so hochgradige Vernetzungen zu magischen, mythischen und mystischen Potentialen auf, dass sie, bei ihrer unbestreitbaren Allgegenwart im menschlichen Empfinden, Wahrnehmen, Fühlen und Denken quasi als Elementar-meme aufgefasst werden können.
Die Archetypische Vorstellung und das Mem sind Massenfriedhöfe bis zur Unkenntlichkeit fermentierter Protognomorien. Die Protognomorien sind den ehemals lebenden Organismen vergleichbar, von denen heute die fossilen Lagerstätten zeugen. Im Unterschied zu jenen bleiben sie aber ausserhalb der Zeit und sind rein virtueller Natur. Sie kommen nicht konkret als Sprachbausteine oder Begriffe, sondern bestenfals als ethymologisch nachweisbare Spuren vor, aber nicht nur als solche, sondern auch als Ergebnisse methodischer Vergleiche ähnlich anmutender Verknüpfungen zwischen Aussagetypen und -kategorieen.
Der Begriff des Protognomorion ergibt sich aus einer grundlegend anderen Anschauung als diejenige, die Jung zur Prägung des Begriffs 'Archetypus' veranlasst hat. Der Zugang zum Gegenstand ist viel technischer und interessiert sich für Prozesse, nach denen sich Vorstellungen sowie die Worte, Signale und Begriffe dafür bilden und für die Bedingungen, unter denen das geschieht oder nicht geschieht.
Damit wird nicht die mögliche Vermutung disqualifiziert, dass das Protognomorion und die archetypische Vorstellung teilweise gemeinsame Wirkungen, Erscheinungsformen und Schicksale haben könnten.

Die Hypothese von Protognomorion und Epignomorion

Das 'Protognomorion' ist ein Arbeitsbegriff zur vorgeschlagenen Erkundung einfachst möglicher Bedeutungsbausteine für die Erzeugung von Vorstellungen und Absurditäten. Die Hypothese lautet vereinfacht, dass relativ einfache und eindeutig scheinende Vorstellungen aus unzertrennlich miteinander verschmolzenen Protoglomorien bestehen, bei deren Verschmelzung evt. auch Fragmente als Epignomorien abfallen und in die dem Bewusstsein gemäss gegenwärtigem Stand seiner Evolution nicht zugänglichen, utopischen und dystopischen Wirklichkeiten abgegeben werden.

Anmerkung:
(altgriechisch 'Gnome' ist ausserordentlich vieldeutig : Verstand, Intelligenz, Überlegung, Einsicht, Erkenntnis, Meinung, Urteil, Ansicht, Erwartung, Wunsch, Gesinnung, Überzeugung, Absicht, Sinn, Beweggrund, Entschluss, Beschluss, Rat, Antrag, Vorschlag. Vgl. dazu Langenscheidts Taschenwörtebuch Altgriechisch 8. Aufl. 2000 ISBN 3-468-10031-0 S. 102)


2007-07-26

Si fuisses ac fieristi non mansisses! Vale!

Von glaukothyr @ 13:19 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Wärst Du gewesen und würdest Du, wärst Du nicht geblieben!

Tschüss!

Zu den Links:
Der Zusammenhang zwischen Text und Links ist kontingent, d.h. nicht ein logisch zwingender, sondern unter gegebenen Umständen 'spielerisch' (was nicht zwingend 'lustvoll' bedeutet)  assoziativ ergebend.
Die Beziehung zwischen Blogtext und Link kann auch kontrovers, widersprüchlich oder absurd sein, ist aber nach Meinung des Bloginhabers nicht bedeutungslos sondern bewusst - und zuweilen auch mit Überwindung innerer Hemmungen und Abneigungen - ausgesucht. Die Auswahl der Links erfolgt aufgrund von Bildern oder von Einzelheiten darauf, die auf der angelinkten Website gezeigt sind.

 


2007-07-15

Wollen und Gewolltes

Von glaukothyr @ 15:24 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Alles Gewollte ist ins Licht des Willens und Könnens Gestelltes und wirft seine Schatten weder nach dem Begehren der Wollenden noch nach den Bedingungen des Könnens sondern allein nach den Gesetzen des Lichts.
Alles Licht ist nur geliehen und entspringt nicht der Hand dessen, der das von ihm erhaschte Quäntchen Leuchtkraft hochhält. Darum kann es nicht verwundern, dass Kompromisse zwischen behaupteten Standpunkten Zwielicht und Halbschatten erzeugen, über die die Behauptenden keine Macht haben, weil das Licht, das von Aussen auf sie fällt, sich wohl zum Teil umlenken und brechen lässt, aber die Steuerung seiner Gesetzmässigkeit und Herkunft sich in engsten Grenzen hält.
Aus demselben Grund erzeugt Gewolltes, das die Leuchtkraft des dazu erforderlichen Willens übersteigt, mehr Schatten und verdunkelt statt zu erhellen, stiftet mehr Schaden statt Linderung und Besserung zu schaffen.
Wer mit Licht nur spielt und gaukelt und der Schatten nicht gedenkt, die das von ihm darein Gestellte wirft, ist wie ein ahnungsloses und sich selbst überlassenes Kind am Ufer eines Wassers.

 

 

 


2007-07-06

Länder mit instabilen gesetzlosen Verhältnissen

Von glaukothyr @ 16:47 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Länder mit besonders instabilen und de facto gesetzlosen Verhältnissen sind regelmässig Opfer verdeckter und je nach Art der Wirren und Probleme mehr oder weniger rücksichtsloser und verbrecherischer Plünderung ihrer Ressourcen gleichgültig, welcher Art.
Die dort installierten Machthaber sind dabei eher Vasallen ausländischer Plünderer als Herren der Plünderung.
Ein Land wie etwa Zimbabwe kann auch ein Szenario im Zeitraffer und mit überhöhten Ausprägungen und radikalen Wirkungen dafür abgeben, wohin sich westliche Zivilisationen entwickeln könnten, wenn Machtpotentiale und Ressourcen weiterhin für Konkurrenz um Überlegenheit, Vorrang und Führerschaft missbraucht und verschwendet statt zu friedlicher Kooperation sorgfältig genutzt werden und wenn die heute noch geglaubten und aufgezwungenen Dogmen über angebliche Gesetzmässigkeiten und Unvermeidlichkeiten des Arbeitens und Wirtschaftens nicht gründlich revidiert werden.
Die Ursachen für die politischen und wirtschaftlichen (den Plünderern willkommenen) Störungen und Unzulänglichkeiten in den 'zurückgebliebenen Ländern' liegen in den westlichen Dogmen über die normativen Kräfte der von der Wirtschaft und Technologie ausgelösten Wirkungen und geschaffenen Verhältnisse.

P.S. Der Inhalt der Links stimmt nicht mit der Meinung des Verfassers überein, sondern kann dieser auch widersprechen oder sie in grotesker Weise kontrastieren.


2007-07-04

Streit um Worte

Von glaukothyr @ 12:06 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Wo um Worte gestritten wird, ist es bereits (fast) schon zu spät, die richtigen zu finden, zu setzen und zu gebrauchen und zum eigentlichen Thema zurückzukehren.