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Zu Recht besteht grosse öffentliche Besorgnis über das Ausufern von Gewalt auf allen Ebenen, von verdeckt operierenden Bestrebungen, die Welt globalzentralistisch neu zu ordnen bis hinunter auf die Reibungen zwischen Teilen der Gesellschaft, der Bevölkerung, der Einwohnerschaften, an Schulen, in Familien und individuellen und privaten Beziehungen.
Dabei gilt die kollektive Aufmerksamkeit vorallem der spektakulären Gewaltanwendung, die in kurzer Zeit sichtbar werdende und aufschreckende Schäden verursacht, die von den Verursachern offensichtlich beabsichtigt sind oder beabsichtigt waren oder zur Zeit der Gewaltanwendung bewusst und von zielgerichtetem Antrieb unterstützt in Kauf genommen worden sind. Der Unterschied zwischen der Steuerung bewusster Gewaltanwendung im globalen Massstab und derjenigen auf dem Schulhof besteht nicht in der Qualität der rational-emotionalen Elemente und ihrer Anordnung, sondern in der Macht, die Gewaltanwendung auch gegen die Überzeugung entsetzter Beobachter mit Informations- und Propagandamaschinerieen zu 'rechtfertigen' oder gar zu selbstaufopfernden Wohltaten hochzustilisieren.
Viel weniger auffällig aber keineswegs weniger schädlich und auf lange Sicht nachhaltig zerstörerisch und teilweise gar vernichtend ist die behäbige und gemütliche, viel Bequemlichkeiten und eingebildete Sicherheiten verschaffende und Annehmlichkeiten oder gar Luxus erzeugende Gewaltanwendung. Es ist nicht abwegig, sich Gedanken über Verwandschaften und kausale Verhängnisse zwischen behäbiger und gemütlicher oder gar wohltätiger Gewalt einerseits und in irgend einer Weise 'hässlicher' und entsprechend als 'böse' empfundener Gewalt zu machen. Wenn der kleinere Teil der Weltbevölkerung zu seiner Bequemlichkeit den grössten Teil der globalen Ressourcen für sich beansprucht, und dies - besonders bei den Rohstoffen - in einer auf Leben und Gesundheit Wehrloser keine Rücksicht nehmende Weise, so ist das gewiss eher Gewaltherrschaft Privilegierter über Tributleister und Sklaven und kann nicht eigentlich als Beitrag zur Erweiterung und Entwicklung demokratisch kultivierter Kollektivität gewertet werden.
Gedankenlos selbstgerechte Gewohnheit ist eine gesellschaftlich geheiligte kollektive Sucht. Der errungene (bzw. auf Kosten heute Hungernder und Leidender zusammengeraubte und erlistete) 'westliche' Lebensstandard ist ein Götze, den anzubeten zur - als 'Menschenrecht' geschützten - Pflicht für jeden Karrierewilligen oder Prestigebewussten geworden ist.
Nicht die Freude an und der Genuss von Luxus sind das Problem sondern die aus träger Gewohnheit sich selbst genügende, Wohlstandsvoraussetzungen zerrüttende Verschwendung und kollektiv megalomaner Verschleiss. Was das heissen soll und kann, wird hier bewusst jedem Einzelnen überlassen. Es geht nicht darum, dass Alle mit dieser Darstellung einverstanden sind, sondern darum, dass die Gedanken- und Kritiklosigkeit gegenüber unseren Gewohnheiten aufhört. Es geht nicht um einen Aufruf zu Selbstkasteiung und zu dramatischem Verzicht, es geht um schlichte Vernunft, um die Freude an der Anstrengung für Innovation, die Probleme löst statt nur Verwöhnte und Gelangweilte zu entzücken oder Geänstigte in eingebildeten Sicherheiten zu wiegen.
Ein Schritt in diese Richtung ist Die 2000-Watt-Gesellschaft
Die 2000-Watt-Gesellschaft steht für die Vision einer Gesellschaft, die pro Kopf nur noch etwa 2000 Watt Energie pro Jahr benötigt. Das ist etwa ein Drittel der Energiemenge, die ein Durchschnittsschweizer heute verbraucht. Technisch innovative und nachhaltige Lösungen im Bereich der Mobilität, im Bau oder in der Stadtentwicklung sollen den Weg zu einer Gesellschaft ebnen, die - bei mindestens gleicher Lebensqualität - weniger Energie braucht.
Nach Jahren der Forschung an der ETH Zürich erhält die Idee nun auch politische Unterstützung. Und in der Region Basel gibt es bereits vielversprechende Pilotprojekte.
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