2007-02-26

Arzt wird man nicht, man ist

Von glaukothyr @ 12:20 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Ein Mensch wird nicht Arzt, er ist es aus innerstem Antrieb und er erlernt das erforderte Handwerk durch diesen Antrieb - allen Schwierigkeiten zum Trotz - fast mühelos.
Arzt sein ist Mensch sein und umgekehrt.
Diese Aussage ist weder sentimental noch verniedlichend noch idealistisch. Sie weist auf die existentielle Wirklichkeit des Einzelnen in der Gemeinschaft mit und in seinem Verhältnis zu den Einzelnen in seiner Umgebung hin.
Einen nüchterneren, unausweichlicheren und beharrlicheren Anspruch als diesen an den Einzelnen, sich seiner Wirklichkeit bewusst zu werden und sich ihr zu stellen, statt sich in die Abwärme kollektiv systemischer Ressourcenfledderei und Bündnisheucheleien zu flüchten, gibt es nicht.  

Einen höheren Anspruch, als: 'Mensch zu Sein statt bloss eine diplomierte und entsprechend besoldete Figur' gibt es nicht.
Für die diplomierte Figur genügen, um zur auch besoldeten zu werden, 'rasche Auffassungsgabe', ein 'Abschluss', der diese maximal flexible und kybernetisch pflegeleichte Kompatibilität mit Perfektionierungs- und Maximierungssystemen und -kulten bestätigt und ein zur Karriere passender Leistungsausweis.
Das Mensch Sein erfordert eigensinnige und selbstverantwortliche Charakterbildung und -übung. Diese entzieht sich jeder 'leistungs- orientierten' und -gefügigen Qualifikation, bewährt sich dafür autonom in der akuten Krise.

Krisen werden nicht durch Wissen und dessen Qualitätsbescheinigungen und nicht durch technische und administrative Ein- und Vorrichtungen und patentierte Verfahren bewältigt sondern durch autonomen Charakter. Dieser bringt die verfügbaren Mittel zum gedeihlichen Einsatz. Ohne ihn entwickeln die Systeme ihre geist- und trostlose, 'grau'-same Eigendynamik.

Was hier - aus aktuellen Anlässen - zum Arzt gesagt ist, gilt für jeden Beruf.
Berufsbildung ist Charakterbildung. Darum ist 'Beruf' nicht mit 'Gewerbe' gleichzusetzen. Das Gewerbe ist der Tummelplatz der diplomierten und besoldeten Figuren.
Das Auftreten als Arzt (gleichgültig ob legal oder ohne Lizenz) ist wohl kaum ein wesentlich viel jüngeres Gewerbe als das sog. 'älteste'.


Der Ankläger als Täter

Von glaukothyr @ 11:30 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Geringschätzung der Fähigkeit Anderer ist kein Ersatz für die Unfähigkeit der Geringschätzenden
Ein Ankläger, der die Fähigkeit und Leistung von Führungskräften bei der Bewältigung von Aufgaben, von denen er sich nur anhand ihm vorgelegter Unterlagen und des Rauschens der Medien und der Politszenen ein ungefähres Bild machen kann und der sich selber nie in der Bewältigung hinsichtlich Komplexität, Dynamik, Abwicklungstempo und Besonderheiten der Branche vergleichbarer Aufgaben bewährt hat, pauschal gering einschätzt, weil er hinterher und im Chor der Empörten meint, es selber besser zu wissen und zu können, erweist sich selber als in dem Sinne anmassend und verantwortungslos, wie er es den von ihm geringgeschätzten Führungsbeauftragten zu sein bzw. gewesen zu sein vorwirft.

Als Ankläger ist er nicht beauftragt, über die Qualität von Leistungen urteilen, in deren Erbringung er selber nicht erfahren und bewährt ist. Er hat auch keine persönlichen Meinungen und Werturteile über die Angeschuldigten zum Inhalt seiner Anträge und publik zu machen.

Seine Aufgabe ist, nachzuweisen, dass gewisse Teile der Führungsentscheidungen und deren Ausführungen bzw. Folgen rechtswidrig waren. Will er für diese Rechtswidrigkeiten jemand zur strafrechtlichen Rechenschaft ziehen, muss er auch die Schuldhaftigkeit der betreffenden Verstösse gegen das Recht nachweisen. Ein pauschales Werturteil über die Leistungen der Täter im Umfeld der Straftat kann diesen Nachweis nicht ersetzen.

Will er die Angeschuldigten für die weiteren und späteren Ereignisse nach Vollendung der einzelnen rechtswidrigen Taten zur Verantwortung ziehen, muss er den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den rechtlichen Verfehlungen und den späteren Ereignissen und nochmals das Verschulden auch an diesem Zusammenhang zwischen den Rechtswidrigkeiten und den letzten Konsequenzen nachweisen.

Gelingt ihm das nicht, hat er dieses Misslingen seinem Verzicht auf Anklage zu Grunde zu legen. Erhebt er dennoch Anklage, entgegen eigener Einsicht - etwa aus Bestürzung über und Angst vor der eigenen Einsicht, aus Sturheit oder aus Prestigegründen -  versagt er in seiner Pflichterfüllung und gibt der Öffentlichkeit ein schlechtes Beispiel für Rechtsbeachtung, -pflege und -ausübung. Er selber verletzt das Recht und dessen Verfassung in grober und für den Rechtsstaat gefährlicher Weise.


2007-02-24

Grundsätzliches anlässlich einer Nebensächlichkeit

Von glaukothyr @ 22:03 [ 010 Mutmasslich Gleichgesinnte ]

2007-02-16

Wenn und so weit Staatsanwälte Pauschalurteile fällen ...

Von glaukothyr @ 12:10 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
... über Dinge, über die das Recht nicht urteilt, begehen sie selbst eine Pflichtverletzung und massen sich Urteile an, die keine rechtliche Bedeutung haben und so die Rechtspflege eher stören und behindern statt ihr zu dienen.

2007-02-15

Sprache - und Wahrheit

Von glaukothyr @ 21:34 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]
Wo immer Sprache ist, ob gesprochen, geschrieben oder schon nur gedacht, weicht die Wirklichkeit aus dem Bewusstsein und tritt das Bemühen, über das Wirkliche zu sprechen an die Stelle dessen, worüber man sprechen wollte, sollte, möchte.
Das ist allerletztlich der Grund, warum Wahrheit für die Sprache - und damit für alle Wissenschaft - grundsätzlich unerreichbar bleibt. Ja, je grösser das Bemühen um den reinstmöglichen und gründlichsten Ausdruck für eine Wahrheit, desto blasser wird das Bild, desto schemischer deren (der Wirklichkeit bzw. Wahrheit) Gegenwart.
Das wahre Gefäss der Wahrheit ist das Schweigen. Das aber rechtfertigt nicht das Verschweigen dessen, was Teil des Rechts eines Andern ist. Andererseits setzt die Achtung der Wahrheit auch dem ausdrücklichen, inquisitorischen Fragen Grenzen.
Die Wahrheit ist wie Musik. Sie lässt sich nicht erzeugen. Sie ist ein Kunstwerk - ein sehr zerbrechliches. Die Sprache ist das Instrument zu dessen Vollbringung.


2007-02-13

Täter und Opfer, Richter und Verurteilte

Von glaukothyr @ 15:59 [ 013 Teilchenbeschleuniger ]

Die 'Erfolgreichen'
Die erfolgreichen Täter suchen, finden, locken, fangen, haben, halten, nutzen, benutzen, erniedrigen, schinden und schänden ihre Opfer.

Die 'Gerechten'
Die glücklosen, bezichtigten, verfolgten, gestellten, angeklagten, abge- oder verurteilten und entweder brutal, rasch, spektakulär und medienwirksam oder 'human', durch lebenslängliche Gehirnwäsche im Schongang hingerichteten Täter sind die Ernte der Selbstgerechten,  Heilsverkünder und Weltverbesserer.


2007-02-03

Die Fallensteller

Von glaukothyr @ 15:47 [ 011 Sparringpartner gesucht ]
Frage : "Wer treibt wen in welche Falle?"
Antwort : "Jeder, der verspricht, die Fallensteller zu entlarven und alle Fallen aufzudecken, zu vermeiden, nicht in solche
hineinzutappen und alle vor solchen zu bewahren, wenn man nur ihm folge. Sein Versprechen ist die von ihm gestellte Falle."

Zitat zur Gegenwart und zum Terrorismus

Von glaukothyr @ 15:11 [ 010 Mutmasslich Gleichgesinnte ]

"Wir leben in einer Zeit, in der Quantifizierung und das ihr zugehörige Denken in nahezu sämtliche Lebensbereiche des Einzelnen wie der Gesellschaft beherrschend oder terrorisierend eindringt."

Zitat aus Peter Benary's 'Musik und Zahl'

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